• IT-Karriere:
  • Services:

Für manche ist ein praxisbezogener Bachelor einfach besser

Felix Frankemöller hat Jahre nach Gösker ebenfalls an der TU Dortmund ein Studium der Elektrotechnik angefangen. Nach drei Semestern wechselte er an die FH Dortmund, um dort Informations- und Kommunikationstechnik zu studieren.

Stellenmarkt
  1. Lebensversicherung von 1871 a. G. München, München
  2. Cloudogu GmbH, Braunschweig

"Ich habe mein Abitur an einem Gymnasium gemacht und dort wird einem eingetrichtert, dass man anschließend an einer Universität studieren soll, denn die Fachhochschule sei etwas für Leute ohne richtiges Abitur wie der Fachhochschulreife zum Beispiel", sagt der 25-Jährige. Er hätte sich besser informieren sollen, weiß er heute, denn die Meinung seiner Gymnasiallehrer stimmte nicht.

"Die Uni hat mir keinen Spaß gemacht, weil tiefe Theorie vermittelt wurde. Das FH-Studium mit seinem starken Praxisbezug passt besser zu mir." Zurzeit schreibt Frankemöller an seiner Bachelorarbeit und hat seit einem guten Jahr parallel einen Vollzeitjob.

Frankemöller ist damit ein typisches Beispiel, denn FH-Absolventen verlassen überwiegend mit dem Bachelor-Abschluss die Hochschule, Uni-Studenten hängen meist und direkt einen Master an. "Geschätzt 90 Prozent der Bachelor-Absolventen an Unis entscheiden sich für die Aufnahme eines Masterstudiums direkt im Anschluss. An Fachhochschulen ist die Masterübergangsquote mit etwa 40 Prozent deutlich niedriger, wenngleich sie zuletzt leicht gestiegen ist", sagt Rolf Kellersohn, stellvertretender Pressesprecher der Hochschulrektorenkonferenz.

Warum ist das so?

Christian Koot, Studiendekan in mehreren Studiengängen an der Hochschule Aalen, darunter in Wirtschaftsinformatik, hat zwar keine harten Zahlen für seine Erklärung, aber naheliegende Vermutungen. Er nennt drei Gründe, weshalb FH-Absolventen eher arbeiten gehen als einen Masterabschluss zu machen.

Fachkräftemangel macht den Abschluss noch unwichtiger

"Erstens ist das Studium an Fachhochschulen praxisnaher als an Universitäten, die FH-Studenten deshalb nach dem Bachelor eher praxisfit als Uni-Studenten", sagt Koot. Zweitens zögen FHs Studierende an, die eine klare Vorstellung von einem schnellen Berufseinstieg haben. Und drittens bestehe eine starke Nachfrage nach IT-Fachkräften, weshalb Unternehmen Bachelor-Absolventen mit lukrativen und interessanten Jobs in die Arbeitswelt lockten - wenngleich es in der aktuellen Pandemiesituation auch eine gewisse Zurückhaltung bei den Arbeitgebern gebe.

Individuelle Gehalts- und Karriereberatung bei Shifoo

Beim Berufseinstieg sei der Abschluss ohnehin zweitrangig, sagt Koot weiter. Das haben auch Mike Gösker und Felix Frankemöller so erlebt.

Beide arbeiten bei Materna in Dortmund. Gösker ist Softwareentwickler und -architekt, Frankemöller Consultant im Geschäftsbereich IT-Service-Management. Der IT-Dienstleister Materna hat weltweit rund 2.300 Mitarbeiter, davon haben rund 80 Prozent einen akademischen Titel.

Das Unternehmen kennt sich mit unterschiedlichen Studienabschlüssen also gut aus. "Bei uns sind Informatiker mit Bachelorabschluss an einer FH genauso willkommen wie Uni-Absolventen mit Master", sagt Thomas Kilian, Teamleiter Recruiting bei Materna.

