IT an Schulen: Technik im Klassenzimmer soll nicht immer helfen
Der Augsburger Schulpädagoge Klaus Zierer und der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie sehen im Einsatz von möglichst viel Technik und im IT-Bezug im Unterricht einen kaum positiven Lerneffekt. "Ein schlechter Unterricht wird mit digitalen Medien nicht besser", sagte Zierer dem Pressedienst dpa. Stattdessen sei ein guter Lehrer vor der Klasse der eigentlich entscheidende Faktor für ein erfolgreiches Lernen.
Zusammen haben die beiden Forscher 1.400 Metaanalysen ausgewertet, die sich wiederum auf insgesamt etwa 80.000 Einzelstudien beziehen. Eine Erkenntnis sei dabei auch, dass gut geführter Unterricht von einem multimedialen Einsatz profitieren kann. Damit ist Technik wie Smartboards, Schulnotebooks und andere Geräte gemeint. Dass Schüler außerhalb der Schule zudem soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und Snapchat verwenden, habe zudem negative Effekte.
Unterstützung einer anderen Studie
Mit der Untersuchung stützt Hattie seine im Jahr 2008 geführte Studie(öffnet im neuen Fenster), die das Konzept Visible Learning begründet. Das gleichnamige Buch beschreibt die Ergebnisse und Vorgehensweise. Demnach sei ein Lehrer, der sich in seine Schüler gedanklich hineinversetzen könne, der entscheidende Faktor für guten Unterricht. Die Studie blieb allerdings nicht ohne Kritik. Der Autor selbst habe damals Fehler bei der Berechnung einiger Ergebnisse eingestanden.
IT direkt im Klassenraum zu etablieren, ist an deutschsprachigen Schulen nicht immer einfach. Um Technik sinnvoll in den eigenen Unterricht einzubauen, müssen Lehrer sich vorerst selbst damit auseinandersetzen und diese verstehen. Ansonsten bleibt ein Smartboard nur eine Tafel, die Strom benötigt. Außerhalb des Klassenzimmers können etwa im Intranet verfügbare Schulpläne, Klassenbücher und Aushänge viel Zeit sparen, was den Unterricht indirekt positiv beeinflussen kann.
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