IT-Chefs aus Indien: Mehr als nur ein Klischee

In den Vorstandsetagen großer Tech-Unternehmen sind Inder allgegenwärtig. Der Stereotyp des IT-Experten aus Südasien prägt die US-Popkultur. Doch hinter dem Erfolg indischstämmiger Digitalunternehmer steckt viel mehr.

Ein Bericht von Jörg Wimalasena veröffentlicht am
Prashanth Chandrasekar ist CEO von Stack Overflow. Er stammt aus Bangalore.
Prashanth Chandrasekar ist CEO von Stack Overflow. Er stammt aus Bangalore. (Bild: Stack Overflow)

Prashanth Chandrasekars Werdegang lässt nichts zu wünschen übrig. Die meisten Menschen wären vermutlich zufrieden, wenn sie nur von einer der prestigeträchtigen Ivy-League-Universitäten im Nordosten der USA aufgenommen würden, Chandrasekar hat sogar zwei besucht.

Inhalt:
  1. IT-Chefs aus Indien: Mehr als nur ein Klischee
  2. 250.000 Bewerber um 1.000 Studienplätze

Nach seinem Abschluss in Ingenieursmanagement an der Cornell University erwarb er noch einen Wirtschaftsabschluss in Harvard. Sieben Jahre arbeitete er danach beim Cloud-Anbieter Rackspace - seit Oktober 2019 ist er Vorstandsvorsitzender der Software-Entwicklungsplattform Stack Overflow. In kürzester Zeit arbeitete sich Chandrasekar in eine Spitzenposition vor.

Der neue Stack-Overflow-Chef stammt aus Bangalore im Süden Indiens. Nicht nur sein kometenhafter Aufstieg lenkt den Blick auf den erstaunlichen Erfolg ihrer Landsleute in der Techwirtschaft. Erst vor zwei Wochen nahm der neue CEO von Wework seine Arbeit auf: Sandeep Mathrani stammt ebenfalls aus Indien.

Das gilt auch für die Chefs der globalen Medienkonzerne Google (Sundar Pichai) und Microsoft (Satya Nadella) und den Nokia-CEO Rajeev Suri, der allerdings kürzlich seinen Rückzug angekündigt hat. Auch in der zweiten Reihe vieler Großunternehmen gibt es zahlreiche Inder. Worauf ist dieser Erfolg zurückzuführen?

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Der Geografie-Professor Sanjoy Chakravorty hat ein Buch über den Erfolg indischer Einwanderer in den USA geschrieben. Er sieht den Erfolg vieler Inder in den USA eng mit der Entwicklung der Technologiebranche selbst verknüpft.

Besonders ab Mitte der 1990er Jahre wurden Ingenieure und IT-Experten aus Indien nachgefragt, um Computersysteme von Airlines, Unternehmen und Verwaltungen auf den Jahrtausendwechsel vorzubereiten. "Man brauchte viele Leute und fand sie in Indien", sagt Chakravorty. Viele Modernisierungen im IT-Sektor seien maßgeblich durch Inder vorangetrieben worden. Das Klischee des computeraffinen Inders prägt mittlerweile die US-amerikanische Popkultur.

Doch liegt der Erfolg indischer Tech-Unternehmer tatsächlich nur an deren Digitalkompetenzen? Himanshu Shukla, der selbst aus Indien stammt und ein Unternehmen für digitale Speicherung von Daten in New Jersey führt, macht auch soziale Faktoren für den Erfolg seiner Landsleute in der US-amerikanischen Unternehmenswelt verantwortlich. "Viele Inder, die Top-Universitäten in der Heimat besuchen, werden früh mit kultureller Vielfalt konfrontiert", sagt Shukla.

Im multiethnischen Indien mit 22 Hauptsprachen treffen in den großen Universitäten Menschen aus allen Teilen des Landes zusammen. Der Umgang mit anderen Kulturen und Sprachen bereite sie für die Arbeit in mehrsprachigen internationalen Konzernen wie Google oder Microsoft vor, erklärt Shukla.

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GodsBoss 27. Mär 2020

Man nehme ein Land mit ausreichender Bevölkerungszahl und ein Auswahlverfahren, dass...

[gelöscht] 26. Mär 2020

Untrolla 24. Mär 2020

Kommt der Kuchen zum Krümel?

vvwolf 24. Mär 2020

Produktion, nicht IT. Der eine stammt direkt aus Indien, hat dort auch bis zum Ende...

cry88 23. Mär 2020

Nun, wir reden von den großen IT Unternehmen in der USA. Die sind teilweise keine 10...


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