iSpoof: Europol nimmt Spoofing-Dienst aus dem Netz

Der Online-Spoofing-Dienst iSpoof wurde von internationalen Strafverfolgungsbehörden aufgelöst. Dabei wurden 142 Personen einschließlich des mutmaßlichen Hauptadministrators des Dienstes verhaftet. Das teilte Europol am Donnerstag mit.
Der Dienst ermöglichte es Kriminellen, sich als vertrauenswürdige Unternehmen oder Kontakte zu präsentieren, um so an vertrauliche Informationen ihrer Opfer zu gelangen. So konnten nach einer Anmeldung und gegen Bezahlung beispielsweise "anonym gefälschte Anrufe getätigt, aufgezeichnete Nachrichten versandt und Einmalpasswörter abgefangen werden," wie Europol mitteilt(öffnet im neuen Fenster) .
Über die Webseite konnten sich die Nutzer beispielsweise als Banken, Einzelhandelsunternehmen oder staatliche Einrichtungen ausgeben. Europol vermutet, dass mit Hilfe des Dienstes ein Schaden von über 115 Millionen Euro verursacht wurde.
Allein in den letzten 16 Monaten habe der Dienst 3,7 Millionen Euro erwirtschaften können. Laut der Metropolitan Police(öffnet im neuen Fenster) wurden zwischen Juni 2021 und Juli 2022 10 Millionen Betrugsanrufe über iSpoof abgewickelt.
Nutzer und Betreiber von iSpoof festgenommen
Unter den 142 festgenommenen Personen sind Nutzer sowie die Betreiber des Dienstes. Der Hauptadministrator wurde am 6. November in Großbritannien verhaftet. Die Server wurden am 8. November von ukrainischen und US-Behörden beschlagnahmt und vom Netz genommen. Die Domains ispoof[.]me und ispoof[.]cc geben seitdem die Beschlagnahme durch die Polizei bekannt. Beschlagnahmt wurden sie demnach durch das FBI.
An den Ermittlungen waren neben Europol und Eurojust britische Strafverfolgungsbehörden beteiligt, welche die internationale Zusammenarbeit initiiert haben. Aus Deutschland wirkte das Bundeskriminalamt (BKA) an den Ermittlungen mit.



