• IT-Karriere:
  • Services:

250.000 Bewerber um 1.000 Studienplätze

Auch soziale Kompetenzen würden so vermittelt. "An den Universitäten ist niemand in der Mehrheit. Jeder ist eine Minderheit. Es gibt keine Hierarchien, deshalb muss jeder mit jedem auskommen", sagt der 58-Jährige. In Großfirmen, bei denen viele Aufgaben im Team erledigt werden, würden Inder geschätzt, weil sie gut mit Kollegen zusammenarbeiten können.

Stellenmarkt
  1. WITRON Gruppe, Neu-Isenburg bei Frankfurt/Main
  2. Endress+Hauser Conducta GmbH+Co. KG, Gerlingen (bei Stuttgart)

Dazu gehört auch eine zurückhaltende Führungskultur. "Wenn man Porträts dieser Chefs von großen Technologiefirmen liest", sagt Shukla, "fällt auf, dass sie immer als bescheiden und unkompliziert geschildert werden." Sie würden mehr fragen als diktieren; mehr nach Konsens suchen als versuchen, sich durchzusetzen.

Überdies falle es Indern leicht, in globalen Zusammenhängen zu denken. "Diese Leute sind um die halbe Welt gereist, um nach Amerika zu kommen. Sie tragen ein Stück Globalisierung in ihrer eigenen Biografie", sagt Shukla.

Zu dem außergewöhnlichen beruflichen Erfolg von Indern in den USA trägt aber auch die hohe Selektivität der Bildungsinstitutionen in Indien bei. Sanjoy Chakravorty schildert seinen eigenen, von ständiger Konkurrenz geprägten Werdegang: "Ich habe ursprünglich Ingenieurwissenschaften studiert und musste mich in einem Aufnahmetest gegen 250.000 Bewerber durchsetzen - es gab nur 1.000 Plätze", erinnert sich Chakravorty.

Wer in einem Land mit 1,4 Milliarden Menschen beruflich und akademisch bestehen will, müsse fleißiger und belastbarer sein als alle anderen. Jene, die es mit einem Arbeitsvisum in die USA schaffen, seien hervorragend ausgebildet, hoch motiviert und engagiert.

Und vor allem in den USA zahlt sich die harte Arbeit aus. Inder gelten als wohlhabendste ethnische Minderheit in den USA. 2015 hatten indischstämmige US-Bürger ein durchschnittliches Haushaltseinkommen von knapp 100.000 Dollar - fast doppelt so hoch wie der US-Durchschnitt.

Das Einwanderungssystem der USA kommt indischen Einwanderern entgegen, denn fast nur Hochqualifizierte dürfen einwandern - und die verdienen entsprechend gut. Die häufig illegalen Einwanderer aus Mittel- und Südamerika landen dagegen überproportional im Niedriglohnsektor.

Nicht alles kann mit der Herkunft erklärt werden

Sanjoy Chakravorty sieht in den Erklärungsmustern für den Erfolg indischstämmiger Talente allerdings auch Grenzen. "Um Chef eines Konzerns zu werden, spielen viele Faktoren zusammen. Die eigene Ethnie dürfte maximal eines von vielen Elementen sein."

Chakravorty glaubt auch nicht an die These, dass der indische Multikulturalismus automatisch teamfähige, aufgeschlossene Persönlichkeiten hervorbringe. "Das Kastensystem in Indien ist stark hierarchisch geprägt", sagt Chakravorty. "In vielen sozialen Zusammenhängen spielt eher Dominanz als Zusammenarbeit eine Rolle." Doch bei den erfolgreichen Aufsteigern mit indischen Wurzeln war das offenbar keine hindernde Prägung.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 IT-Chefs aus Indien: Mehr als nur ein Klischee
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Top-Angebote
  1. 1.749€

GodsBoss 27. Mär 2020

Man nehme ein Land mit ausreichender Bevölkerungszahl und ein Auswahlverfahren, dass...

burzum 26. Mär 2020

Mich würde auch mal interessieren WER in Indien überhaupt auf eine Uni geht. Der Artikel...

Untrolla 24. Mär 2020

Kommt der Kuchen zum Krümel?

vvwolf 24. Mär 2020

Produktion, nicht IT. Der eine stammt direkt aus Indien, hat dort auch bis zum Ende...

cry88 23. Mär 2020

Nun, wir reden von den großen IT Unternehmen in der USA. Die sind teilweise keine 10...


Folgen Sie uns
       


Porsche Taycan Probe gefahren

Der Taycan ist klar als Mitglied der Porsche-Familie erkennbar. Das Design weist Elemente sowohl des aktuellen 911er (Baureihe 992), des Cayman sowie des Panamera auf.

Porsche Taycan Probe gefahren Video aufrufen
Mario Kart Live im Test: Ein Klempner, der um Konsolen kurvt
Mario Kart Live im Test
Ein Klempner, der um Konsolen kurvt

In Mario Kart Live (Nintendo Switch) fährt ein Klempner durchs Wohnzimmer. Golem.de hat das Spiel mit einem Konsolen-Rennkurs ausprobiert.
Von Peter Steinlechner

  1. Nintendo Entwickler arbeiten offenbar an 4K-Updates für Switch Pro
  2. Nintendo Switch Mario Kart Live schickt Spielzeugauto auf VR-Rennstecke
  3. 8bitdo Controller macht die Nintendo Switch zum Arcade-Kabinett

iPad Air 2020 im Test: Apples gute Alternative zum iPad Pro
iPad Air 2020 im Test
Apples gute Alternative zum iPad Pro

Das neue iPad Air sieht aus wie ein iPad Pro, unterstützt dasselbe Zubehör, kommt mit einem guten Display und reichlich Rechenleistung. Damit ist es eine ideale Alternative für Apples teuerstes Tablet, wie unser Test zeigt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Tablet Apple stellt neues iPad und iPad Air vor

Energiewende: Wie die Begrünung der Stahlindustrie scheiterte
Energiewende
Wie die Begrünung der Stahlindustrie scheiterte

Vor einem Jahrzehnt suchte die europäische Stahlindustrie nach Technologien, um ihren hohen Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren, doch umgesetzt wurde fast nichts.
Eine Recherche von Hanno Böck

  1. Wetter Warum die Klimakrise so deprimierend ist

    •  /