IT-Arbeitgeber: In der Forschung ist Fluktuation positiv

Das Forschungszentrum Jülich ist eine der größten Forschungseinrichtungen Europas. Die Teams sind internationaler und vielfältiger als in vielen Unternehmen - und die Jobs nicht auf Dauer angelegt.

Ein Interview von veröffentlicht am
Der modulare Supercomputer JUWELS, bestehend aus einem Cluster- und einem Booster-Modul, ist das Flaggschiff des Jülich Supercomputing Centre (JSC) mit einer Spitzenleistung von 85 PFLOPS.
Der modulare Supercomputer JUWELS, bestehend aus einem Cluster- und einem Booster-Modul, ist das Flaggschiff des Jülich Supercomputing Centre (JSC) mit einer Spitzenleistung von 85 PFLOPS. (Bild: Forschungszentrum Jülich / Ralf-Uwe Limbach)

Arbeiten in einem Forschungszentrum klingt für viele interessant, doch eher Wenige wissen, was das alles mit sich bringt. Die Mischung aus einer nationalen Einrichtung, die wie eine Behörde erscheint, der Betrieb von elementaren Forschungsinfrastrukturen, wie zum Beispiel Supercomputern, und Forschung im Spitzenbereich, wie es am Forschungszentrum Jülich zusammentrifft, ist gedanklich für viele nicht unter einen Hut zu bringen.

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Bei der Umfrage von Golem.de und Statista für die Suche nach dem besten Arbeitgeber hat das Forschungszentrum Jülich im Gesamtranking die Top 100 knapp verfehlt. Platz 103 ist bei mehr als 2.000 Arbeitgebern sicher kein schlechtes Ergebnis, in der Kategorie Diversity ging es aber noch viel weiter nach oben, bis in die Top Ten auf Platz sechs.

Im Gespräch mit Senior Recruiter Bianka Fernengel und der Referentin für Personalmarketing Alissa Aarts vom Forschungszentrum gehen wir der Frage nach, wie sich IT-Jobs dort von denen in der Wirtschaft unterscheiden - von den Rahmenbedingungen über die Arbeitsplätze bis hin zu den Anforderungen an Mitarbeitende und Kandidatinnen und Kandidaten selbst.

Golem.de: Haben Forschungsinstitute in Sachen Diversity einen Vorteil gegenüber der freien Wirtschaft?

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Alissa Aarts: Das Forschungszentrum Jülich ist als eines der größten Forschungszentren in Europa naturgemäß sehr international aufgestellt. Es ist in der Wissenschaft ganz selbstverständlich, dass Menschen aus vielen Kulturen und Ländern zusammenarbeiten. Offenheit und Neugier gehören zur DNA der Wissenschaft. Das könnte ein Vorteil sein. Zudem suchen immer mehr Menschen eine sinnstiftende Arbeit - damit können Forschungseinrichtungen wie Jülich natürlich punkten. Hier kann man an der Lösung von ganz zentralen Herausforderungen wie der Energiewende oder dem Klimaschutz mitarbeiten.

Golem.de: Wie international sind die Bewerber für das Forschungszentrum?

Bianka Fernengel: Sehr! Fast 50 Prozent unserer Kolleginnen und Kollegen, die in der Wissenschaft arbeiten, haben einen internationalen Hintergrund. Die Arbeitssprache ist in vielen Instituten Englisch. Zudem bestehen viele Projektpartnerschaften mit internationalen Einrichtungen und Unternehmen. Forschungsaufenthalte im Ausland werden unterstützt. Diese Internationalität spiegelt sich auch bei den Bewerbungen wider. Bewerbungen von und Bewerbungsgespräche mit Menschen aus vielen Ländern stehen bei uns auf der Tagesordnung. Wir freuen uns generell über Bewerbungen von Menschen mit vielfältigen Hintergründen, z.B. hinsichtlich Alter, Geschlecht, Behinderung, sexueller Orientierung oder Identität sowie sozialer, ethnischer und religiöser Herkunft. Ein chancengerechtes, diverses und inklusives Arbeitsumfeld, in dem alle ihre Potenziale verwirklichen können, ist uns wichtig.

