IT-Sicherheit: BSI-Chef sieht Gefahr von Hackerangriffen auf Krankenhäuser

Viele Unternehmen würden es Hackern zu einfach machen, kritisiert der BSI-Chef. Besonders gefährdet seien die hiesigen Krankenhäuser.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Viele Unternehmen beheben Sicherheitslücken zu langsam.
Viele Unternehmen beheben Sicherheitslücken zu langsam. (Bild: Elchinator/Pixabay)

Nach dem Hackerangriff auf eine Benzin-Pipeline in den USA sorgt sich der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) um die medizinische Infrastruktur in Deutschland. "Ich sehe eine größere Gefahr bei Krankenhäusern", sagte BSI-Chef Arne Schönbohm der Zeitung Zeit. Er verwies auf mehrere Hackerangriffe in den vergangenen Jahren. "Denken Sie 2016 an das Lukaskrankenhaus in Neuss, 2019 an die Krankenhäuser Rheinland-Pfalz und Saarland, 2020 die Universitätsklinik in Düsseldorf."

Schönbohm wies auch darauf hin, dass viele Unternehmen in der Coronapandemie innerhalb kurzer Zeit das Arbeiten zu Hause für ihre Mitarbeiter ermöglichen mussten. "Es wurde viel digitalisiert in der Hoffnung, dass erst einmal alles funktioniert." Dabei sei Sicherheit häufig zweitrangig. Die Folge sei, dass viele Systeme angreifbar seien.

In Deutschland werde es Hackern oft zu leicht gemacht. "Firmen schließen bekannte Sicherheitslücken oft zu langsam." So seien von den Sicherheitslücken in Microsoft Exchange Server anfangs rund 65.000 Server in Deutschland betroffen gewesen. "Vor zwei Wochen waren es immer noch um die 4.000. Das ist sehr riskant! Diese Firmen sind völlig ungeschützt", sagte Schönbohm.

Ein Viertel der IT-Angriffe auf Unternehmen sehr schwer oder existenzbedrohend

Dabei hatte eine Umfrage des BSI erst kürzlich ergeben, dass rund acht Prozent der befragten Unternehmen sich während der Coronapandemie mit Cyber-Attacken auseinandersetzen mussten. Etwa ein Viertel davon erlitt nach eigenen Angaben existenzbedrohende oder sehr schwere Schäden. "Daran merken wir, was für eine Bedeutung Cyberangriffe für die Wirtschaft haben", sagte Schönbohm.

Mitte Mai hatten Erpresser eine Kraftstoff-Pipeline in den USA mit einem Ransomware-Angriff lahmgelegt. Der Betrieb der Pipeline kam komplett zum Erliegen, was in Teilen des Landes Benzin-Engpässe verursachte.

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