Isar Aerospace: Spectrum Rakete zeigt erfolgreichen Qualifikationsflug
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Die größte Herausforderung aller Raketen ist nicht der erste erfolgreiche Start, sondern die Serienproduktion und der reguläre Betrieb. Diese Herausforderung beginnt mit dem ersten Qualifikationsflug und den absolvierte Isar Aerospace, 8 Jahre nach der Firmengründung, in der Nacht zum 5. September 2026 erfolgreich mit der Spectrum-Rakete(öffnet im neuen Fenster). Die in Deutschland produzierte Rakete startete vom Andøya Spaceport in Norwegen. Es ist die erste privat entwickelte europäische Rakete, die einen Orbit erreichte. SpaceX war 2 Jahre schneller, nutzte dafür jedoch bestehende Technologie aus Entwicklungsprogrammen der Nasa.
Es war der zweite Flug der Rakete, nachdem ein Testflug des Prototyps der Rakete im Jahr 2025 bereits nach 18 Sekunden durch ein unbeabsichtigt geöffnetes Ventil geendet hatte. Diesmal stand kein Prototyp, sondern die zur produktionsreife entwickelte Rakete auf der Startrampe. An Bord waren fünf Cubesats und eine fest mit der Oberstufe der Rakete verbundenen Nutzlast, die in einen 500 km hohen sonnensynchronen Orbit gebracht wurden.
Nun wird die Produktion der neuen Rakete und die reguläre Durchführung weiterer Starts im Vordergrund stehen, was für alle neuen Raketenhersteller eine große Herausforderung darstellt. Deshalb ist die Spectrum zunächst auch als kleine Einweg-Rakete konstruiert, mit einer Tonne Nutzlast in niedrige Erdorbits und 700 kg in den angeflogenen sonnensynchronen Orbit, der besonders gut für Erdbeobachtungssatelliten geeignet ist. Sie ist allerdings zu klein für den Aufbau von großen Satellitenkonstellationen aus mittelgroßen Satelliten.
Moderne Konstruktion mit Propan und Kohlefaser
Wie viele moderne Einweg-Raketen folgt die Spectrum dem Muster der Falcon 9, die ursprünglich ebenso als Einweg-Rakete konstruiert wurde. Dabei wird eine zweistufige Rakete gebaut, in der beide Stufen so weit wie möglich die gleiche Triebwerks- und Konstruktionstechnik verwenden. Wenn die zweite Stufe nur ein Triebwerk verwenden soll, führt das zur Verwendung von neun Triebwerken in der ersten Stufe, um beim Start genug Schub zu liefern.
Im Unterschied zur Falcon 9 wird die Spectrum aus Kohlefaser und nicht aus Aluminium gebaut. Der Treibstoff ist auch nicht Kerosin, sondern Propan. Es verbrennt in Raketentriebwerken sauberer und effizienter als Kerosin, hat aber dennoch eine höhere Dichte als das inzwischen häufig benutzte Methan. Dadurch benötigt die Rakete kleinere und leichtere Treibstofftanks.
Gewichtseinsparung durch kompakte Tanks aus leichtem Material ist bei kleinen Raketen besonders wichtig, weil kleinere Bauteile bei identischen Toleranzen in der Fertigung schwerer sind. Hinzu kommt, dass auch physikalische Parameter wie die Luftreibung beim Start und der Strömungswiderstand in allen Turbopumpen und Treibstoffleitungen der Triebwerke im kleinen Maßstab höher sind und die Brennkammern viel weniger Volumen im Vergleich zur aufwändig gekühlten inneren Oberfläche haben.
Dadurch hat die Spectrum mit einer Tonne nur etwa ein zwanzigstel der Nutzlast einer Falcon 9, obwohl der Schub des Triebwerks fast ein Zehntel beträgt. Das ist ein Resultat der allgemeinen physikalischen Probleme kleiner Raketen und deutet nicht auf eine schlechte Konstruktion hin.
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