IT-Branche: "Die Zahlen sind ein Weckruf"

Der 8. März ist Frauenkampftag. Eine Bitkom-Studie zeigt, dass der Kampf für Frauen in IT-Berufen anhält.

Artikel veröffentlicht am , Daniel Ziegener
Unternehmen, die für Frauen unattraktiv sind, verlieren potenzielle Fachkräfte.
Unternehmen, die für Frauen unattraktiv sind, verlieren potenzielle Fachkräfte. (Bild: Unsplash)

"Gemischte Teams sind für den Erfolg von Unternehmen extrem wichtig", sagt Sabine Bendiek. Damit meint die Vizepräsidentin von Bitkom nicht eine gleichmäßige Aufteilung des Teams in Star-Trek- und Star-Wars-Fans, sondern den weiterhin niedrigen Anteil von Frauen in deutschen IT-Unternehmen. "Die Zahlen sind ein Weckruf", sagt sie mit Blick auf eine neue Studie des Branchenverbandes. In elf Prozent der Unternehmen gibt es keine einzige Mitarbeiterin.

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Bitkom hat für die Studie 500 Unternehmen befragt, die repräsentativ für eine Branche mit 1,25 Millionen Beschäftigten stehen sollen. In der großen Mehrheit dieser Unternehmen liegt der Frauenanteil in der Belegschaft unter einem Viertel. Dabei sei man "auf Frauen angewiesen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und nachhaltiges Wachstum zu sichern", so Bendiek. Sie nennt die Zahlen alarmierend.

Dieses Ungleichgewicht zieht sich bis in die Chefetage durch. Die Hälfte der Unternehmen hat rein männliche Managements. Ein Drittel der Befragten führen den geringen Anteil von Frauen in Führungspositionen auf veraltete Rollenbilder zurück. Knapp ein Viertel der Betriebe verpflichtet sich mit eigenen Zielen, den Frauenanteil aktiv zu erhöhen. Von den Unternehmen, die sich keine Ziele für eine erhöhte Frauenquote setzen, begründen die meisten das mit einem zu geringen Frauenanteil bei den Bewerbungen

Diversity ist kein Selbstzweck

Der Aufruf zu mehr Vielfalt ist kein Selbstzweck, sondern wird von den Unternehmen selbst positiv bewertet. Die deutliche Mehrheit der Befragten erklärt, dass weniger homogene Teams zu höherer Produktivität führen und einen Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt attraktiver machen. Dennoch beschäftigten gerade einmal fünf Prozent der Unternehmen dedizierte Gleichstellungs- oder Diversity-Verantwortliche. In knapp der Hälfte der Unternehmen übernimmt die Personalabteilung oder Geschäftsführung diese Aufgabe, gerade in kleineren Unternehmen ist diese Verantwortung aber gar nicht geregelt, wie die Bitkom-Studie ergab.

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"Die meisten Unternehmen wissen, wie wichtig die Gleichstellung von Männern und Frauen für ihre Zukunft ist", sagt Sabine Bendiek. "Jetzt müssen sie spezifische Maßnahmen treffen, um Frauenkarrieren wirksam zu fördern. Es braucht Role Models und die gezielte Ansprache von Frauen in der Personalgewinnung, starke Frauen mit Führungsverantwortung, leistungsfähige Netzwerke und ganz konkrete Maßnahmen wie die Verankerung von Frauenförderung in Zielvereinbarungen von Führungskräften", so Bitkom-Vizepräsidentin Sabine Bendiek.

Welche Folgen eine einseitig geprägte Unternehmenskultur haben kann, machte die Videospielindustrie in den letzten Jahren deutlich. Beim Publisher Activision Blizzard mussten zahlreiche Mitarbeiter gehen, nachdem systematische Benachteiligung und Fälle sexueller Belästigung bekannt wurden. Im Januar zahlte Activision Blizzard 18 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Die Spielebranche hat in den letzten Jahren verstärkt damit begonnen, ihre strukturellen Probleme zu bekämpfen.

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xUser 13. Mär 2022

Der Fehler ist hier, dass die Trennung nicht männlich-weiblich ist, sonder emotionaler...

Clown 12. Mär 2022

Das sehe ich anders. Insbesondere im Bezug auf die Berufswahl. Berufswahl ist etwas...

.02 Cents 09. Mär 2022

in einem Artikel erreicht man, wenn man in Absatz anfängt mit Frauen im allgemeinen, dann...

derdiedas 09. Mär 2022

Deine Aussage ist absoluter Quatsch. Die wenigsten in der IT wechseln den Job in einen...



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