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ISS-Frachter: Antares-Rakete startet wieder

Zwei Jahre nach der Explosion beim Start soll wieder eine Antares-Rakete einen Frachter zur ISS bringen. Die Kombination aus amerikanischer, russischer, ukrainischer und europäischer Technik hat eine interessante Geschichte.

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Beim letzten Start explodierte die Rakete.
Beim letzten Start explodierte die Rakete. (Bild: Nasa (Joel Kowsky))

Um 1:40 Uhr morgens, mitteleuropäischer Zeit, soll wieder ein Cygnus-Frachter des amerikanischen Raumfahrt- und Rüstungskonzerns Orbital ATK zur ISS fliegen. Er soll die Raumstation mit 2,5 Tonnen Fracht versorgen. Es wird nach zwei Jahren der erste Start einer modernisierten Antares-Rakete sein. Der Start wurde seit August mehrfach verschoben, zuletzt wegen eines defekten Kabels in der Startrampe.

Inhalt:
  1. ISS-Frachter: Antares-Rakete startet wieder
  2. Zwischen Pannen und Nuklearraketen

Der letzte Start einer Antares-Rakete fand im Oktober 2014 auf Wallops Island im US-Staat Virginia statt. Wenige Sekunden nach dem Start hatte eines der NK-33 Triebwerke der Rakete einen Defekt. Die Rakete fiel auf die Startrampe zurück und explodierte. Nach dem Startunfall musste die Startrampe für 15 Millionen US-Dollar repariert werden. Nach einem Streit um die Kosten zahlte Orbital ATK schließlich einen Anteil von 5 Millionen US Dollar, den Rest übernahmen die Nasa und die Behörde für kommerzielle Raumfahrt in Virginia.

Triebwerke aus sowjetischen Restbeständen

Die NK-33-Triebwerke wurden ursprünglich am Anfang der 1970er Jahre für den Nachfolger der sowjetischen Mondrakete N-1 gebaut. Danach lagerten sie über Jahrzehnte in nicht klimatisierten Lagerhäusern, bis ein Teil der Triebwerke in die USA importiert und von Aerojet Rocketdyne umgebaut wurde. Anschließend wurden sie als AJ-26 bezeichnet. Bis ins Jahr 2013 waren sie die Raketentriebwerke, die im Verhältnis zu ihrem Gewicht den höchsten Schub hatten. Das änderte sich erst mit der Entwicklung des Merlin-1D-Triebwerks von SpaceX, das aber deutlich weniger effizient als das NK-33 ist.

Die Unfallursache wurde nie abschließend geklärt. Aber schon vor dem Unfall gab es ähnliche Probleme mit den alten Triebwerken auf dem Teststand. Nach dem Unfall benötigte Orbital ATK Ersatztriebwerke, die wieder aus Russland beschafft wurden. Sie werden als RD-181-Triebwerke bezeichnet. Sie sind deutlich schwerer als die NK-33, haben dafür aber mehr Schub und sind noch etwas effizienter. Ihre Leistung ist mit den RD-191-Triebwerken der neuen russischen Angara-Raketen identisch. Sie wurden aber für den Einsatz in der Antares-Rakete modifiziert.

Der Frachter wird in Europa gebaut

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Die restlichen Strukturen der ersten Stufe stammen aus dem ukrainischen Staatsbetrieb Juschmasch, der schon in der Sowjetunion die Zenit-Raketen baute. Juschmasch war deshalb auch Teil des amerikanisch-russisch-ukrainischen-norwegischen Joint Ventures SeaLaunch, das Zenit-Raketen von einer umgebauten Ölbohrplattform startete. Der Cygnus-Frachter selbst wird von dem französisch-italienischen Konzern Thales-Alenia im Auftrag von Orbital ATK hergestellt.

Die zweite Stufe der Antares-Rakete wurde vor der Fusion der beiden Unternehmen von Orbital Sciences bei ATK in Auftrag gegeben. ATK stammt selbst aus einer Fusion des Rüstungskonzerns Alliant Tech Systems mit dem Konzern Thiokol, der Minuteman-Interkontinentalraketen und die Feststoffbooster des Space Shuttles hergestellt hat. Thiokol erlangte vor allem durch das Challenger-Unglück internationale Bekanntheit, als die Gummidichtung eines Feststoffboosters wegen des kalten Wetters beim Start versagte.

Zwischen Pannen und Nuklearraketen 
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