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IT-Bereich: China will ausländische Technik durch eigene ersetzen

Weg mit Microsoft , Cisco und Co., her mit den eigenen Produkten: China plant, ausländische IT-Technik in Behörden und staatlichen Unternehmen durch Produkte chinesischer Hersteller zu ersetzen. Damit verschärft das Land den bereits schwelenden Streit mit ausländischen Anbietern.
/ Tobias Költzsch
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In China soll künftig nur noch Netzwerktechnik einheimischer Hersteller verwendet werden. (Bild: Getty Images Europe)
In China soll künftig nur noch Netzwerktechnik einheimischer Hersteller verwendet werden. Bild: Getty Images Europe

In China soll künftig ausländische Technik durch Produkte chinesischer Hersteller ersetzt werden. Dies betreffe insbesondere chinesische Behörden, Banken, das Militär und staatliche Unternehmen, wie Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) berichtet.

Erste Tests bereits abgeschlossen

Testweise wurden bereits in der chinesischen Millionenstadt Siping einheimische statt ausländische IT-Produkte eingesetzt. Unter anderem wurde Windows durch das chinesische Betriebssystem Neo Kylin ersetzt sowie Server des chinesischen Unternehmens Inspur eingesetzt.

Der Plan, ausländische Technik durch chinesische zu ersetzen, ist eine Verschärfung der bisherigen Maßnahmen gegenüber nicht-chinesischen Herstellern. Nachdem im März 2014 bekannt wurde, dass die NSA auch chinesische Ziele wie das Unternehmen Huawei ausspioniert hat , wurden die Importvorschriften für Netzwerktechnik im Mai 2014 verschärft . Ausländische Produkte werden seitdem strengeren Kontrollen unterzogen.

Beide Seiten werfen sich Spionage vor

Bereits seit dem Herbst 2013 wird hingegen Huawei von Seiten der USA und anderer Staaten vorgeworfen, dass ihre Geräte als Einfallstore für staatliche Hacker fungieren können. Huawei hat diesen Vorwürfen stets widersprochen . Das Unternehmen ist Weltmarktführer für Telekommunikationstechnik mit einer Produktpalette, die von Netzwerktechnik bis zu Smartphones reicht.

Microsoft mit seinem Betriebssystem Windows dürfte nicht der einzige ausländische Hersteller sein, dem die neue chinesische Strategie schaden könnte. Insbesondere Hersteller von Netzwerktechnik wie Cisco – ein direkter Konkurrent Huaweis – und andere Unternehmen des IT-Bereichs wie IBM dürften die Verdrängung durch chinesische Technik zu spüren bekommen.

Laut Bloomberg soll die chinesische Regierung ausländischen Herstellern allerdings eine Möglichkeit geben, dass ihre Produkte weiterhin in China verwendet werden können. Sollten die betreffenden Unternehmen den chinesischen Behörden einen Einblick in die Kerntechnik ihrer Produkte ermöglichen oder ihnen die Produkte komplett zur Untersuchung zur Verfügung stellen, dürfen diese weiter in China verwendet werden. Es ist allerdings fraglich, ob Hersteller bereit sind, ihre möglicherweise geheime Technik zu teilen.


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