Golem.de: Warum?

Aarts: Die Vielfalt unserer Mitarbeitenden ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor: Sie ermöglicht Innovation, Kreativität und die Integration vieler Sichtweisen auf dieselbe Fragestellung - wissenschaftlich, technisch, administrativ oder strategisch. Das Forschungszentrum Jülich fördert eine offene und inkludierende Unternehmenskultur, in der sich alle Mitarbeitenden bestmöglich entfalten können, und wir freuen uns sehr, dass dies offenbar auch nach außen hin sichtbar wird.

Golem.de: Gibt es auch Nachteile daran, in einer Forschungseinrichtung wie Ihrer zu arbeiten?

Aarts: Neben all den Vorzügen, die sich Mitarbeitenden an einer international und interdisziplinär ausgerichteten Forschungseinrichtung wie dem Forschungszentrum Jülich bieten, sind die Themen Gehalt und Befristung aus Sicht der Mitarbeitenden wohl die größten Nachteile. Wir vergüten nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes Bund und der Großteil der ausgeschriebenen wissenschaftlichen Stellen ist aufgrund einer zeitlich begrenzten Finanzierung auch befristet. Wir können keine Spitzengehälter zahlen, liegen bei diesem Thema eher im Mittelfeld. Das Gesamtpaket ist nach unseren Erfahrungen aber entscheidend.

Golem.de: Das FZJ besteht aus elf Instituten. Gibt es da Unterschiede für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer?

Aarts: Die Institute widmen sich unterschiedlichen Themen und die Mitarbeitenden verfügen entsprechend über individuelles, spezifisches Fachwissen, aber generelle Unterschiede zwischen den Instituten, die die Mitarbeitenden betreffen, gibt es nicht.

Golem.de: Welche Rolle spielt der Standort beziehungsweise die Standorte?

Fernengel: Der Standort spielt in vielen Fällen eine große Rolle. Der Campus an unserem Hauptstandort in Jülich ist sehr attraktiv, hier trifft Hightech auf Natur. Sie spazieren über den grünen Campus und sehen gleich neben einem der weltweit schnellsten Supercomputer ein Reh grasen.

Gleichzeitig ist der Campus nicht optimal mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Es gibt allerdings die Möglichkeit, sich einer der zahlreichen Fahrgemeinschaften anzuschließen, die es auf dem Campus gibt. Das Gelände mit einem zentral gelegenen See und die Umgebung laden zu einem Spaziergang sowie sportlichen Aktivitäten ein, um neben der Arbeit den Kopf freizubekommen oder sich mit Kollegen und Kolleginnen in entspannter Atmosphäre auszutauschen.

Es gibt sowohl Einzel- als auch Gruppenbüros für bis zu sechs Personen, Labore, Werkstätten, Teeküchen, Pausen- und Besprechungsräume, Networking-Areas, Dachterrassen, Sitzgelegenheiten im Außenbereich etc. Auf dem Jülicher Campus sind zudem unsere Kantine, das Seecasino und die Zentralbibliothek inklusive Lesegarten - zwei hoch frequentierte, zentrale Orte, die gerne von Mitarbeitenden genutzt werden.

Neben dem Campus in Jülich haben einzelne Institute des Forschungszentrums außerdem Außenstellen wie z.B. in Münster, Erlangen und Garching. Und zunehmend können unsere Mitarbeitenden auch im Homeoffice arbeiten, damit sinken die Bedeutung des Standorts und der Ressourcenverbrauch für die Berufspendelei.

Golem.de: Wie kommen Sie an Ihre Bewerber und Bewerberinnen?

Fernengel: Das ist sehr vielfältig. Wir nutzen diverse Marketingmaßnahmen, besuchen Karrieremessen und Veranstaltungen. Dazu kommen Stellenausschreibungen auf unserer Homepage und in weiteren relevanten, passenden Stellenbörsen - sowohl Generalisten, wie zum Beispiel Stepstone und LinkedIn, aber auch fachspezifische oder wissenschaftliche Börsen, wie zum Beispiel ResearchGate. Und wir nutzen auch Netzwerke und Mailinglisten. Es gibt bei uns zudem ein Empfehlungsprogramm: Mitarbeitende werben Mitarbeitende.

