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Sollten Prothesenträger selbst programmieren können?

Da jeder einen ganz eigenen Gang hat, der ihn ein Stück weit definiert, kann es durchaus vorkommen, dass Prothesenträger selbst Hand anlegen und etwas im Code ändern möchten. Der Träger einer Handprothese sagte Golem.de, er wolle gerne einstellen können, wie stark er zupacken kann. Doch was halten die Programmierer von solchen Wünschen?

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"Was wir anbieten ist, dass Anwender auf verschiedene Modi wie Tanzen, Radfahren oder Skifahren umschalten können", erklärt Daniel Schatzmayr. "Aber das ist alles in festgelegten Sicherheitsprüfungen erprobt. Wenn man die Software selber modifizieren könnte, hätte man das Problem, dass es unsicher werden würde."

Wenn ein Bein falsch eingestellt wäre, könnte man leicht stürzen und sich schwer verletzen. "Man muss", sagt Schatzmayr, "genau wissen, welche Freiheiten man gefahrlos ermöglichen kann." Zudem müsste man die Prothese öffnen, um etwas an ihrer Software zu manipulieren. Bei den Geräten, die mehrere Tausend Euro kosten, würden das die wenigsten riskieren - selbst wenn sie programmieren können. Die Schnittstellen sind nicht nach außen zugänglich, man müsste dafür sehr viel Aufwand betreiben.

Steuerung per Smartphone wird wohl bald möglich sein

Jede Programmierungsentscheidung hat also Auswirkungen auf die Lebensqualität der Träger. "Rückwärts zu gehen wäre so eine Qualität, bei der man pragmatisch zwischen Nutzen und Risiken abwägen muss", sagt Schatzmayr. "Es ist natürlich toll, wenn man das kann. Aber wenn bestimmte Prothesen das nicht sicher schaffen, können wir das eben nicht anbieten."

Sabine Tutsch fehlt vor allem eine Sache: "Ich kann entweder am Boden sitzen oder stehen, aber nicht in die Hocke gehen, weil das Gelenk das nicht mitmacht." Trotzdem hat sie noch nie versucht, ihre Beinprothese zu manipulieren. "Ich kann selbst nichts einspeichern. Aber ich hätte das auch nicht gewollt, weil man überfordert ist mit der Situation. Es ist ein bisschen, wie wenn man ein neues Auto bekommt: Man versucht, mit den Gegebenheiten umgehen zu lernen. Mittlerweile hat es sich aber automatisiert und es fällt mir nicht mehr weiter auf."

Die nächste Generation Beinprothesen soll noch mehr Freiheiten schenken. "Es ist wie bei einem Auto", sagt auch Daniel Schatzmayr. "Man weiß, es fährt. Das nächste soll mehr bieten und mehr Komfort haben."

Dazu gehört zum Beispiel, dass die Umgebung stärker beachtet wird und Nutzer per Smartphone mit ihrer Prothese kommunizieren können. Der Programmierer war gerade in einem Kick-off-Meeting zu diesem Thema. Bald kann Frau Tutsch also mit ihrem Smartphone einstellen, wenn sie Langlaufen geht. Bis sie sich theoretisch selbst ihre ideale Superprothese zusammenhacken kann, wird es aber wohl noch ziemlich lange dauern.

Auch zu diesem Thema:

 Mit sieben Jahren erste Code-Zeilen am Taschenrechner getippt
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Anonymer Nutzer 21. Feb 2019

Schließe mich an! Lob, wo er berechtigt ist! Gerne mehr solche Artikel! Danke! :D

Jürgen Troll 21. Feb 2019

Ist Legasy der Bruder von Andre Agassi?

countzero 21. Feb 2019

OT: Ich finde es etwas makaber, dass mir hier bei einem Artikel über Beinprothesen...

tonictrinker 20. Feb 2019

Was anderes fällt euch dazu jetzt nicht ein? Geistige Prothese gefällig?

oakmann 20. Feb 2019

Ich will ja euch ITlern nicht den Spaß verderben, aber wie wäre es mit einem Knopf der...


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