IT-Freelancer: Der kürzeste Pfad zum nächsten Projekt

Die Nachfrage nach IT-Freelancern ist groß - die Konkurrenz aber auch. Der nächste Auftrag kommt meist aus dem eigenen Netzwerk oder von Vermittlern. Doch wie findet man den passenden Mix?

Ein Bericht von Manuel Heckel veröffentlicht am
Wenn die Interessenten Schlange stehen ...
Wenn die Interessenten Schlange stehen ... (Bild: Pixabay)

Beim ersten Auftrag ging es direkt um die große Aktienwelt. Der Börsenverein an der Universität Bayreuth, an der Christian Eichmüller damals studierte, suchte einen Programmierer. Ein Austausch unter Bekannten führte zum Job: Eichmüller setzte für den studentischen Club ein digitales Börsenspiel um.

"So kommt ein Projekt ganz oft zustande", sagt Eichmüller. Doch seit er sich vor fünf Jahren als Entwickler für Android und iOS selbstständig machte, mussten weitere Wege her, um die Projekt-Pipeline zu füllen. Es läuft nicht immer nur über Beziehungen.

Tatsächlich ist die Akquise neuer Aufträge für Freiberufler die mit Abstand größte Herausforderung, wie eine aktuelle Umfrage mit fast 1.900 Teilnehmern des Portals Freelancermap zeigt. Mehr als zwei Drittel der Befragten sagten, dass der schwierigste Part der Selbstständigkeit sei, an Aufträge zu kommen.

Die eigentliche Arbeit macht den meisten Freelancern viel Freude, die Bezahlung ist mit einem durchschnittlichen Stundensatz von knapp 94 Euro auskömmlich.

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Doch als Einzelkämpfer müssen sich die IT-Freelancer regelmäßig darum kümmern, dass sie gebucht werden. Die Konkurrenz ist groß - und gerade in Krisenzeiten trennen sich Unternehmen schnell von externen Helfern, um die Kosten zu drücken.

Neben den fachlichen Kenntnissen muss so jeder Selbstständige eine erfolgreiche Vertriebsstrategie finden. In der Regel ist es ein Mix aus Kontakten und der Zusammenarbeit mit diversen Vermittlern.

Direkte Kontakte sind wichtig, aber nicht alles

"Das persönliche Netzwerk ist für mich der wichtigste Akquisekanal", sagt Christian Eichmüller. Die Vorteile liegen auf der Hand: In der Regel wissen Bekannte und Kollegen genau, ob es inhaltlich und menschlich passen könnte. Die Verhandlungen sind demnach oft schnell erledigt, die Kommunikationswege kurz.

Bevor wegen Corona viele Veranstaltungen abgesagt wurden, war der 27-Jährige daher häufig unterwegs. "Wenn man auf Programmier- oder Startup-Events mit Leuten quatscht, kommen sie über kurz oder lang auf dich zu", sagt er.

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Ein weiterer Vorteil des direkten Kontakts: Der Auftrag kommt unmittelbar zustande, das Honorar geht ohne Umwege und ohne Abzug an den Freelancer.

Doch die Regel sind solche Aufträge nicht. Denn auch, wenn das Netzwerk groß ist: Nicht immer suchen Kontakte genau dann einen freiberuflichen Programmierer mit passenden Kenntnissen, wenn gerade auch Kapazitäten frei sind. Wer als Selbstständiger viel verdienen will, versucht zudem, Leerlaufphasen zwischen zwei Projekten zu verhindern.

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Große Unternehmen fragen selten einzelne Freelancer an 
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