Häufig suchen wir sehr hochqualifizierte und spezielle Anforderungsprofile, solche findet man mit konventionellen Mitteln kaum mehr. Deswegen nutzen wir sehr stark die Netzwerke der wissenschaftlichen Communities, die unsere Mitarbeitenden mitbringen. Das ist eine große Chance für uns.

Golem.de: Wie hoch ist der Frauenanteil in der IT?

Aarts: Definitiv noch zu gering!

Golem.de: Was wird getan, um gezielt Bewerberinnen anzusprechen?

Aarts: Wir nehmen unter anderem an Karriereevents teil und organisieren auch selbst Formate, bei denen wir gezielt mit interessierten Kandidatinnen in Kontakt kommen. Hierbei binden wir auch stets Kolleginnen aus der Wissenschaft ein. Darüber hinaus achten wir in der Außendarstellung, etwa auf unserer Karrierewebsite, darauf, Frauen sichtbar zu machen und so potenziellen Bewerberinnen die Möglichkeit zur Identifikation zu bieten. So geben z.B. viele Kolleginnen in der Kategorie "Stimmen unserer Mitarbeitenden" einen Einblick in ihren Arbeitsalltag.

Golem.de: Was ist Job-Kandidaten und -Kandidatinnen Ihrer Meinung nach besonders wichtig, wenn diese sich überlegen, ein Angebot anzunehmen?

Fernengel: Wir merken vermehrt, dass es nicht mehr nur das Gehalt ist, das Bewerberinnen und Bewerber motiviert, eine Position anzunehmen. Es spielen zunehmend auch die weiteren Faktoren, z.B. gute Weiterbildungs- / Entwicklungsmöglichkeiten oder eine gute Work-Life-Balance, eine sehr große Rolle. Hier können wir mit zahlreichen Angeboten z.B. zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Diversity & Inclusion, unserem großen Weiterbildungskatalog etc. oftmals ein sehr attraktives Paket schnüren. Zudem scheint es den Menschen auch sehr wichtig zu sein, eine sinnstiftende Aufgabe zu übernehmen. Auch hier bieten wir mit unserer nutzeninspirierten Forschung in zahlreichen gesellschaftsrelevanten Bereichen - z.B. Supercomputing, Quantentechnologie, Wasserstoff, Klimaforschung, Strukturwandel, Bioökonomie - eine sehr attraktive Möglichkeit, den Wandel der Gesellschaft mitzugestalten.

Golem.de: Als Forschungszentrum achten Sie wahrscheinlich sehr auf akademische Grade. Wie viel Unterschied macht es, von welcher Universität oder Hochschule ein Bachelor, Master, Diplom oder Doktortitel stammt?

Fernengel: Natürlich gibt es in manchen Bereichen bestimmte Universitäten, die im jeweiligen Gebiet einen besonders guten Ruf haben. Allerdings ist die Bildung in Deutschland grundsätzlich gut und einheitlich geregelt, so dass es keinen großen Unterschied macht, an welcher Uni man seinen Bachelor- oder Masterabschluss erworben hat. Bei internationalen Abschlüssen ist dies nicht so einheitlich geregelt, weswegen es dabei wichtig ist, dass ein Abschluss in Deutschland auch anerkannt werden kann. Dafür gibt es aber vorgegebene offizielle Prüfstellen (ZAB, Anabin-Datenbank). Mit vielen Hochschulen pflegen wir auch sehr gute Kooperationen. Viele der Jülicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler lehren selbst an einer Universität, mehr als 150 sind auch gemeinsam berufene Professoren und Professorinnen. So tragen wir die neueste Forschung in die Lehre und finden Kontakt zu den Studierenden, die nicht selten dann bei uns eine Abschlussarbeit schreiben oder ihre Dissertation anfertigen.

Golem.de: Wie sähe ein idealer Bewerber, eine ideale Bewerberin aus?

