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ISSpresso: ISS-Astronauten können jetzt Espresso trinken

Die Internationale Raumstation ISS hat jetzt eine eigene Espressomaschine. Wegen der Schwerelosigkeit war die Herstellung des italienischen Kaffees bislang nicht möglich.
/ Thorsten Schröder
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Die ISSpresso wiegt 20 Kilogramm. (Bild: Lavazza)
Die ISSpresso wiegt 20 Kilogramm. Bild: Lavazza

Am Montag ist die erste All-taugliche Espressomaschine an die Raumstation ausgeliefert worden. Entwickelt wurde die ISSpresso von dem italienischen Kaffee-Experten Lavazza Coffee und dem Ingenieurunternehmen Argotec. Die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti hatte die Maschine bei ihrer Ankunft mitgebracht.

Die Herstellung von Espresso ist im All kompliziert. Bei dem Prozess wird das Wasser auf 94 Grad Celsius erhitzt und unter hohem Druck durch das Pulver gepresst. Ohne die Hilfe von Schwerkraft war dies bislang unmöglich, denn das Wasser und der gebrühte Kaffee würden umgehend in Tropfenform durch den Raum treiben. Das würde Besatzung und Technik an Bord gefährden.

Der fertige Espresso wird per Strohhalm getrunken

Die ISSpresso(öffnet im neuen Fenster) umgeht das Problem, indem die Maschine das Wasser aus einem Beutel zieht und nach dem Erhitzen durch eine Kaffeekapsel presst. Der fertige Espresso landet in einem weiteren geschlossenen Gefäß, aus dem er mit einem Strohhalm getrunken werden kann. Die ISSpresso hält dabei einem Druck von bis zu 400 bar stand. Für die Herstellung eines echten Espressos ist ein Druck von 9 bar nötig. Der Geschmack soll sich laut Lavazza nicht von dem Espresso unterscheiden, den es auch auf der Erde gibt.

Argotec hatte seit 2012 an der Maschine gearbeitet , nachdem sich der italienische Astronaut Luca Parmitano beschwert hatte, das einzige, was er im All vermisse, sei echter italienischer Espresso. Milchschaum wird es allerdings wegen der fehlenden Schwerkraft im All wohl auch in Zukunft nicht geben, weil sich der Schaum nicht von der erhitzten Milch absetzen und auf dem Espresso halten würde.


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