ISS: Sojus-Raumschiff hat ein Leck

Kein Weltraumspaziergang nach Leck: Ein Außenbordeinsatz von zwei Kosmonauten auf der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) wurde in der Nacht zu Donnerstag abgesagt. Grund ist ein Schaden am russischen Raumfahrzeug Sojus M-22.
Am Heck der Sojus gab es ein Leck in einem externen Kühlkreis, durch das mehrere Stunden lang eine Substanz austrat. Worum es sich handelt, ist noch unklar. Es könnte Ammoniak sein, das als Kühlmittel eingesetzt wird.
Ein Ursache für das Leck wurde noch nicht genannt. Die siebenköpfige Besatzung der ISS sei dadurch nicht gefährdet, teilte die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) mit(öffnet im neuen Fenster) . Die russische Raumfahrtagentur Roskosmos untersucht den Vorfall.
Die Kosmonauten blieben in der Station
Entdeckt wurde das Leck nach Angaben der Nasa(öffnet im neuen Fenster) bei der Vorbereitung eines Außeneinsatzes der beiden Kosmonauten Sergej Prokopjew und Dmitri Petelin. Die beiden trugen schon ihre Raumanzüge und befanden sich in der Schleuse, als die Aktion abgebrochen wurde. Prokopjew und Petelin sollten ein Kühlmodul vom Rassvet-Modul auf das neue Nauka-Mehrzwecklabor umbauen.

Die Frage ist, wie sich das Leck auf die Funktionsfähigkeit der Sojus auswirken wird. Mit dem Raumfahrzeug waren im September die beiden Kosmonauten Prokopjew und Petelin und der US-Astronaut Frank Rubio zur ISS geflogen.
Im kommenden Frühjahr sollen sie damit auch zur Erde zurückkehren. Sollten Techniker von Roskosmos und der Nasa zu dem Schluss kommen, dass eine sichere Rückkehr zur Erde mit dem Sojus M-22 nicht möglich ist, müsste ein Ersatzraumschiff auf die ISS geschickt werden.
Die vier anderen - die US-Astronauten Nicole Mann und Josh Cassada, die Kosmonautin Anna Kikina und der japanische Astronaut Koichi Wakata - waren im Oktober mit dem Crew Dragon zu der Raumstation geflogen. Das SpaceX-Raumschiff bietet aber nicht genug Platz, dass alle sieben damit zur Erde fliegen könnten.



