IT-Sicherheit:Berliner Verwaltung will noch ein Jahr Windows XP nutzen
Der Landesdatenschützer hält die Daten der Bürger durch die Windows-XP-Rechner in der Verwaltung für gefährdet. Microsoft ist dagegen bereit, den Support noch einmal zu verlängern.
Berlins Datenschutzbeauftragter Alexander Dix fordert(öffnet im neuen Fenster), dass alle alten Windows-XP-Computer in Stadt- und Bezirksverwaltungen am morgigen Dienstag offline genommen werden. Das sagte Dix dem Inforadio des Rundfunks Berlin-Brandenburg (Rbb). Die persönlichen Daten der Bürger seien sonst einem nicht zu verantwortenden Risiko durch Angriffe ausgesetzt. Microsoft ist dagegen bereit, den Support noch einmal zu verlängern.
Bild 1/84: Es war einmal... Windows XP. Anfangs gewöhnungsbedürftig viele Farben, und doch gewöhnten sich viele schnell an die neue Optik.
Bild 2/84: Es war einmal... Windows XP. Anfangs gewöhnungsbedürftig viele Farben, und doch gewöhnten sich viele schnell an die neue Optik. (Screenshots: Andreas Sebayang/Golem.de)
Bild 3/84: Windows XP (Screenshot Golem.de/Andreas Sebayang)
Bild 4/84: Die Screenshots haben wir auf einem rund acht Jahre alten Vaio FS-115 aufgenommen. Der Rechner ist sogar noch in Betrieb, ...
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Bild 6/84: ... um im Notfall veraltete Software ausführen zu können. Das Windows wurde aber häufiger neu installiert. Auffällig: viele Farben und das neue Systemsteuerungskonzept, an das sich bis heute nicht alle gewöhnen können.
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Bild 8/84: Damals waren die Bildschirmschoner noch einfach.
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Bild 10/84: Weg mit den Farben. Windows-2000-Nutzer freuten sich über das Zurückstellen der ehemals modernen Oberfläche.
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Bild 12/84: Diese Ansicht ließ so manchen ganz schnell den Total oder Speed Commander installieren.
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Bild 14/84: Hilfe naht: Immerhin war der Hund niedlicher als die nervige Office-Klammer - und man konnte ihn mit einem Klick abschalten.
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Bild 16/84: Programmzugriff und -standards kamen mit dem Service Pack 1.
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Bild 18/84: Hier hat sich eigentlich nicht viel getan. Das Deinstallieren von Programmen ist unter Windows 8 noch genauso aufgebaut. Heutzutage kann der Anwender aber deutlich mehr Informationen einblenden.
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Bild 20/84: Damals musste mehr gescrollt werden. Nur vier Inhalte waren gleichzeitig sichtbar. Unter Windows 8 sind es 12 und an eine anpassbare Fenstergröße war noch nicht zu denken.
Bild 21/84: Damals musste mehr gescrollt werden. Nur vier Inhalte waren gleichzeitig sichtbar. Unter Windows 8 sind es zwölf und an eine anpassbare Fenstergröße war noch nicht zu denken.
Bild 22/84: Windows XP (Screenshot Golem.de/Andreas Sebayang)
Bild 23/84: Sonys Vaio Control Center ist korrekt in der Systemsteuerung eingebunden. Das war damals eher die Ausnahme.
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Bild 25/84: Unser Testrechner mit geradezu luxuriöser RAM-Ausstattung. Das hilft aber nichts. Im Vergleich zu heutigen Rechnern ist die Kiste mit ihrem Einkernprozessor einfach lahm.
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Bild 27/84: Hier hat sich auch nichts geändert in den vergangenen zehn Jahren. Allerdings stellen wir fest: Bei der Neuinstallation haben wir offenbar den Treiber für Sonys i.Link vergessen.
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Bild 29/84: In der Hochzeit der Angriffe auf Windows XP kam dieses Tab in den Systemeigenschaften dazu.
Bild 30/84: Windows XP (Screenshot Golem.de/Andreas Sebayang)
Bild 31/84: Bis Vista musste der Nutzer eine Webseite und natürlich den Internet Explorer für Windows Updates bemühen. Und die war damals wie heute gelegentlich unzuverlässig.
Bild 32/84: Windows XP (Screenshot Golem.de/Andreas Sebayang)
Bild 33/84: An der Computerverwaltung sah man Windows XP sein Alter an. Hier endet die "Teletubby"-Oberfläche.
Bild 34/84: Windows XP (Screenshot Golem.de/Andreas Sebayang)
Bild 35/84: Die Symbole stammen aus der Urzeit der Windows-Rechner. Vor allem das Symbol der Komponentendienste fällt hier auf.
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Bild 37/84: Das Netzwerk war damals noch etwas schwieriger in der Bedienung.
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Bild 39/84: Vor allem beim WLAN...
Bild 40/84: Windows XP (Screenshot Golem.de/Andreas Sebayang)
Bild 41/84: ... nervt Windows XP.
