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IT-Berufe: Bin ich Freiberufler oder Gewerbetreibender?

Nicht wenige Selbstständige im IT-Sektor melden ein Gewerbe an, obwohl sie als Freiberufler tätig sind. Spätestens nach dem Einstieg ins Berufsleben bekommen sie die Nachteile zu spüren.

Artikel von Harald Büring veröffentlicht am
Mehr Geld als Selbstständiger? Als Freiberufler können sich IT-Fachleute unter anderem die Gewerbesteuer sparen.
Mehr Geld als Selbstständiger? Als Freiberufler können sich IT-Fachleute unter anderem die Gewerbesteuer sparen. (Bild: Pixabay)

Wer sich selbstständig macht, hat vor allem zu Beginn mit einer Menge Papierkram zu kämpfen und muss sich in Steuer- und Versicherungsfragen einarbeiten. Im IT-Bereich kommt noch eine weitere Frage hinzu: Bin ich als Softwareentwickler, Berater, Administrator oder Webdesigner Gewerbetreibender oder Freiberufler? Das Finanzamt hat darauf oft eine eindeutige Antwort: Natürlich sind Sie Gewerbetreibender! Doch es lohnt sich, das zu hinterfragen. Denn der Status als Freiberufler ist mit einigen Vorteilen verbunden.

Freiberufler zahlen keine Gewerbesteuer

Das größte Privileg ist wohl, dass Freiberufler, unabhängig vom erzielten Gewinn, keine Gewerbesteuer entrichten. Anders als Gewerbetreibende, die normalerweise zur Gewerbesteuer herangezogen werden - zumindest, wenn der Gewinn bei einer Einzelperson oder einer Personengesellschaft die Höhe des eingeräumten Freibetrages von 24.500 Euro überschreitet. (§ 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 Gewerbesteuergesetz (GewStG)).

Gewerbetreibende werden zudem automatisch Mitglied bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) und müssen dafür häufig einen Beitrag bezahlen. Berechnet wird er von der jeweils zuständigen IHK, er hängt vor allem von der Höhe des Gewinns ab.

Außerdem müssen Gewerbetreibende bei ihrer Steuererklärung eine Bilanz erstellen und sind zur doppelten Buchführung verpflichtet, wenn ihr Gewinn über 60.000 Euro liegt oder der Netto-Umsatz höher ist als 600.000 Euro (§ 141 Abs. 1 Abgabenordnung). Bei Freiberuflern - selbst bei gut verdienenden - reicht hingegen eine Einkommensüberschussrechnung (§ 4 Abs. 3 EStG, § 141 Abs. 1 Abgabenordnung). Sie ist leichter anzufertigen als die Bilanz, weil sie im Grunde nur eine Gegenüberstellung der Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben enthält.

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Freiberufler können zudem von der Ist-Besteuerung Gebrauch machen (§ 20 Satz 1 Nr. 3 Umsatzsteuergesetz (UStG)). Das bedeutet: Sie müssen die Umsatzsteuer von den erzielten Einkünften erst dann abführen, wenn sie das Geld auf ihrem Konto gutgeschrieben bekommen haben. Um diese Ist-Besteuerung zu bekommen, muss ein Antrag gestellt werden, ansonsten greift automatisch die Soll-Besteuerung. Der Gesetzgeber sieht für den Antrag keine bestimmte Form vor. Er sollte per Mail oder Brief gestellt werden, der Antragsteller schreibt darin, dass er von der Soll- zur Ist-Besteuerung wechseln möchte und ab wann.

Bei der Soll-Besteuerung fällt die Umsatzsteuer bereits zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung an. Wenn der Geschäftspartner erst später bezahlt, muss der Unternehmer gegenüber dem Finanzamt in Vorleistung gehen. Sofern eine Zahlung dauerhaft ausfällt, hat er lediglich die Möglichkeit, die Umsatzsteuer gemäß § 17 Abs. 2 UstG zu berichtigen. Erst dann muss das Finanzamt die abgeführte Umsatzsteuer erstatten. Dies ist ab dem Zeitpunkt möglich, ab dem sie als "uneinbringlich" gilt.

Gewerbetreibende müssen normalerweise von der Soll-Besteuerung Gebrauch machen. Davon gibt es lediglich zwei Ausnahmen:

  • Der Umsatz betrug im vorangegangenen Kalenderjahr maximal 500.000 Euro.
  • Der Gewinn beträgt maximal 60.000 Euro sowie der Nettoumsatz höchstens 600.000 Euro im laufenden Jahr.

Mithin: Als Freiberufler ist man hier auf der sicheren Seite. Es lohnt sich also, sich damit zu beschäftigen, inwieweit man diesen Status erlangen kann.

Gesetzliche Definition fehlt

Die Frage, inwieweit IT-Experten Freiberufler sind, ist aber gar nicht so leicht zu beantworten. Das hängt damit zusammen, dass der Gesetzgeber hierfür in § 18 Abs. 1 Nr. 1 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) keine klare Definition formuliert hat. Vielmehr listet er eine ganze Reihe von freiberuflichen Tätigkeiten auf, ohne dabei IT-Fachleute ausdrücklich zu benennen.

Die Auflistung ist aber nicht abschließend. Denn der Gesetzgeber verweist in § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG auch auf "ähnliche Berufe". Hierbei muss die Ähnlichkeit sowohl hinsichtlich der Ausbildung als auch hinsichtlich der ausgeübten Tätigkeit bestehen.

Dabei reicht es nicht, eine einschlägige Berufsausbildung - etwa einen Studienabschluss als Ingenieur - vorzuweisen. Vielmehr muss die betreffende Tätigkeit auch tatsächlich ausgeübt werden. Was das alles für die Anerkennung als Freiberufler bedeutet, wird an einigen typischen Berufen aus dem IT-Bereich deutlich.

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IT-Ingenieure mit guten Chancen auf Freiberuflerstatus 
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sme (Golem.de) 06. Mai 2019

Auf Golem.de werden keine Social Buttons der Netzwerke eingesetzt, stattdessen werden nur...

Bash76 06. Mai 2019

Leute, ich hab keine Probleme mir Werbung anzeigen zu lassen, ABER kaum lade ich die...

Bourbon 06. Mai 2019

Ich kann da nur den Dienstleister Papierkram.de empfehlen, gerade...

Trockenobst 05. Mai 2019

Der Vorteil der GmbH ist jedoch, dass man ggf. mal einen Studenten für 6 Monate...

Anonymer Nutzer 04. Mai 2019

Doch Doch Okay. Ne ganze seite ist für dich kurz angerissen. Sorry, mein fehler. Es ist...


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