IT-Probleme bei der Postbank: Nur ausgewählte Kunden erhalten Schadenersatz

Obwohl Millionen von Postbank-Kunden seit Monaten mit IT-Problemen der Bank zu kämpfen haben, erhalten die meisten von ihnen keine Entschädigung. Die Postbank bietet eine solche nur dann an, falls es Verzögerungen bei Pfändungsanliegen gegeben hat. Es muss also ein Schaden im Zusammenhang "mit einer Pfändung, einer Insolvenz oder der Bearbeitung eines Pfändungsschutzkontos" entstanden sein, heißt es von der Postbank.
Auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite mit dem Titel Pfändung: Antrag auf Schadensersatz(öffnet im neuen Fenster) können Betroffene einen Schadenersatz von bis zu 1.000 Euro erhalten. Postbank-Kunden müssen durch Belege wie Mahnkosten oder Verzugszinsen nachweisen, dass ein Schaden entstanden ist.
Die Postbank wolle Anträge auf berechtigte Schadenersatzansprüche meist bis Ende des Folgemonats erstatten, so das eigene Ziel. Die Postbank betont es als Vorzug, das Verfahren nur digital anzubieten, so müssten Kunden nicht erst eine Filiale aufsuchen. Falls ein Antrag abgelehnt oder nur teilweise erstattet werde, sollen Kunden darüber eine schriftliche Information erhalten.
IT-Probleme bei der Postbank dauern an
Eigentlich wollte die Deutsche Bank alle IT-Probleme der Postbank bis Ende 2023 gelöst haben. Die Bank hat eingeräumt, dass dieses Ziel nicht mehr zu halten sei. Anfang 2024 sollen dann aber alle Fälle im Zusammenhang mit den IT-Problemen abgearbeitet werden. Die Deutsche Bank habe nach eigenen Angaben über 800 zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt, um die Folgen der IT-Probleme zu lösen.
In den vergangenen Monaten funktionierten Geldautomaten mitunter mehrere Monate lang gar nicht. Konten von Postbank-Kunden wurden unberechtigt gesperrt, es kam zu Verzögerungen bei Mietüberweisungen oder der Ausführung anderer Daueraufträge oder Lastschriften. Letzteres kann mitunter zu Mahngebühren geführt haben und bisher hat die Postbank für betroffene Kunden keine Entschädigung in Aussicht gestellt. Auch bei Anschlussfinanzierungen von Immobilienkrediten soll es Verzögerungen gegeben haben.
Im Herbst 2023 stellte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) der Deutschen Bank einen Sonderbeauftragten , um so auf die Behebung der IT-Probleme bei der Postbank hinzuwirken. Im laufenden Jahr gab es viele Beschwerden von Kunden, die im Zusammenhang mit der IT-Umstellung von Kundenkonten der Postbank und der Deutschen Bank standen, die beide auf eine gemeinsame Plattform geführt wurden.



