IT-Dienstleister: Streit bei Materna

Beim IT- und Kommunikationsdienstleister Materna gibt es interne Kommunikationsprobleme - Geschäftsführung und Mitarbeiter stritten monatelang um einen Betriebsrat und Prämienzahlungen. Viele von ihnen sollen bereits gekündigt haben.

Artikel von veröffentlicht am
Die Zentrale von Materna
Die Zentrale von Materna (Bild: Mat Do 2013/CC-BY-SA 3.0)

Der IT-Dienstleister Materna berät als Kommunikations- und IT-Dienstleister Bundesministerien und Firmen. Doch offenbar gibt es im eigenen Unternehmen massive Kommunikationsprobleme und Auseinandersetzungen zwischen Geschäftsführung und Arbeitnehmern. Golem.de hat von einem mehrere Monate dauernden internen Streit erfahren, bei dem es unter anderem um die Gründung eines Betriebsrates und Prämienzahlungen für Mitarbeiter ging. Von denen sollen viele das Unternehmen verlassen wollen.

Mitarbeiter und eine weitere Quelle werfen der Geschäftsleitung des Unternehmens vor, dass sie die Gründung eines Betriebsrates am Standort Dortmund habe verhindern wollen. Außerdem hätten Mitarbeiter durch ein neues Prämienmodell finanziell benachteiligt werden sollen, weil das Unternehmen seinen Gewinn habe erhöhen wollen.

Unsere Informationen stammen von einer Quelle, die nach eigenen Angaben noch bei Materna arbeitet und über Führungserfahrung verfügt. Wir konnten außerdem mit einer weiteren Person sprechen, die die Vorwürfe bestätigt hat. Die Auseinandersetzung lässt sich auch durch mehrere Gerichtsentscheidungen belegen, bei denen es um die Modalitäten für die Wahl eines Betriebsrates geht.

Ein aus den Nähten geplatzter Mittelständler

Ein Mitarbeiter beklagt im Gespräch mit Golem.de, dass bei Materna keine Strukturen für eine zeitgemäße Beteiligung der Mitarbeiter an Entscheidungen existierten. Dies belaste das Arbeitsklima. Außerdem werde seit Jahren immer wieder über einen Betriebsrat diskutiert, dieses Jahr habe die Geschäftsleitung die Gründung eines solchen Betriebsrates verhindern wollen. Aufgrund eines neu aufgelegten Sparprogrammes befürchten Mitarbeiter außerdem, dass ihre variablen Gehaltsanteile sinken werden.

Stellenmarkt
  1. Systementwickler Schwerpunkt Cyber Security (m/w/d)
    Schaeffler Automotive Buehl GmbH & Co. KG, Bühl
  2. Consultant IT-Security (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, Hannover, Wolfsburg
Detailsuche

Materna ist ein IT-und Kommunikations-Dienstleister, der für zahlreiche Ministerien arbeitet, unter anderem für das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, aber auch für Unternehmen wie DHL und den Landmaschinenhersteller Claas. Der Umsatz im Jahr 2015 betrug 210 Millionen Euro, das Unternehmen hat derzeit etwa 1.700 Mitarbeiter.

Das Unternehmen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, doch die internen Strukturen sind offenbar nicht entsprechend umgestaltet worden. Dies führte wohl zu einer Entfremdung zwischen der Belegschaft und der Management-Ebene im Unternehmen. Immer wieder ist, auch auf Jobbewertungsportalen wie Kununu, von einem "Wasserkopf" im Management und in der Verwaltung die Rede. Materna selbst sieht offenbar ebenfalls Handlungsbedarf. Gereon Wolff, Senior Vice President Marketing & Communications bei Materna, bezeichnet das Unternehmen im Gespräch mit Golem.de als einen "aufgrund des Wachstums der letzten Jahre aus den Nähten geplatzten Mittelständler."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Gewinn soll um 140 Prozent gesteigert werden 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


tröt42 28. Jan 2019

Natürlich werden wir ITler regelmäßig von Headhuntern angeschrieben. Aber wie hier schon...

sfreund 21. Okt 2016

Sehr geehrter Herr fordprefect42, aus welcher meiner Äußerungen glauben Sie...

grorg 19. Okt 2016

und was ich von ihm in den letzten Monaten gehört habe ist ziemlich 1:1 dieser Artikel...

theWhip 17. Okt 2016

Von innen sieht jedes Hamsterrad wie eine Leiter aus...

gadthrawn 17. Okt 2016

Meist wissen die Miarbeiter, warum sie genau diesen Betriebsrat gewählt haben. Und zwar...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Kursabsturz
Teamviewer-Chef spricht über schwere hausgemachte Fehler

Die vielen neuen Mitarbeiter seien nicht richtig eingearbeitet worden. Und die Ziele von Teamviewer seien zu hochgesteckt gewesen, sagt Oliver Steil.

Kursabsturz: Teamviewer-Chef spricht über schwere hausgemachte Fehler
Artikel
  1. Amazon-Go-Konkurrenz: Rewe eröffnet ersten kassenlosen Supermarkt
    Amazon-Go-Konkurrenz
    Rewe eröffnet ersten kassenlosen Supermarkt

    Kameras und Sensoren überwachen Kunden in Rewes kassenlosem Supermarkt. Bezahlt wird mit dem Smartphone.

  2. NDR und Media Broadcast: Fernsehen über 5G wird breit ausgestrahlt
    NDR und Media Broadcast
    Fernsehen über 5G wird breit ausgestrahlt

    Fernsehen kann auch über 5G laufen. Auf 578 MHz kann das jetzt ausprobiert werden. NDR und Media Broadcast machen es möglich.

  3. Smartphone-Tarife: Tchibo bietet Jahres-Tarif mit 72 GByte
    Smartphone-Tarife
    Tchibo bietet Jahres-Tarif mit 72 GByte

    In diesem Jahr stehen drei unterschiedliche Jahres-Tarife für Tchibo-Kunden zur Wahl.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Speicherprodukte von Sandisk & WD zu Bestpreisen (u. a. Sandisk SSD Plus 2TB 140,99€) • Sapphire Pulse RX 6600 497,88€ • Epos H3 Hybrid Gaming-Headset 144€ • Apple MacBook Pro 2021 erhältlich ab 2.249€ • EA-Spiele für alle Plattformen günstiger • Samsung 55" QLED 699€ [Werbung]
    •  /