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Dreimal mit dem Fuß wippen und die Prothese ist im Langlauf-Modus

Auf Daniel Schatzmayrs Kernsoftware auf dem Mikrocontroller, die man betrachten kann wie eine Engine, wird dann von einem anderen Team ein spezialisiertes Regelset aufgespielt, das die Alltagssteuerung implementiert hat. "Das Embedded-Software-Team schreibt quasi das Betriebssystem und meine Kollegen setzen darauf so etwas wie die Applikationen. Sie realisieren damit die schlussendliche Steuerung. Darin ist der eigentliche Ablauf des Gehens festgeschrieben", sagt Schatzmayr.

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"Dann wird von einem Orthopädietechniker eingestellt, dass ich einen Langlauf- und einen Fahrrad-Modus habe, die ich auswählen kann", erklärt Prothesenträgerin Sabine Tutsch. "Ich muss wissen, welchen Knopf ich dafür drücken muss. Ich könnte das mit meiner Fernbedienung einstellen, aber für mich ist es natürlicher, wenn ich es mit dem Fuß mache. Dazu muss ich mit dem Zehenteil dreimal gleichmäßig wippen, dann surrt es kurz und ich weiß, es ist auf Langlauf-Modus umgestellt."

Daniel Schatzmayr arbeitet inzwischen schon an der nächsten Generation unterer Extremitäten, die mit dem Smartphone kommunizieren können. Dazu kann er seine Ideen einbringen, wie das Produkt am Ende aussehen soll. Von der Idee zur neuen Prothesengeneration ist das Zusammenspiel ähnlich wie im Gaming: Erst wird das Design festgelegt, dann werden die Anforderungen dafür aufgestellt. Dabei arbeiten die Teams eng zusammen; der Product Owner ist verantwortlich für das Gesamtprodukt, Programmierer definieren die Steuerung der Schritte und Entwickler arbeiten das Zusammenspiel der Einzelteile aus.

  • Sabine Tutsch mit einem neuen, wasserfesten Prothesenmodell mit dem Namen X3 (Foto: Sabine Tutsch)
Sabine Tutsch mit einem neuen, wasserfesten Prothesenmodell mit dem Namen X3 (Foto: Sabine Tutsch)

Jeden Morgen startet Daniel Schatzmayr mit einem Scrum-Standup, in dem er seine Tagesaufgaben festlegt und sich mit den Kollegen darüber austauscht, wie weit er am Vortag gekommen ist. Dann öffnet er die Programmierungsumgebung und arbeitet sein Paket ab. Dabei handelt es sich um Code, der vor allem das Auslesen von Sensordaten ermöglicht.

Im Gegensatz zu den gedankengesteuerten Armprothesen, die ebenfalls bei Ottobock hergestellt werden und mit Hilfe von Elektroden funktionieren, sind Schatzmayrs Beinprothesen sensorgesteuert. 3D-Lagesensoren messen Beschleunigungskräfte, Winkelsensoren messen den Knie- oder Knöchelwinkel und Kraftsensoren die Kräfte, die entstehen, wenn man etwa auftritt und den Fuß abrollt oder sich nach vorne beugt. Hydraulische Dämpfungseinheiten mit Motoren regulieren den Dämpfungsgrad, indem sich Ventile öffnen oder schließen. Verändert sich etwa das Schuhgewicht, werden auch diese Parameter in die Kontrolle einbezogen.

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Anonymer Nutzer 21. Feb 2019

Schließe mich an! Lob, wo er berechtigt ist! Gerne mehr solche Artikel! Danke! :D

Jürgen Troll 21. Feb 2019

Ist Legasy der Bruder von Andre Agassi?

countzero 21. Feb 2019

OT: Ich finde es etwas makaber, dass mir hier bei einem Artikel über Beinprothesen...

tonictrinker 20. Feb 2019

Was anderes fällt euch dazu jetzt nicht ein? Geistige Prothese gefällig?

oakmann 20. Feb 2019

Ich will ja euch ITlern nicht den Spaß verderben, aber wie wäre es mit einem Knopf der...


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