  • Mike Gösker hat einen Master-Abschluss, weiß aber nicht, ob er ihn für seine Karriere unbedingt gebraucht hätte. (Bild: Materna SE)
  • Thomas Kilian ist Teamleiter Recruiting bei Materna. Er sagt, dass es für den Berufseinstieg meist keinen Unterschied macht, welchen Abschluss Computerfachleute haben. (Bild: Materna SE)
Thomas Kilian ist Teamleiter Recruiting bei Materna. Er sagt, dass es für den Berufseinstieg meist keinen Unterschied macht, welchen Abschluss Computerfachleute haben. (Bild: Materna SE)

In den ersten drei bis vier Jahren macht es seinen Angaben zufolge in der beruflichen Karriere keinen Unterschied, welchen Abschluss ein Informatiker hat. "Später schon - und in den Karrierechancen danach liegt der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Gruppen."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 IT-Jobs: Lohnt sich ein Master in Informatik überhaupt?Der Bachelor ist eigentlich für den direkten Berufseinstieg gedacht 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Anzeige
Hardware-Angebote

PSmith 03. Mär 2021 / Themenstart

Da stimme ich Dir 100% zu. Im öffentlichen Dienst spielt Arbeitserfahrung und...

px 18. Feb 2021 / Themenstart

IT ist eben nicht gleich IT. Master-Studium und dann SysAdmin wäre wohl etwas...

hansblafoo 16. Feb 2021 / Themenstart

Wenn man es genau nimmt, ist auch ein Dr. kein Titel in Deutschland. ;-) Titel können...

katze_sonne 12. Feb 2021 / Themenstart

Jupp und das ist echt zum Kotzen :/

gaym0r 11. Feb 2021 / Themenstart

Was? Ich finde ja mit 50k schon ein durchschnittliches Haus. Oder sprichst du von...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Gaming auf dem Chromebook ausprobiert

Wir haben uns Spielestreaming und natives Gaming auf dem Chromebook angesehen.

Gaming auf dem Chromebook ausprobiert Video aufrufen
AOC Agon AG493UCX im Test: Breit und breit macht ultrabreit
AOC Agon AG493UCX im Test
Breit und breit macht ultrabreit

Der AOC Agon AG493UCX deckt die Fläche zweier 16:9-Monitore in einem Gerät ab. Dafür braucht es allerdings auch ähnlich viel Platz.
Ein Test von Mike Wobker

  1. Agon AG493UCX AOC verkauft 49-Zoll-Ultrawide-Monitor mit USB-C und 120 Hz

Summit Lite im Test: Auch Montblancs günstige Smartwatch ist zu teuer
Summit Lite im Test
Auch Montblancs "günstige" Smartwatch ist zu teuer

Montblancs Summit Lite ist eine Smartwatch für Fitnessbegeisterte, die nach echter Uhr aussieht. Den Preis halten wir trotz hervorragender Verarbeitung für zu hoch.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Soziales Netzwerk Bei Facebook entsteht eine Smartwatch im Geheimen
  2. Wearable Amazfit bringt kompakte Smartwatch für 100 Euro
  3. T-Touch Connect Solar Tissots Smartwatch ab 935 Euro in Deutschland verfügbar

Mobilfunk: Das Sicherheitsproblem heißt nicht 5G
Mobilfunk
Das Sicherheitsproblem heißt nicht 5G

Mit dem 5G-Standard ist der Sicherheitsforscher Karsten Nohl zufrieden. Die Sicherheitsprobleme im Mobilfunk haben eine andere Ursache.
Ein Interview von Moritz Tremmel

  1. Bundesnetzagentur Immer mehr nicht öffentliche Campusnetze in Deutschland
  2. 5G SA Telekom errichtet ersten 5G-Standalone-Standort
  3. Deutsche Messe Riesiges 5G-Campus-Netz für Hannover von Huawei entsteht

    •  /