Abo
  • Services:
Anzeige
Das P2P-Netzwerk Alibi sollen Daten an gefährlichen Zonen vorbeidirigieren.
Das P2P-Netzwerk Alibi sollen Daten an gefährlichen Zonen vorbeidirigieren. (Bild: Alibi-Projekt)

IT-Sicherheit: Alibi-Router sollen Daten um Zensurzonen herumleiten

Das P2P-Netzwerk Alibi sollen Daten an gefährlichen Zonen vorbeidirigieren.
Das P2P-Netzwerk Alibi sollen Daten an gefährlichen Zonen vorbeidirigieren. (Bild: Alibi-Projekt)

Nutzer haben gegenwärtig wenig Kontrolle darüber, über welche Regionen in der Welt ihre Daten geleitet werden. Das will das Alibi-Projekt ändern. Es soll ein Peer-to-Peer-Netzwerk entstehen, durch das Daten um zensurgefährdete Regionen herumgeleitet werden.

Anzeige

Das Alibi-Projekt will die Gefahr der Zensur im Internet minimieren. Dafür haben Forscher der Fakultät für Informatik an der University of Maryland in den USA das sogenannte Alibi-Netzwerk ersonnen. Mit dem Peer-to-Peer-Netzwerk soll sichergestellt werden, dass Daten nicht durch Länder oder Regionen fließen, die dafür bekannt sind, Datenpakete beispielsweise per Deep Packet Inspection zu analysieren oder sie sogar zu modifizieren. Ein Algorithmus soll überprüfen, ob die Möglichkeit bestand, dass Datenpakete doch die vom Nutzer definierten verbotenen Regionen durchquert haben könnten.

Die Software für das Alibi-Netzwerk soll etwa in Form eines Browser-Plugins bereitgestellt werden. Darin können Anwender beispielsweise definieren, welche Regionen ihre Datenpakete vermeiden sollen. Das Plugin soll auch davor warnen, wenn Datenpakete möglicherweise eine solche Region durchquert haben. Dazu werden Paketumlaufzeiten und auch die GPS-Daten einzelner Router ermittelt. Der Algorithmus errechnet die Wahrscheinlichkeit, dass ein Datenpaket einer verbotenen Region zu nahe kommt oder sie sogar durchquert hat und sendet einen Warnhinweis an den Nutzer.

Vorbei an Gefahrenzonen

Die Daten selbst sollen über das Alibi-Netzwerk geleitet werden, wenn der Nutzer dies wünscht. Das Alibi-Protokoll wählt anschließend Knotenpunkte aus, die möglichst weit weg von den vom Nutzer definierten unsicheren Zonen liegen. Die implementierten Algorithmen sollen verhindern, dass sich ein Peer in einer unsicheren Region als vermeintlich sicher ausgeben kann. Auch ein Angriff, bei dem Dritte sämtliche Peers in der Nähe eines Opfers unter ihre Kontrolle bringen, sei durch den Algorithmus nahezu ausgeschlossen, schreiben die Forscher. Da nur Peers mit einer hohen Sicherheit ausgewählt würden, würde der Datenverkehr dorthin geleitet, was lediglich eine Verlangsamung zur Folge hätte.

Getestet haben die Forscher das Alibi-Protokoll nach eigenen Angaben in einem simulierten Netzwerk mit 20.000 Kontenpunkten. Als verbotene Zonen wurden Länder wie China oder Syrien eingestuft. Außerdem wurden für den Test auch die Länder mit dem meisten Internetverkehr miteinbezogen. Damals waren das die USA, Indien und Japan. In 85 Prozent der Fälle wurden sichere Peers gefunden. Bei geringer eingestuften Parametern, etwa ohne die USA oder Indien, betrug die Erfolgsrate sogar 95 Prozent, schreiben die Forscher. Je mehr Peers an dem Netzwerk teilnehmen und je größer die geografische Verteilung sei, desto effektiver sei das Alibi-Netzwerk.

Das Alibi-Netzwerk erfordere weder eine Public-Key-Infrastruktur noch Veränderungen an bestehenden Protokollen oder Hardware und könne deshalb ohne weiteres umgesetzt werden. Es könne jedoch nicht eine verschlüsselte Verbindung ersetzen, sondern sie nur ergänzen.