Fernengel: Feste Kriterien für eine ideale Bewerberin oder einen idealen Bewerber zu beschreiben, ist nicht möglich. Dies ist immer abhängig von der jeweiligen Position, die es zu besetzen gilt, und dem entsprechenden Umfeld. Generell ist es natürlich wichtig, dass die Bewerberinnen und Bewerber die notwendigen Fachkenntnisse zum Großteil bereits mitbringen. Es ist allerdings nicht notwendig, dass sämtliche Anforderungen zu 100 Prozent erfüllt werden. Manche Kenntnisse lassen sich auch später noch erlernen beziehungsweise "on the job" vermitteln.

Die Soft Skills wie Organisationsfähigkeit und Teamfähigkeit spielen zudem eine große Rolle. Ganz besonders wichtig ist uns auch die Motivation für die Position, und dass uns die Bewerberinnen und Bewerber vermitteln können, dass sie wirklich Lust darauf haben, bei uns zu arbeiten. Und wir möchten, dass Vorstellungsgespräche auf Augenhöhe geführt werden. Auch wir stellen uns als Arbeitgeber vor, um bestmögliche Transparenz im Hinblick auf unsere Angebote sicherzustellen. Dies sorgt bei der Entscheidungsfindung dafür, dass der Bewerber bzw. die Bewerberin diese Informationen mit den eigenen Erwartungen an den Wunscharbeitgeber abgleichen kann.

Golem.de: Gab es in den letzten Jahren Änderungen in puncto Fluktuation von Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen?

Aarts: Die Fluktuation ist am Forschungszentrum Jülich, wie auch an anderen wissenschaftlichen Einrichtungen, recht hoch. Das ist für die Wissenschaft, die vom Austausch und neuen Ideen profitiert, auch sehr wichtig. Dies führt zu befristeten Tätigkeiten, wie z.B. einer Promotion (die am Forschungszentrum auf drei Jahre ausgelegt ist) oder Stellen im Rahmen von (Forschungs-)Projekten. Dadurch ergibt sich ein jährlicher Personalbedarf von über 800 Positionen über alle Einstiegslevel hinweg. Wir möchten aber alle, die befristet in Jülich arbeiten, auf ihren nächsten Karriereschritt vorbereiten, damit sie diesen gestärkt gehen können. Dazu haben wir ein Career Center geschaffen, das gerade den Nachwuchskräften beratend und mit Informationen zur Seite steht.

Golem.de: Wie sind die Aufstiegschancen? Gibt es feste Zielvereinbarungen und Beförderungsabläufe oder ist es auch möglich, je nach Leistung sozusagen außerplanmäßig aufzusteigen?

Aarts: Da die Wissenschaft häufig weniger in festen Laufbahnen wie in Behörden arbeitet, gibt es bei uns keine fest vorgezeichneten Beförderungen. In einem sehr dynamischen Umfeld und in einem Unternehmen mit mehr als 7.000 Mitarbeitenden gibt es natürlich sehr viele Entwicklungsmöglichkeiten. Dies gilt für die Forschung, aber auch für die technische Infrastruktur und die Administration. Auch wenn wir wissenschaftsbedingt mehr befristete Arbeitsverhältnisse haben als andere Unternehmen, entwickelten sich viele Mitarbeitende in Jülich weiter und bleiben daher oft auch über lange Zeit im Unternehmen. Wir haben Kolleginnen und Kollegen, die bei uns eine Berufsausbildung gemacht haben und heute Führungskräfte mit großer Personalverantwortung sind.

Golem.de: Spielen in einem Forschungszentrum Fortbildungen im klassischen Sinn eine Rolle?

Fernengel: Ja. Ein Forschungszentrum muss in Sachen Know-how immer an der Spitze mitspielen. Wir fördern die Entwicklung unserer Mitarbeitenden und bieten ein großes Spektrum an internen und externen Fort- und Weiterbildungen an (Sprachkurse, überfachliche Fortbildungen, überfachliche Kompetenzen wie Führungs- und Projektmanagement). In Abstimmung mit der Führungskraft und der Personalentwicklung werden die für die Aufgaben und die persönliche Weiterentwicklung passenden Trainings ausgewählt.

Golem.de: Setzen Sie eher auf interne oder eher auf externe Fortbildungsangebote?

