IT-Konsolidierung: Bund zahlt IT-Beratern Tagessätze von mehr als 2.200 Euro

Mehr als 800 Millionen Euro sollen Berater für die IT-Konsolidierung des Bundes bekommen. Ein "Goldesel" für die Firmen, findet die Opposition.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Nach Ansicht der Grünen ist die IT-Konsolidierung für Berater ein Goldesel.
Nach Ansicht der Grünen ist die IT-Konsolidierung für Berater ein Goldesel. (Bild: Pixabay)

Die Bundesregierung lässt sich die Beratungsleistungen für IT-Projekte bis zu 2.237 Euro pro Tag kosten. Das geht aus einer Antwort der Regierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion zu den Beratungskosten für die sogenannte IT-Konsolidierung des Bundes hervor. Dabei konnte das Bundesinnenministerium keine Angaben machen, welche konkreten Leistungen von den Beratern erbracht wurden. "Für Berater ist das Projekt ein Goldesel", sagte der Grünen-Abgeordnete Sven-Christian Kindler.

Inhalt:
  1. IT-Konsolidierung: Bund zahlt IT-Beratern Tagessätze von mehr als 2.200 Euro
  2. Projektende noch nicht absehbar

Die IT-Konsolidierung des Bundes war vom Kabinett 2015 beschlossen und ursprünglich mit einer Milliarde Euro veranschlagt worden. Dabei sollen im Kern einheitliche IT-Arbeitsplätze in knapp 200 Behörden und Ministerien eingerichtet werden. Bisher herrscht dort ein Wildwuchs bei Rechnern, Software und Verfahren. Das umfassende Vorhaben war auf zehn Jahre angelegt, doch die Kosten stiegen schnell. Die veranschlagten Ausgaben für die Berater erreichen inzwischen fast die ursprünglich geplanten Gesamtkosten für das Projekt.

Corona als Ausrede?

Die Grünen wollten von der Regierung daher wissen, welche konkreten Leistungen in den Jahren 2015 bis 2019 bereits von den Beratern erbracht wurden. Doch das federführende Innenministerium war wegen der Auswirkungen der Coronapandemie nicht in der Lage, die Frage zu beantworten. "Eine detaillierte Darstellung der zwischen 2015 und 2019 erbrachten Leistungen sowie der erbrachten Arbeitsstunden ist derzeit nicht möglich", heißt es in der 52-seitigen Antwort (PDF). Stattdessen wurden nur der Auftragsgegenstand und geleistete Arbeitstage angegeben.

In der nun vorliegenden Antwort reduziert die Regierung die geplanten Ausgaben für die Berater leicht. Während im April 2020 noch 900 Millionen Euro veranschlagt wurden, summieren sich die Ausgaben nun auf rund 816 Millionen Euro. Davon wurden in den Jahren 2015 bis 2019 bereits knapp 260 Millionen ausgegeben. Für das Projekt Dienstekonsolidierung Bund (DKB) plant das Innenministerium für Beratung und externe Unterstützung bis zum Jahr 2025 weitere 320 Millionen Euro ein. Für das Projekt Betriebskonsolidierung Bund (BKB) sind beim Finanzministerium knapp 240 Millionen Euro vorgesehen.

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Damit liegen die Ausgaben des Innenministeriums um knapp 80 Millionen Euro niedriger als noch im April. Ein Beratungsbedarf beim Bundeskanzleramt in Höhe von 590.000 Euro findet sich ebenfalls nicht mehr in der Auflistung.

Tagessätze von mehr als 2.000 Euro

Die Tagessätze für die Beratungsunternehmen bewegten sich in der Regel im Bereich zwischen 1.000 und 2.000 Euro brutto. In einigen Fällen gab es Honorare unter 1.000 Euro, in wenigen Fällen über 2.000 Euro pro Tag. Die höchsten Sätze mit 2.237 Euro verlangte dabei die PD - Berater der öffentlichen Hand GmbH, die früher unter dem Namen ÖPP Deutschland AG firmierte und inzwischen selbst vollständig der öffentlichen Hand gehört. Allerdings hat die PD eher kleine Beratungsaufträge erhalten.

Die größten Einzelaufträge mit mehr als 5 beziehungsweise 6 Millionen Euro erhielten Computacenter/Accenture und die staatliche BWI GmbH. Aus der Übersicht geht nicht unmittelbar hervor, wie viel Honorar die einzelnen Firmen insgesamt erhielten. Viele Aufträge gingen an die Unternehmen Bearingpoint, Capgemini, Cassini, CSC, KPMG, Materna, Orphoz (McKinsey), PwC und Sopra Steria.

Doch die Kosten könnten noch weiter steigen.

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Projektende noch nicht absehbar 
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tomatentee 18. Sep 2020

Die 2k sind Kosten, nicht Gehalt. Auch ein interner Festangestellter kostet ~1000¤ pro Tag.

tomatentee 18. Sep 2020

Wenn die Leiharbeiter mit besserem Gehalt als die Internen und ohne sich...

tomatentee 18. Sep 2020

Klar. Welche Besoldungsgruppe sind 150k?

Trockenobst 05. Jul 2020

Wenn Privatleute in eine Privatfirma Geld stecken und diese ständig Geld verliert ist...



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