IT-Gipfel 2014: De Maizière nennt De-Mail "nicht ganz zufriedenstellend"

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat auf dem Nationalen IT-Gipfel angekündigt(öffnet im neuen Fenster) , die Verbreitung der De-Mail voranzutreiben. "Die Bundesregierung wird ihren Beitrag zum Auftrag der Digitalen Agenda zur flächendeckenden Einführung von De-Mail leisten. Bis Ende 2015 werden weit über 200 Behörden und Einrichtungen des Bundes über De-Mail kommunizieren können" , sagte de Maizière.
Das Bundesland Sachsen werde Landesbehörden und Kommunen ab August 2016 über De-Mail erreichbar machen. De Maizière räumte zugleich ein, dass der Gebrauch der De-Mail "noch nicht ganz zufriedenstellt" . So fehle es bislang an Anwendungen. Der Minister berichtete, dass er nach dem Versenden einer E-Mail an seine Schwester vom Programm gefragt worden sei, ob er die Mail noch als De-Mail verschicken wolle. Das habe er natürlich abgelehnt.
Der Chef der beiden Webmail-Dienste Web.de und GMX, Jan Oetjen, hatte im Juli 2014 eine zu langsame Einführung der De-Mail kritisiert . Die De-Mail stehe in Deutschland immer noch am Anfang. Die deutschen Anbieter wie Web.de, GMX (United Internet) und die Deutsche Telekom hätten inzwischen mehr als eine Million Menschen für die De-Mail registriert. Der Staat müsse sich als "Großversender zu seinem eigenen System bekennen und es konsequent einführen" .
Fehlende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Die Telekom erklärte, die in der Digitalen Agenda der Bundesregierung beschlossene Arbeitsgemeinschaft De-Mail werde künftig Behörden, Firmen und Privatpersonen über De-Mail informieren. Der AG gehören United Internet, das Bundesinnenministerium, die Telekom und Francotyp-Postalia mit ihrer Tochtergesellschaft Mentana-Claimsoft an.
Der Informatikprofessor und Eco-Vorstandsvorsitzende Michael Rotert kritisierte im Sommer 2014: "Firmen, die mit staatlichen Stellen umgehen, haben sicher Vorteile. Aber bei Privatnutzern wird sich die De-Mail wegen der fehlenden Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht durchsetzen" .
De-Mails werden standardmäßig nicht End-to-End verschlüsselt. Das Bundesinnenministerium nannte die De-Mail in der Vergangenheit "so nutzerfreundlich wie möglich und so sicher wie nötig" .
Die IT-Beauftragte der Bundesregierung, Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe kündigte eine neue Ausweis-App für den 1. November 2014 an: "Der Online-Ausweis muss einfach und schnell sein, damit er im Alltag genutzt wird. Die neue Ausweis-App ist unabhängig vom eingesetzten Webbrowser." Zunächst wird die neue Ausweis-App für die Betriebssysteme Windows 7 und 8 sowie OS X 10.9 zur Verfügung gestellt. 2015 folgen Versionen für die mobile Anwendung mit iOS- und Android-Betriebssystemen.