IT-Security: Sicherheitslücke konnte Wasserwerke und Kraftwerke lahmlegen

IT-Security-Forscher des Unternehmens Tenable Security haben eine Sicherheitslücke entdeckt(öffnet im neuen Fenster) , die in essentieller Infrastruktursoftware auftritt. Über einen Buffer Overflow könnten Angreifer Zugriff auf ein Netzwerk erhalten, eine Denial-of-Sevice-Attacke starten oder böswilligen Code ausführen. Betroffen sind die Programme Indusoft Web Studio und Intouch Machine Edition vom Entwickler Schneider Electric. Beide werden beispielsweise in Wasserwerken, Gaskraftwerken oder Ölraffinerien eingesetzt, um die dortige Maschinerie zu verwalten und zu steuern - kritische Anlagen, bei denen Fehlfunktionen große Schäden anrichten können.
Lücke bereits ausgenutzt
Tenable-Chef Tom Parsons kommentiert die Sicherheitslücken folgendermaßen: "Aktuelle Berichte der US-Behörden Homeland Security und NCSC weisen auf ein Interesse von feindlich gestimmten Staaten an kritischer Infrastruktur hin." Wie das britische IT-Magazin The Register schreibt(öffnet im neuen Fenster) , seien die Lücken auch bereits von ungenannten Angreifern ausgenutzt worden. Wer als feindlich gestimmter Staat eingestuft wird, sagte Parsons nicht. Es ist jedoch beispielsweise bekannt, dass russische Hacker sich Zugang(öffnet im neuen Fenster) zu US-amerikanischen Energiewerken, Gewerbeanlagen und sogar in nukleare Einrichtungen beschafft haben sollen. Das berichten das FBI und Homeland Security.
In den letzten drei Monaten arbeiteten Schneider Electric und Tenable an mehreren Patches(öffnet im neuen Fenster) (PDF). Die Lücken sollten also mittlerweile wieder geschlossen sein - vorausgesetzt Kunden aktualisieren ihre Software regelmäßig. Trotzdem findet Tenable-Produktchef Dave Cole solche Sicherheitslücken „sehr beunruhigend, da sie Angreifern das Potential in die Hand geben, schweren Schaden an Einrichtungen zu verursachen, "die sprichwörtlich unsere Gemeinden versorgen" .