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Ein Gesetz soll die Gehaltsunterschiede verringern

Das gilt auch für das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Dort leitet Frank Genßheimer die Gruppe IT-Management und Standards. Die gesamte IT-Abteilung beschäftigt rund 200 IT-Experten und hat aktuell nur fünf offene Stellen. Diese Größenordnung schwankt aber stark, zeitweise werden 20 bis 30 neue Mitarbeiter gesucht, etwa wenn große Projekte anstehen, wie der Zensus 2021, die nächste Volkszählung.

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"Vor zwei, drei Jahren bekamen wir auf eine Stellenausschreibung noch 30 bis 40 Bewerbungen, heute eine Handvoll. Wir konnten die vakanten Stellen bis jetzt aber trotzdem immer gut besetzen", sagt Genßheimer. Dass die Zahl der Bewerber zuletzt gesunken ist, ist ein allgemeiner Trend in der IT-Branche. Genßheimers Aussage spricht also dafür, dass Ämter zumindest für manche IT-Profis durchaus eine Option sind, weil geringere Gehälter durch andere Leistungen kompensiert werden.

Pluspunkt: sicherer Job

Für Franziska Reiche ist das so. Die 30-Jährige hat in Berlin Wirtschaftsinformatik studiert und mit einem Master abgeschlossen. Anschließend arbeitete sie als Consultant in einem Unternehmen, das Software für die Abonnementverwaltung im öffentlichen Nahverkehr entwickelt und vertreibt.

Reiche hat Analysen und Schulungen durchgeführt. "Ich war viel auf Reisen und ein Aufstieg in der Firma war nicht möglich, deshalb wollte ich mich beruflich verändern." Seit April 2017 ist Reiche Beamtin im höheren Dienst bei der Bundespolizei in der Zentrale in Potsdam. Früher hieß die Behörde Bundesgrenzschutz.

In der IT der Bundespolizei arbeiten 550 Beschäftigte, verteilt auf das Bundespräsidium in Potsdam und mehrere Außenstellen in der Bundesrepublik. Reiche ist im Bundespräsidium für die Koordination und Steuerung von IT-Projekten verantwortlich. "Ich plane unser IT-Personal entsprechend ihrer Qualifikationen ein und leite selbst ein IT-Projekt." Das soll die Kommunikation der Bundespolizei intern verbessern und die Anzahl an Dienstreisen der rund 46.000 Mitarbeiter reduzieren.

Ein geringeres Gehalt war für Reiche ein untergeordneter Punkt bei ihrer Entscheidung für eine Behörde als Arbeitgeber. Wichtiger war: "Zurzeit läuft es in der Wirtschaft super gut, aber ein lebenslang garantierter Arbeitsplatz als Beamtin ist für mich ein dauerhaft kostbares Gut." Außerdem werde ein heute kleineres Gehalt später von einer guten Pension kompensiert.

"Nicht bürokratischer als große Unternehmen"

Überzogene Bürokratie in der Behörde ist für sie ein Vorurteil. "Selbstverständlich haben wir feste Prozesse, an denen man nicht vorbeikommt. Aber das ist in privatwirtschaftlichen Unternehmen vergleichbarer Größe nicht anders. Innerhalb der Fachthematik sind wir frei und haben Gestaltungsspielraum." Dieser Freiraum ist auch notwendig für den Einsatz moderner Technologien wie automatisierter Grenzkontrollen. Nur mit moderner IT kann die Bundespolizei ihre Aufgaben erfüllen.

Die Bundespolizei hat zurzeit im "hohen zweistelligen Bereich" offene Stellen. Wie viele genau, will Michael Linn, zuständig für das IT-Personal, nicht sagen und ergänzt: "Wir haben dieselben Probleme, Personal für die IT zu finden, wie alle anderen Unternehmen auch, und zudem beim Gehalt gegenüber dem privaten Wettbewerb erhebliche Nachteile."

Deshalb wurde das Fachkräftegewinnungsgesetz geschaffen, das im öffentlichen Dienst Prämien und Zulagen erlaubt. Bei Beamten können die Dienstherren 20 Prozent auf das Grundgehalt aufschlagen, bei Angestellten gibt es eine IT-Zulage bis zu 1.000 Euro monatlich. Das Gesetz tritt mit dem neuen Jahr in Kraft.

An der Eingruppierung ändert sich nichts: Absolventen mit Bachelor-Abschluss, die im Beamtenverhältnis anfangen, steigen im gehobenen Dienst in der Besoldungsgruppe A 10 ein. Das Grundgehalt beträgt dann 3.069 Euro. Master-Absolventen fangen im höheren Dienst an, der beginnt bei A 13 und 4.400 Euro.

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Marek_ 05. Okt 2019

Zum Norden und Westen Niedersachsens kann ich nicht sagen, aber zur "Metropol"-Region H...

esky 24. Sep 2019

SAP direkt zahlt im Vergleich zu anderen Unternehmen nicht sonderlich gut. Trotzdem habe...

Mopsmelder500 20. Sep 2019

auf deren Webseite - und ein paar Anzeigefehler. Und " Wir suchen tausend...

Belgarion2001 20. Sep 2019

Die sind noch nicht alle von MS-DOS 6.22 umgeschult ;)

StMe 19. Sep 2019

dem kann ich nur beipflichten. habe mich vor 2 Jahren interessehalber beim Landratsamt...


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