Fernengel: Beides. Wir haben einen sehr großen internen Trainingskatalog mit mehr als 250 Angeboten zu unterschiedlichen Themengebieten, z.B. IT, Projekt-, Prozess- und Changemanagement, Kommunikation und Persönlichkeitsenwicklung, Personal und Recht sowie, Sprachen, den wir für alle Mitarbeitenden anbieten. Die Mitarbeitenden werden mithilfe eines Trainingsnewsletters regelmäßig über stattfindende Trainings informiert. Natürlich können wir nicht alle Fortbildungen intern anbieten, sondern nutzen bedarfsorientiert auch ein großes Spektrum an externen Angeboten.

Golem.de: Gibt es bei Ihnen dazu Regeln/Vereinbarungen?

Fernengel: Ja, es gibt u.a. eine Förderrichtlinie, nach der wir z.B. berufsbegleitende Maßnahmen mit anerkanntem Abschluss wie Bachelor oder Master fördern. Wir unterstützen die Mitarbeitenden bzw. ihre Führungskräfte dabei, individuelle Bedarfe zu identifizieren und geeignete Weiterbildungsmaßnahmen zu finden. Dazu nutzen wir unsere Mitarbeitendengespräche.

Golem.de: Gab es während der Pandemie Möglichkeiten, solche Kurse remote zu besuchen?

Fernengel: Ja! Einen Großteil der Kurse haben wir bereits auf remote umgestellt dies wird wahrscheinlich auch nach der Pandemie zu einem gewissen Grad beibehalten, da wir gesehen haben, dass viele Trainings remote genauso gut funktionieren und für die Mitarbeitenden sogar noch attraktiver sind, da sie bequem von zuhause aus teilnehmen können. Remote können wir auch leichter standortübergreifende Angebote machen. Zugleich wird es weiterhin Trainings geben, die als Präsenzveranstaltung einen großen Mehrwert entfalten, zum Beispiel zu Führungsthemen.

Golem.de: Wie engagieren Sie sich in Ausbildung / kooperativen Studiengängen, was gibt es da an Angeboten?

Fernengel: Unsere Zentrale Berufsausbildung leistet einen Beitrag zur Gewinnung qualifizierten Fachkräftenachwuchses durch berufliche Erstausbildung und Koordination von Praktikumsplätzen für Schülerinnen, Schüler und Studierende. Seit seiner Gründung haben im Forschungszentrum Jülich mehr als 6.000 Menschen eine Berufsausbildung abgeschlossen. Wir bieten mehr als 20 Ausbildungsberufe und mehr als zehn duale Studiengänge an, auch im IT-Bereich. Hier hat man sehr gute Chancen auf eine attraktive Perspektive nach der Ausbildung. Professionelle Ausbilderinnen und Ausbilder sichern ein hohes Qualitätsniveau der Berufsausbildung, um den spezifischen Bedarfsanforderungen in Forschung und Infrastruktur gerecht zu werden.

Golem.de: In vielen Firmen gibt es Goodies, die im Arbeitsalltag für ein besseres und glücklicheres Miteinander sorgen sollen. Angefangen bei kostenlosem Kaffee und Tee, Säften, Obst oder Snacks, über Sport und andere Freizeitaktivitäten, eine Kinderbetreuung oder die Möglichkeit, eine Massage zu buchen oder vielleicht auch Arbeitszeit auf einem Zeitkonto für ein Sabbatical anzusparen, gibt es unendlich viele Möglichkeiten. Welche Anreize bieten Sie?

Fernengel: Am Forschungszentrum Jülich gibt es eine große Anzahl an Benefits für die Mitarbeitenden: eine Vielzahl an verschiedenen Arbeitszeitmodellen, einen großen Weiterbildungskatalog, Homeoffice-Möglichkeiten, diverse Sportangebote, Unterstützung bei der Karriereplanung, das Seecasino sowie Hilfe bei der Suche nach einer Tages- oder Regelbetreuung für Kinder, um nur ein paar zu nennen. Auch unser Pakadoo-Paketservice, bei dem wo sich Mitarbeitende private Pakete an eine Packstation auf den Campus liefern lassen können, wurde besonders vor der Pandemie noch sehr rege genutzt. Sämtliche Benefits können Sie hier https://www.fz-juelich.de/de/karriere/wiralsarbeitgeber/benefits einsehen.