Die Forschung wurde unter anderem von der National Science Foundation sowie dem Office of Naval Research und den Amazon Web Services in Education gefördert. Die Forscher wollen bis Ende 2015 Software für das Alibi-Netzwerk veröffentlichen.


eye home zur Startseite
Bitschnipser 27. Aug 2015

Ich meine, die haben auch Tor gefördert. Weil ihre Diplomaten und Spione selbst...

Bitschnipser 27. Aug 2015

Wenn du in China sitzt, bist du sowieso in einem Zensurland und Alibi nützt dir nix. Wenn...

entonjackson 25. Aug 2015

Weil der Rest von Asien, Australien und Afrika auch viel Zensur befreiter ist...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. PHOENIX CONTACT GmbH & Co. KG, Blomberg
  2. Autobahn Tank & Rast GmbH, Bonn
  3. ulrich GmbH & Co. KG, Ulm
  4. Daimler AG, Ulm


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 29,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. (u. a. The Revenant 7,97€, James Bond Spectre 7,97€, Der Marsianer 7,97€)

Folgen Sie uns
       


  1. Quartalsbericht

    Microsoft kann Gewinn durch Cloud mehr als verdoppeln

  2. Mobilfunk

    Leistungsfähigkeit der 5G-Luftschnittstelle wird überschätzt

  3. Drogenhandel

    Weltweit größter Darknet-Marktplatz Alphabay ausgehoben

  4. Xcom-2-Erweiterung angespielt

    Untote und unbegrenzte Schussfreigabe

  5. Niantic

    Das erste legendäre Monster schlüpft demnächst in Pokémon Go

  6. Bundestrojaner

    BKA will bald Messengerdienste hacken können

  7. IETF

    DNS wird sicher, aber erst später

  8. Dokumentation zum Tor-Netzwerk

    Unaufgeregte Töne inmitten des Geschreis

  9. Patentklage

    Qualcomm will iPhone-Importstopp in Deutschland

  10. Telekom

    Wie viele Bundesfördermittel gehen ins Vectoring?



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Neuer A8 vorgestellt: Audis Staupilot steckt noch im Zulassungsstau
Neuer A8 vorgestellt
Audis Staupilot steckt noch im Zulassungsstau
  1. Autonomes Fahren Audi lässt Kunden selbstfahrenden A7 testen
  2. Elektroauto Volkswagen ID soll deutlich weniger kosten als das Model 3
  3. MEMS Neue Chipfabrik in Dresden wird massiv subventioniert

Anker Powercore+ 26800 PD im Test: Die Powerbank für (fast) alles
Anker Powercore+ 26800 PD im Test
Die Powerbank für (fast) alles
  1. SW271 Benq bringt HDR-Display mit 10-Bit-Panel
  2. Toshiba Teures Thunderbolt-3-Dock mit VGA-Anschluss
  3. Anker Powercore+ 26800 PD Akkupack liefert Strom per Power Delivery über USB Typ C

Matebook X im Test: Huaweis erstes Ultrabook glänzt
Matebook X im Test
Huaweis erstes Ultrabook glänzt
  1. Huawei Neue Rack- und Bladeserver für Azure Stack vorgestellt
  2. Matebook X Huaweis erstes Notebook im Handel erhältlich
  3. Y6 (2017) und Y7 Huawei bringt zwei neue Einsteiger-Smartphones ab 180 Euro

  1. Re: Wieso ist das ein Zeichen für den...

    AIM-9 Sidewinder | 02:01

  2. Re: Wer hängt sich die Stasi selber in...

    AIM-9 Sidewinder | 02:01

  3. Re: Dass SÜ funktioniert erklärt warum der...

    plutoniumsulfat | 01:51

  4. Nix Neues, wirklich

    cicero | 01:45

  5. Re: Mag ja sein!

    User_x | 01:42


  1. 23:50

  2. 19:00

  3. 18:52

  4. 18:38

  5. 18:30

  6. 17:31

  7. 17:19

  8. 16:34


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel