IT-Dienstleister: Protest gegen Schließung von Atos Frankfurt
Am Montag, den 17. März 2014 werden die Beschäftigten des IT-Dienstleisters Atos in der Frankfurter Hahnstraße nach einer Betriebsversammlung gegen die Pläne der Geschäftsführung protestieren, den gesamten Betrieb mit rund 300 Beschäftigten bis Ende September 2014 zu schließen. Das gab die IG Metall am 13. März 2014 bekannt. Am 12. März habe die Geschäftsführung überraschend in einer kurzfristig angesetzten Mitarbeiterversammlung den Schließungsbeschluss mitgeteilt.
Atos war von Golem.de am frühen Freitagabend nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.
Die Geschäftsführung sprach in einer E-Mail von "lokalen Überkapazitäten" sowie "auslaufenden Kundenverträgen" und erklärte, dass die im Betrieb "gebündelten Qualifikationen" nicht mehr wettbewerbsfähig eingesetzt werden könnten. Martin Weiss, IG Metall Frankfurt sagte dazu: "Offensichtlich will Atos den ganzen Betrieb schließen, weil dann die Risiken von gerichtlichen Kündigungsschutzverfahren im Verhältnis zu einem über das Bundesgebiet verteilten Personalabbau deutlich gemindert werden können."
Im Falle einer Betriebsschließung entfällt nämlich die gesetzlich erforderliche Sozialauswahl bei betriebsbedingten Kündigungen. Eine Betriebsschließung sei absurd, so der Betriebsratsvorsitzende Oliver Pfaff. "Es gibt genügend wichtige Kundenverpflichtungen, die gar nicht mehr erfüllt werden könnten, wenn tatsächlich alle Beschäftigten aus dem Unternehmen ausscheiden würden." Der Betriebsrat wolle alles tun, um die Betriebsschließung zu verhindern. Seit dem Abschluss eines Tarifvertrags für Atos im vergangenen Jahr sei der gewerkschaftliche Organisationsgrad im Betrieb sehr hoch.