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IT-Gipfel 2014: Gabriel fordert mehr IT-Begeisterung vom Mittelstand

Die Bundesregierung erhofft sich von der digitalen Vernetzung der Industrie große Chancen für die deutsche Wirtschaft. Dazu sollen Startups und die Kompetenzen des Mittelstands stärker gefördert werden.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Wirtschaftsminister Gabriel auf dem IT-Gipfel in Hamburg
Wirtschaftsminister Gabriel auf dem IT-Gipfel in Hamburg (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Die Bundesregierung sieht die deutsche IT-Wirtschaft als wichtigen Treiber für die digitale Vernetzung der Industrie. Das Ziel des nationalen IT-Gipfels bestehe inzwischen nicht mehr darin, den Ausbau der IT-Branche zu fördern, sondern darin, die gesamtwirtschaftlichen Folgen der Digitalisierung in den Blick zu nehmen, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am Dienstag zur Eröffnung des achten IT-Gipfels in Hamburg. Die Möglichkeiten einer vernetzten Produktion und damit verbundener Produktdienste unter dem Schlagwort Industrie 4.0 seien dabei eine "Riesenchance für unser Land", sagte Gabriel. Es sei aber "besorgniserregend", dass 70 Prozent der mittelständischen Unternehmen in einer Umfrage dies nicht als wichtiges Thema bezeichneten.

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Für den Chef der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, steht dabei die Zukunft der deutschen Industrie auf dem Spiel. "Die erste Halbzeit der Industrialisierung haben wir in Europa eindeutig verloren", sagte Höttges. Um das "Ökosystem Digitalisierung zu befeuern", fehlten momentan die Zutaten wie große Softwarefirmen, Chipproduzenten und Endgerätehersteller. In der zweiten Halbzeit der Digitalisierung gehe es aber um die "Kernwertschöpfung" der Industrie für Deutschland und Europa. Dabei gehe es um "riesige Produktivitätsvorteile, die sich das Internet holt". Höttges verwies beispielsweise auf die bessere Ausnutzung von Fahrzeugen durch Car-Sharing. Der Telekom-Chef forderte dazu Standards für die Interoperabilität von Produkten.

Smart Services für intelligente Produkte

Gabriel kündigte in Hamburg an, die Entwicklung von internetbasierten Dienstleistungen in Deutschland künftig finanziell zu fördern. Das Projekt "Smart Service Welt" werde mit 50 Millionen Euro unterstützt. Bei "Smart Services" handelt es sich nach Darstellung von Frank Riemensperger von Accenture nicht um das "intelligente Produkt", sondern um softwaredefinierte Plattformen, um Anwendungen und Dienste aus dem Gebrauch der Produkte zu generieren. Bislang gebe es rund 60 solcher Anwendungen weltweit, von denen etwa ein Drittel in Europa und zwei Drittel in den USA angesiedelt seien. Derzeit versuchten die einzelnen Anbieter, möglichst viele Produkte auf ihre Plattformen zu ziehen. So gehe es bei Medizingeräten nicht darum, das beste Bild zu machen, sondern aus dem Vergleich mit den 100 Millionen Bildern aus einer Datenbank die beste Diagnose zu stellen.

Auch in der Automobilindustrie spielt das Thema Digitalisierung inzwischen eine große Rolle. "Hier geht die Post ab, nicht beim Maschinenbau", sagte Elmar Frickenstein von BMW mit Blick auf den gleichzeitig stattfindenden Maschinenbau-Gipfel in Berlin. Durch automatisiertes Fahren und die Vernetzung stehe die Autoindustrie vor ihrem größten Paradigmenwechsel, sagte Frickenstein. Sie sei dabei auf Datenschutz ebenso angewiesen wie auf die Förderung von Start-ups.

Börse 2.0 für Startups geplant

Auf letztgenanntem Gebiet will die Bundesregierung aktiv werden. Bis zum Jahr 2017 werde sie fast eine halbe Milliarde Euro an Fördermitteln für die Digitalwirtschaft bereitstellen, sagte Gabriel. Von dem Geld sollen auch fünf Kompetenzzentren für den Mittelstand finanziert werden, die Wissen über die Chancen und Herausforderungen der "Industrie 4.0" vermitteln sollen. Um die Finanzierung von Startups in Deutschland zu erleichtern, solle in Kooperation mit der Deutschen Börse eine "Börse 2.0" eingerichtet werden. Dabei müssten allerdings die Lehren aus dem Zusammenbruch des Neuen Marktes berücksichtigt werden. Einen konkreten Zeitplan für die Einrichtung eines neuen Finanzmarktplatzes für Start-ups konnte der Wirtschaftsminister allerdings nicht nennen. Verglichen mit den jährlichen 50 Milliarden US-Dollar Risikokapital im kalifornischen Silicon Valley würden in Deutschland die Finanzierungsmittel für dieses Segment nur in "homöopathischen Dosen" zur Verfügung gestellt. Zudem will Gabriel die steuerlichen Rahmenbedingungen für Risikokapitalgeber erleichtern. So könne es nicht sein, dass Kapitalgeber bei ihrem Einstieg zunächst die sogenannten Verlustvorträge übernehmen müssten.

Mit Blick auf den Ausbau schneller Internetverbindungen bekräftigten Regierung und Industrie ihre bekannten Positionen. Nach Ansicht Höttges' muss die Regierung die Bedingungen schaffen, dass sich der Breitbandausbau selbst finanziert. Dazu sei die Einrichtung von Qualitätsklassen notwendig, wie sie auch von der Netzallianz jüngst gefordert wurde. Gabriel sprach sich für "möglichst flexible Regelungen für Spezialdienste" aus. Eine sogenannte Ex-ante-Regelung könnte dabei vorsehen, dass die Firmen ihre Spezialdienste zunächst beantragen und genehmigen lassen müssten.

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FreiGeistler 29. Okt 2014

DMZ, Virtualisierung, Browser mit Sandbox? Gut, ja, der durchschnittliche Mittelständler...

plutoniumsulfat 22. Okt 2014

Und noch Wurst in Pelle....

plutoniumsulfat 22. Okt 2014

Man kann es eigentlich nur besser machen. Warum nicht mal jemand völlig anderes wählen?

Anonymer Nutzer 22. Okt 2014

dies auch; oder lassen sie Gabriel fordern ?!

Moe479 21. Okt 2014

viel haben kommt von wenig geben.


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