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IT-Ingenieure mit guten Chancen auf Freiberuflerstatus

Ausgebildete Ingenieure mit IT-Bezug haben gute Erfolgsaussichten auf eine Anerkennung als Freiberufler. Das ergibt sich daraus, dass Ingenieure in der Auflistung genannt werden.

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Eine Anerkennung als Freiberufler setzt allerdings voraus, dass sie, wie bereits erwähnt, nicht nur über einen Abschluss als Ingenieur verfügen. Vielmehr müssen sie auch tatsächlich als Ingenieure arbeiten. Davon ist zunächst auszugehen, wenn sie Hardware und Software entwickeln und herstellen.

Urteile zu Administratoren

Wenn sie als Systemadministratoren oder Netzwerkadministratoren tätig sind, liegt der Fall ähnlich. Das ergibt sich aus einer Grundsatzentscheidung des Bundesfinanzhofes.

In dem Fall ging es um einen Ingenieur, der sich während seines Studiums auf technische Informatik spezialisiert hatte. Seine Tätigkeit bestand vor allem darin, bei seinen Kunden Rechnernetzwerke durch Installation und Konfiguration von Windows-Software einzurichten und zu betreuen. Außerdem behob er Störungen im Netzwerk und sicherte das System gegen Zugriff von Unbekannten. Er überwachte die Server mittels selbst entwickelter Programme.

Als Systemadministrator oblag ihm die Anwendung der vorhandenen Hard- und Software. Das Finanzamt stufte ihn also als Gewerbetreibenden ein, er klagte dagegen. Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg ging aber ebenfalls von einer gewerblichen Tätigkeit aus und begründete dies damit, dass er lediglich administrativ tätig sei.

Der Ingenieur legte jedoch Revision ein und hatte damit Erfolg. Die Richter des Bundesfinanzhofs stellten mit ihrem Urteil vom 22.09.2009, Az. VIII R 31/07 klar, dass die Sichtweise des Finanzgerichts zu eng sei. Begründet wurde dies damit, dass zur Tätigkeit eines IT-Ingenieurs auch die Entwicklung von Betriebssystemen und die Anpassung an die Bedürfnisse des Kunden gehörten.

Das Gleiche gelte für Aufbau, Betreuung und Verwaltung von Firmennetzwerken und -servern sowie für die rechnergestützte Steuerung, Überwachung und Optimierung industrieller Abläufe. Ebenso gehöre zur Tätigkeit eines Ingenieurs die Anpassung vorhandener Systeme an spezielle Produktionsbedingungen und Organisationsstrukturen und die Bereitstellung qualifizierter Dienstleistungen wie etwa Benutzerservice und Schulung. Zudem beurteilten Ingenieure als Netz- und Systemadministratoren die Leistungsfähigkeit von Rechnernetzen.

Auch ein Ingenieur für Holztechnik kann Freiberufler sein

Das Gleiche gilt unter Umständen auch, wenn ein Diplom-Ingenieur sich bei seinem Abschluss noch nicht auf den IT-Bereich spezialisiert hatte. Dies ergibt sich aus einem Fall, in dem ein Ingenieur an einer Fachhochschule zunächst den akademischen Grad eines Diplom-Ingenieurs (FH) für Holztechnik erworben hatte und dann als Softwareentwickler und EDV-Berater tätig war.

Neben der Entwicklung und Anpassung von Software entwarf und betreute er Server und Netzwerke (Installation, Wartung und Administration). Nach einigen Jahren führte das Finanzamt eine Außenprüfung durch. Da es der Ansicht war, es handele sich um eine gewerbliche Tätigkeit, erließ es Gewerbesteuermessbetragsbescheide für den Zeitraum von fünf Jahren nebst Gewerbesteuerfestsetzungen in Höhe von insgesamt etwa 1.400 Euro.

Hierzu entschied das Finanzgericht Berlin-Brandenburg, dass es sich um eine freiberufliche Tätigkeit handelte (Urteil vom 07.03.2013, Az. 10 K 10056/09). Dabei stellte es zunächst einmal klar, dass der Diplom-Ingenieur über die erforderliche berufliche Qualifikation verfügte. Dass es sich um den Fachbereich Holztechnik handelte, stellte für das Gericht kein Problem dar. Maßgeblich sei lediglich, dass er nach seinem Abschluss auf einem Hauptgebiet des Ingenieurwesens in ingenieurtypischer Weise selbstständig berufstätig war. Dies sei hier zu bejahen, weil er im Bereich der Datenverarbeitungstechnik arbeitete. Zum Berufsbild des Ingenieurs gehöre neben der Entwicklung und Anpassung von Hard- und Software auch die Bereitstellung von qualifizierten Dienstleistungen wie Netz- und Systemadministration, Benutzerservice und Schulung sowie die Bewertung bestehender Systeme.

Bei IT-Informatikern ist die Lage klar

Wenig Probleme mit dem Freiberuflerstatus haben normalerweise IT-Fachleute mit einem Studienabschluss als Informatiker. Dies gilt jedenfalls dann, wenn sie als Softwareentwickler tätig sind. Dies erstreckt sich neben Systemsoftware auch auf Anwendungssoftware (vgl. BFH, Urteil vom 4. 05. 2004, Az.: XI R 9/03). Unproblematisch ist es auch, wenn IT-Spezialisten für die Implementierung oder Betreuung von Software zuständig sind.

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 IT-Berufe: Bin ich Freiberufler oder Gewerbetreibender?Ohne Studium muss Fachwissen nachgewiesen werden 
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Bash76 06. Mai 2019

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Ich kann da nur den Dienstleister Papierkram.de empfehlen, gerade...

Trockenobst 05. Mai 2019

Der Vorteil der GmbH ist jedoch, dass man ggf. mal einen Studenten für 6 Monate...

Anonymer Nutzer 04. Mai 2019

Doch Doch Okay. Ne ganze seite ist für dich kurz angerissen. Sorry, mein fehler. Es ist...


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