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Meine Erkenntnisse aus einem Jahr als Vollzeit-IT-Freelancer

Die Zahl der Freiberufler steigt weiter an. Vor allem in technischen Berufen und in der Softwareentwicklung werden immer mehr freie Mitarbeiter gesucht und vor allem dringend benötigt. Es ist meiner Meinung nach eine gute Zeit, um die Selbstständigkeit zu wählen.

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Aus meiner Sicht sollte dieser Schritt jedoch keinesfalls allein aufgrund von Unzufriedenheit im festen Beruf oder vorschnell getan werden. Es ist wichtig, genau zu überlegen und behutsam voranzugehen. Mit einem Einstieg über leicht zu erledigende Nebenjobs kann man sich eine kleine eigene Existenz aufbauen, die man später leichter in einen Vollzeitjob überführen kann. Die Gesetze, Steuern, Abgaben und der bürokratische Aufwand sollten nicht unterschätzt werden, sind aber mit ein bisschen Überwindung einfach zu verstehen. Wenn die ersten Aufträge gut laufen, würde ich ohnehin jedem IT-Freiberufler zu einem Steuerberater raten.

In meiner Zeit vor meiner Selbstständigkeit habe ich, wie anfangs beschrieben, viele Ratgeber gelesen und mir immer wieder die "Zehn besten" oder die "Zwanzig schlauesten" Tipps durchgelesen. Zwar sind die wichtigsten Dinge letztlich immer sehr individuell, trotzdem möchte auch ich gerne meine entscheidenden Erkenntnisse weitergeben.

Offen über Geld sprechen.
Arbeit muss bezahlt werden und soll sich möglichst für alle Parteien lohnen. Das ist okay, niemand nimmt eine solche Sichtweise übel. Nur für das gute Gefühl sollte man also nicht arbeiten, sondern seinen Wert und Preis kennen und offen kommunizieren. Weniger zu verdienen und dafür frei zu sein, ist ein guter Deal. Schlecht zu verdienen und dafür frei zu sein, ist ein schlechter Deal. Als ich bei einem Nebenjob als freier Mitarbeiter festgestellt habe, dass mein Stundenlohn aufgrund der Arbeit unter 10 Euro liegt, habe ich mich dazu entschieden, diese Tätigkeit aufzugeben. Ich habe mir eine monetäre Grenze gesetzt und diese auch eingehalten, auch auf die Gefahr hin, dass das arrogant wirkt.

Immer daran denken, was einem wirklich gefällt.
Es gab auch Aufträge, die ich abgelehnt habe, weil ich das Gefühl hatte, dass ich diese Arbeit nicht mit voller Überzeugung hätte durchführen können. Das klingt nach Luxus, ist aber für einen Freiberufler von entscheidender Bedeutung. Ich habe beispielsweise einen Job bei einem Versicherungsunternehmen nicht angenommen, weil dort meiner Meinung nach kein IT-Projektmanager, sondern ein günstigerer Content-Spezialist gesucht wurde. Ich hätte Datenbanken befüllen sollen, was mir in der Beschreibung der Tätigkeit überhaupt nicht zusagte. Es war nicht so, dass ich diese Aufgabe nicht gekonnt hätte. Aber mache ich etwas gerne, wirkt es für den Auftraggeber gleich angenehmer, mit mir zu arbeiten. Ein schlechtes Gefühl kann dazu führen, den Kunden zu verlieren, obwohl man die Arbeit sogar pflichtbewusst durchgeführt hat.

Unternehmerisch denken.
Mir hat es geholfen, eine eigene Schnellformel anzulegen, mit der ich meine Einnahmen direkt gegen meine Ausgaben gegenrechnen kann und dadurch sehe, was netto übrig bleibt. Dazu habe ich mir ein eigenes Excel-Dokument angelegt, in welchem ich meine Einnahmen und Ausgaben aufführe und sogar schon erfasse, welche Ausgaben ich später steuerlich geltend machen kann. Zum Beispiel wollte mir ein Auftraggeber zwar viel bezahlen, mich aber immer vor Ort haben. Durch Pendeln, Hotels, Benzin und Zugfahrten hätte sich dieser Auftrag nicht gelohnt - auch wenn er zunächst lukrativ klang. Es hilft also, wenn man den Verbrauch seines Autos, die Benzin- und Bahnpreise kennt und auch ungefähr weiß, was ein Hotel in der Stadt kostet.

Unabhängig bleiben.
Ich mache meinen Auftraggebern stets deutlich, dass ich ein freier Angestellter bin. Das bedeutet nicht, dass ich mich nicht mit dem Unternehmen identifizieren will, sondern dass ich immer mein eigener Chef bin. Mir persönlich ist das zwar noch nicht passiert, aber ich weiß, dass manche Unternehmen Sorge davor haben, mit IT-Freelancern zusammenzuarbeiten, da sie rechtliche Konsequenzen fürchten. Ich wurde auch schon gefragt, ob ich bei dem Unternehmen, für das ich tätig war, nicht als festangestellter Mitarbeiter arbeiten wolle - sozusagen mit einem Zeitvertrag. Das Angebot sagte mir aber nicht zu. Es war schwierig, dem Kunden eine Absage zu erteilen. Dabei ging es mir nicht um gut oder schlecht, sondern um frei und fest. Es wird Situationen geben, in denen man betonen muss, dass man unabhängig arbeitet und das auch gerne weiterhin so machen möchte.

Mit der Grundeinstellung, dass es immer noch mehr zu lernen gibt, und mit dem Mut, auch unbequeme Wege zu gehen, kann man als Freiberufler durchaus Erfolg haben. Aber auch das Gegenteil ist eine Entscheidung und daher gut und wünschenswert. Ich würde die Freiberuflichkeit nicht als das Heilmittel aller Probleme bezeichnen. Wenn man gerne als Festangestellter arbeitet und seinen Beruf gut und erfüllend findet, sollte man das nicht aufgrund von Trends oder Zwang ändern.

 Schritt zwei und die ersten Hürden
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muhviehstarrr 06. Aug 2019

danke für deinen Beitrag! Leider gibt es wenig Leute (in Deutschland), die derart offen...

sahirschah 27. Jan 2019

hallo, so nachtrag zu diesem projekt ... nach nur 9 tagen wurde das projekt mit...

sg-1 23. Jan 2019

Das Problem ist doch, dass jemand ohne Programmierkenntnisse sich gar nicht vorstellen...

DreiChinesenMit... 22. Jan 2019

Bin mir ziemlich sicher, dass es das mal gab auf dieser Seite. Ich weiß noch von einem...

freebyte 21. Jan 2019

Naja, gescheit quoten kannst Du nicht und das fällt unter "social skills". Für mich ist...


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