Abo
  • IT-Karriere:

Wer mehr als 15 Interviews führt, macht etwas falsch

Nach zwei Wochen: Die ersten Interviews laufen. Für die COO-Position gibt es einen "extrem spannenden" Kandidaten aus Bangladesch, der gerne nach Deutschland kommen würde. "Da ist der Aufwand größer. Wenn er sich für uns entscheidet, unterstützen wir ihn natürlich bei der Organisation und helfen bei der Wohnungssuche oder Fragen zu Krankenkasse und Co.", sagt Wegener.

Stellenmarkt
  1. Mercer Timber Products GmbH, Saalburg-Ebersdorf
  2. Darlehenskasse der Studierendenwerke e.V., Köln

4. Woche: Der COO hat zugesagt, der Vertrag wird vorbereitet. Die Verhandlungen laufen, wann er die Stelle antreten kann. Weitere Bewerber werden gesichtet, gecheckt und - wenn es gut passt - eingeladen. Parallel dazu hält Wegener immer wieder Rücksprache mit den Abteilungen, in denen eingestellt werden soll. "Als Human Resources bestimmen wir den Prozess. Über die Einstellung bestimmt die zukünftige Abteilung", erklärt er. Die Kollegen werden geschult, wie sie Interviews mit Bewerbern gut führen können. Dass sie passende Fragen stellen, vor allem die Bewerber ausführlich sprechen lassen und keine Versprechen geben, die sie nicht halten können.

Für die Fachabteilungen ist es nicht immer einfach, den Bewerbungsprozess parallel zu ihrem Alltagsgeschäft abzuwickeln. "Niemand kann in zwei Wochen 20 Interviews führen, ohne dass seine Arbeit liegen bleibt", sagt Wegener. "Wir werben hier bei allen Mitarbeitern immer wieder für Verständnis dafür, was dieser Prozess bedeutet. Und müssen gleichzeitig streng sein, damit es kontinuierlich vorangeht." Auch ein gewisses Erwartungsmanagement sei wichtig: "Eine Besetzung in unter zwei Monaten ist immer mit Kompromissen verbunden", sagt Wegener. Denn klar ist auch: Wenn jemand eingestellt wird, der nicht gut zum Unternehmen passt, ist der Preis für beide Seiten hoch. "Wir brauchen einfach die richtigen Leute."

"Gute Bewerber warten nicht"

Nach 6 Wochen: Den richtigen Kandidaten sagt man zu, den anderen ab. "Solche Rückmeldungen muss man zeitnah geben. Denn wenn man sich zwei Wochen nicht meldet, sagt das auch etwas aus. Und gute Bewerber warten nicht." Bei Next Big Thing hat man die entsprechenden Strukturen geschaffen: Nach jedem Gespräch geben die beteiligten Mitarbeiter Feedback an die Personalabteilung, die Kontakt zu den Bewerbern hält.

9. Woche: Es läuft gut, vier von fünf Stellen sind besetzt, die zukünftigen Mitarbeiter fangen spätestens im Mai an. Sogar ein Blockchain Developer wurde gefunden - über eine Empfehlung. Ein Glücksfall, und dabei wollte der Bewerber erst gar nicht zum Interview kommen, weil er zufrieden war mit seiner aktuellen Position. "Da muss man manchmal richtig kämpfen. Solche Leute, die sich mit hoch speziellen und dazu aktuell noch sehr gefragten Themen auskennen, sind rar", erklärt Dennis Wegener. Selbst wenn Bewerbungen eingingen, habe mindestens die Hälfte der Kandidaten in der Regel nicht die erforderlichen Qualifikationen. Und technische Skills seien entscheidend, aber am Ende würden Charaktere eingestellt: "Startup-Persönlichkeiten", die Initiative ergreifen und Begeisterung mitbringen. Hier sei deshalb eine zielgerichtete Ansprache von möglichen Kandidaten umso wichtiger: "Wer zu so einer Techie-Stelle mehr als 10 oder 15 Interviews führt, macht etwas falsch."

Vier von fünf offene Stellen besetzt und das in wenigen Wochen - ein großer Erfolg. Der Prozess war für alle anstrengend - und noch ist er nicht beendet. "Mit guter Planung kann man natürlich sehr viel mehr Struktur in die Personalfindung bringen, aber das ist in einem Startup einfach schlecht möglich", sagt Wegener. "Wir haben eine langfristige Planung, doch sie wird immer wieder durchkreuzt. Aber das ist in Ordnung: Wir haben eigene Strukturen und da ist einfach immer viel Action dabei."

 IT-Jobs: Fünf neue Mitarbeiter in fünf Wochen?
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 469€
  2. 80,90€ + Versand

nicoledos 20. Jun 2018

Sprache entwickelt sich, deshalb gibt es auch kein richtig oder falsch. Das offizielle...

Sharra 19. Jun 2018

Womit wir schon wieder jenseits der flachen Hierarchie sind.... Denn alle anderen, für...

Stormking 19. Jun 2018

Fehlt nur noch das passiv-agressive Gehabe des CEO/Gründers: "Aber *ich* arbeite doch...

Sharra 19. Jun 2018

Natürlich hilft die nur dieser Gruppe. Man muss Prioritäten setzen, und das ist eben...

velo 19. Jun 2018

Wie in anderen Threads ja schon gut beschrieben, bietet ein Startup mehr negatives als...


Folgen Sie uns
       


Noctuas passiver CPU-Kühler (Computex 2019)

Noctua zeigt den ersten passiven CPU-Kühler, welcher sogar einen achtkernigen Core i9-9900K auf Temperatur halten kann.

Noctuas passiver CPU-Kühler (Computex 2019) Video aufrufen
Watch Dogs Legion angespielt: Eine Seniorin als Ein-Frau-Armee
Watch Dogs Legion angespielt
Eine Seniorin als Ein-Frau-Armee

E3 2019 Elitesoldaten brauchen wir nicht - in Watch Dogs Legion hacken und schießen wir auch als Pensionistin für den Widerstand. Beim Anspielen haben wir sehr über die ebenso klapprige wie kampflustige Oma Gwendoline gelacht.


    Elektromobilität: Wohin mit den vielen Akkus?
    Elektromobilität
    Wohin mit den vielen Akkus?

    Akkus sind die wichtigste Komponente von Elektroautos. Doch auch, wenn sie für die Autos nicht mehr geeignet sind, sind sie kein Fall für den Schredder. Hersteller wie Audi testen Möglichkeiten, sie weiterzuverwenden.
    Ein Bericht von Dirk Kunde

    1. Proterra Elektrobushersteller vermietet Akkus zur Absatzförderung
    2. Batterieherstellung Kampf um die Zelle
    3. US CPSC HP muss in den USA nochmals fast 80.000 Akkus zurückrufen

    Doom Eternal angespielt: Die nächste Ballerorgie von id macht uns fix und fertig
    Doom Eternal angespielt
    Die nächste Ballerorgie von id macht uns fix und fertig

    E3 2019 Extrem schnelle Action plus taktische Entscheidungen, dazu geniale Grafik und eine düstere Atmosphäre: Doom Eternal hat gegenüber dem erstklassigen Vorgänger zumindest beim Anspielen noch deutlich zugelegt.

    1. Sigil John Romero setzt Doom fort

      •  /