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Bild 43/84: WPA-Schlüssel musste man damals noch zweimal und ohne Anzeige der Zeichen eingeben. Und wehe man vertippte sich bei sicheren und komplexen Passwörtern.
Bild 44/84: Windows XP (Screenshot Golem.de/Andreas Sebayang)
Bild 45/84: Die Aufgaben oberhalb der Symbole blendet so mancher Anwender aus.
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Bild 47/84: Lieber die veraltete Treiber-CD benutzen. Treiber per Windows-Update waren eher selten verfügbar.
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Bild 49/84: Mit dem Service Pack 2 kam das Sicherheitscenter, das in neueren Windows-Versionen in Wartungscenter umbenannt wurde. Es sollte die Sicherheit von Windows XP erhöhen.
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Bild 51/84: Die "Ich brauch keinen Virenscanner"-Fraktion wurde ordentlich genervt. Mit positiven Effekten auf die Sicherheit der Rechner. Nur wenige Nutzer beschränkten ihr Konto auf Standardrechte. Das wurde erst mit Windows Vista leichter in der Handhabung.
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Bild 53/84: Mit automatischen Updates machte Microsoft die Rechner sicher und wies den Anwender auf mögliche Probleme hin.
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Bild 55/84: Es wurden nicht nur das Betriebssystem, sondern auch Komponenten aktualisiert.
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Bild 57/84: Auf alten Rechnern ist das eine langwierige Prozedur.
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Bild 59/84: Outlook Express unter Windows XP
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Bild 61/84: Mit dem Media Player versuchte Microsoft, moderne und alte Optik zu vereinen.
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Bild 63/84: Dementsprechend wird die Titelleiste des aktiven Fensters dementsprechend auf Wunsch versteckt.
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Bild 65/84: Es war einmal: das Startmenü.
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Bild 67/84: Auf einen alten XP-Rechner gehört eine alte Office-Installation.
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Bild 69/84: Das Startmenü hatte keinen Fokus-Schutz. Wenn eine Anwendung etwas mitteilen wollte, schloss es sich sofort.
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Bild 71/84: Der Taskmanager wurde erst mit Windows 8 gründlich überarbeitet.
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Bild 73/84: Netzwerkbeobachtung unter Windows XP
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Bild 75/84: Das Microsoft Network (MSN)
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Bild 77/84: Ohne Rechnungsadresse geht's nicht.
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Bild 79/84: Unter Windows XP war nur der Installer für das Herunterladen der Installation installiert.
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Bild 81/84: Anbindung an E-Mail-Adressen waren damals noch etwas Neues und Optionales. Heute kann der Nutzer ohne solche Zugänge vieles nicht tun.
Bild 82/84: Windows XP (Screenshot Golem.de/Andreas Sebayang)
Bild 83/84: Ab April 2014 wird es keine Sicherheitsupdates mehr für Windows XP geben. Microsoft stellt den Support ein.
Bild 84/84: Windows XP (Screenshot Golem.de/Andreas Sebayang)
Microsoft hatte die technische Unterstützung für das 13 Jahre alte Betriebssystem am 8. April 2014 eingestellt. Die Berliner Verwaltung organisierte über das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ) für 300.000 Euro einen verlängerten Support mit Microsoft. Dieser Vertrag läuft am 14. April 2015 aus.
Der Datenschutzbeauftragte fügte hinzu, er wisse nicht genau, wie viele Rechner betroffen seien. Die Verwaltung habe ihm dazu keine Zahlen genannt. Schätzungen zufolge könnten es mehrere Zehntausend sein.
Laut einer parlamentarischen Anfrage(öffnet im neuen Fenster) des Piraten Simon Weiß (Piraten) vom 3. März 2015 ist nach Auskunft des Herstellers eine Verlängerung des Supports für Windows XP um ein weiteres Jahr möglich. Die Kosten der XP-Supportverlängerung betrugen bisher bereits rund 300.000 Euro.
"Die Kosten sind dabei abhängig von der Anzahl der betroffenen Arbeitsplätze und können nicht im Voraus angegeben werden. Das IT-Dienstleistungszentrum Berlin hat bereits seine Bereitschaft erklärt, nach Anforderung und Auftragserteilung im Rahmen der von ihm angebotenen IT-Dienstleistungen und Services hier tätig zu werden."
Laut den Angaben aus der Anfrage laufen 28.477 Computer weiter mit Windows XP. Am 31. Oktober 2014 verwendeten noch knapp 29.000 Rechner von insgesamt etwas mehr als 70.000 Windows-Rechnern in der Berliner Verwaltung das veraltete XP.
Die größte Gefahr liege in der Verbindung der XP-Rechner mit dem Internet. Betroffene Arbeitsplatzcomputer sollten nicht mehr mit dem Internet verbunden werden. Sei dies aus dienstlichen Gründen nicht möglich, "sollten technische und organisatorische Maßnahmen zur Absicherung umgesetzt werden." Weiter müsse sichergestellt sein, dass der Virenschutz auch weiterhin Windows XP unterstütze.