ISDN: M-net will keine zwangsweise All-IP-Einführung
Der regionale Telekommunikationsanbieter M-net will seine Kunden nicht zwangsweise auf All-IP-Anschlüsse umstellen. Das gab das Unternehmen am 13. Februar 2015 bekannt(öffnet im neuen Fenster). Besonders für Geschäftskunden sei der sofortige Umstieg auf die Internet-Telefonie aus wirtschaftlicher Sicht nicht immer sinnvoll. "Für Unternehmen, die wie gewohnt über ihre ISDN-Anlage telefonieren möchten, bietet M-net weiterhin echte ISDN-Anschlüsse an", erklärte der Netzbetreiber.
Das Unternehmen sei bestrebt, diese klassische Festnetz-Technologie auch über das Jahr 2020 hinaus unterstützen zu können.
"ISDN ist für viele unserer Kunden nach wie vor die wesentliche Zugangstechnologie für den Sprachdienst", sagte Jens Prautzsch, Vorsitzender der M-net-Geschäftsführung. "Aber wie bei anderen Technologien auch sind wir hierbei vom Support unserer Zulieferer abhängig – beispielsweise um sicherheitsrelevante Updates einspielen zu können. Unsere Lieferanten haben uns jedoch zugesichert, ISDN bis mindestens 2020 zu unterstützen."
Von einem Ultimatum der Deutschen Telekom, die Sprachtelefonie auf VoIP umzustellen oder gekündigt zu werden, sind 300.000 Kunden betroffen. Am 23. September 2014 wurde berichtet, dass die Telekom damit begonnen habe, die VoIP-Umstellung in den 54 Städten, in denen zuerst VDSL angeboten wurde, mit Kündigungsdrohungen durchzusetzen. Angeschrieben würden nur Kunden, deren Vertrag in einigen Monaten auslaufe und die einen PSTN/ISDN-Anschluss hätten.
Ziel sei es, bis zum Ende des Jahres 2018 das gesamte Netz in Deutschland auf IP-Technologie umzustellen. Das Ultimatum der Deutschen Telekom soll bis auf Ausnahmen erst in den nächsten Jahren umgesetzt werden.
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