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Hierarchien überwinden

Auch Bernd Firuz Kramer erkennt bei einigen Mitarbeitern Widerstände gegen Modernisierungen. "Bei kollaborativen Ansätzen über verschiedene Hierarchien hinweg herrscht in vielen Ämtern noch Unsicherheit. Dafür braucht es Mut", sagt der Senior Manager bei der Unternehmensberatung Accenture. Er setzt bei Beratungen in der Verwaltung daher auf Workshops zu IT-Projekten, an denen nicht nur IT-Kräfte teilnehmen, sondern auch Angestellte verschiedener Abteilungen und unterschiedlicher Hierarchie-Ebenen.

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So sollen der Blick und das Verständnis für die jeweils andere Position geschärft werden. Hierarchiefreies Denken ist ausdrücklich erwünscht. Daher duzen sich alle Teilnehmer für die Zeit der Veranstaltung, gleich ob Chef oder Sachbearbeiter. Und jeder Mitarbeiter erhält die gleiche Redezeit.

Das Resultat: "Lösungsansätze fallen weitsichtiger aus, als wenn nur eine Fachabteilung oder die Leitungsebene sie entwickelt hätte", sagt der Experte. Wichtig sei, die Teilnehmer bereits in der Frühphase eines Projekts so zusammenzubringen. "Nur dann entsteht das nötige Verständnis für die Denkweise der Kollegen anderer Abteilungen", sagt Kramer.

Tatsächlich haben Mitarbeiter außerhalb von IT-Abteilungen selbst oft das Gefühl, bei Projekten nicht mitgenommen zu werden. Diesen Schluss legt eine Befragung der Stadt Köln innerhalb ihrer Belegschaft nahe. Dort findet gerade eine umfassende Verwaltungsreform statt. Mehr als die Hälfte der dort Beschäftigten ist der Meinung, dass die Einbindung aller Mitarbeiter in den Reformprozess in ihrem Amt bisher viel zu gering sei.

Wenige, aber engagierte IT-Kräfte

Doch mangelnde Bereitschaft zur oder Überforderung bei der Modernisierung ist freilich nur eine Baustelle der Ämter auf ihrem Weg zu mehr digitalen Prozessen. Sie haben auch große Probleme bei der Rekrutierung geeigneter IT-Experten. Der Fachkräftemangel der Branche ist eklatant - laut Branchenverband Bitkom gab es Ende des vergangenen Jahres 124.000 offene Arbeitsplätze für IT-Spezialisten. Behörden zahlen IT-Leuten in der Regel weniger Gehalt als Unternehmen. Kommen daher nur die weniger Qualifizierten in den öffentlichen Dienst?

Nicht zwangsläufig, findet Bernd Firuz Kramer. "Hier gibt es viele brillante Köpfe, die sich sehr für ihre Arbeit begeistern", sagt er. Das Problem ist eher: Es sind zu wenige. Denn laut einer Umfrage der Technischen Universität (TU) München unter Informatikstudierenden interessiert sich nur jeder zehnte von ihnen für einen Arbeitgeber im öffentlichen Sektor. Doch wen es dorthin zieht, der ist meist sehr engagiert. "Viele IT-Fachkräfte in der öffentlichen Verwaltung sind von der Mission getrieben, ihre Arbeit in den Dienst der Bürger zu stellen", sagt Experte Kramer.

Tatsächlich belegt die Münchener Studie, dass nicht etwa die Aussicht auf ein hohes Gehalt über die Wahl des Arbeitgebers entscheidet. Vielmehr ist eine reizvolle Aufgabe das beste Lockmittel für Arbeitgeber. Denn dies wünscht sich mehr als die Hälfte der Befragten. Erst auf Platz zwei folgt mit 36 Prozent das Geld.

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 IT in Behörden: Modernisierung unerwünscht
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brutos 15. Aug 2020

@ jaja der Bitcom...wie immer realtitätsfremd ;) Der nächste Automat ist gar nicht so...

C00k1e 07. Aug 2020

Ja, aber das gilt es doch zu finden! Der demographische Wandel sorgt sowieso dafür, dass...

C00k1e 07. Aug 2020

Haha .. wie geil! :D Schlimmer geht's echt nicht! xD Zur Schwimmbadseite: Viel zu viel...

GodsBoss 07. Aug 2020

Es müsste aber nachgewiesen werden, dass das Gegenüber die Kopie gemacht hat und nicht...

quadronom 06. Aug 2020

Gut, dass ja nichts neues. Dafür muss man nicht weit gucken, um die Firmen zu finden...


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