Golem.de: Gibt es etwas, was dabei besonders beliebt ist?

Fernengel: Die flexiblen Arbeitszeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben werden von vielen Mitarbeitenden sehr geschätzt, genauso wie das internationale Umfeld und die familienbewusste Unternehmenspolitik. . Auch die Möglichkeit, die Arbeit im Homeoffice zu verrichten, wird besonders seit der Pandemie sehr oft angeboten und auch genutzt.

Golem.de: Können Mitarbeitende für Neues Vorschläge machen?

Fernengel: Ja, wir haben am Forschungszentrum ein Ideenmanagement, bei dem alle Mitarbeitenden ihre Ideen einreichen können, die mit Prämien ausgezeichnet werden, wenn sie durch den Ausschuss bestätigt werden. Aktuell gibt es auch einen besonderen Ideenmarathon, bei dem jede angenommene Idee unabhängig von einer eventuellen Prämierung eine Überraschungsprämie erhält.

Golem.de: Gibt es etwas, was eigentlich toll wäre, aber aus irgendeinem Grund nicht geht/funktioniert?

Fernengel: Job-Bike-Leasing (eine Finanzierung über Entgeltumwandlung ist im TVöD Bund am Forschungszentrum derzeit noch nicht möglich) und Jobticket (aufgrund der Lage des Campus müssten Vereinbarungen mit mehreren Verkehrsverbünden getroffen werden, was bisher nicht erfolgreich war). Aber hier arbeiten wir dran…

Golem.de: Gibt es Regeln/Möglichkeiten für den Wechsel von Vollzeit auf 60 oder 50 Prozent und umgekehrt?

Fernengel: In Abstimmung mit der Führungskraft haben Mitarbeitende des Forschungszentrums die Möglichkeit, die vertraglich festgelegte wöchentliche Arbeitszeit zu kürzen. Sehr viele Kolleginnen und Kollegen - auch Führungskräfte - machen davon Gebrauch. Das erleichtert die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ganz wesentlich.

Golem.de: Gibt es Angebote speziell für Alleinerziehende?

Fernengel: Am Forschungszentrum gibt es viel Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Zum Beispiel gibt es die betriebsnahe Kita "Kleine Füchse e.V." auf dem Campus, wo Kinder im Alter von vier Monaten bis 14 Jahren durchgehend betreut werden. Es gibt Unterstützung bei der Suche nach einer Tages- oder Regelbetreuung, es stehen verschiedene Ferienbetreuungsangebote zur Verfügung, es kann eine Kinderbetreuung während Veranstaltungen am Forschungszentrum koordiniert werden, und es können im Bedarfsfall Betreuungskosten für Kinder erstattet werden. Ein Highlight ist sicher auch das (mobile) Eltern-Kind-Arbeitszimmer, wo Mitarbeitende das eigene Büro, den Besprechungsraum oder ein fest installiertes Eltern-Kind-Arbeitszimmer in Betreuungsnotfällen nutzen können. Unser Familienservice berät zur Wahl der richtigen Betreuungsform und vermittelt passende Lösungen für Kinderbetreuung oder haushaltsnahe Dienstleistungen. Auch eine Berufsausbildung in Teilzeit ist möglich.

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gunterkoenigsmann 09. Nov 2022 / Themenstart

Bei Ingenieurwissenschaften und IT vielleicht weniger: Da kann man immernoch in die...

Mafjol 08. Nov 2022 / Themenstart

Nur so kommt man weiter. Wir haben im Betrieb noch einige die 20 Jahre da sind. Das sind...

supern00b 08. Nov 2022 / Themenstart

Joar einfach mal angucken https://www.zdf.de/show/mai-think-x-die-show/maithink-x-folge...

Oktavian 08. Nov 2022 / Themenstart

Hihi ja, den kenn ich aus meinem ersten Institut auch. Das nächst war dann kein...

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