Zum Hauptinhalt Zur Navigation

IRT: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk schließt Forschungszentrum

Rund 100 Beschäftigte in der wichtigen Einrichtung verlieren ihren Arbeitsplatz. Zuletzt wurde an einer Verknüpfung von Rundfunk (Broadcast) mit 5G-Mobilfunk (Unicast), dem FeMBMS-Rundfunkmodus gearbeitet.
/ Achim Sawall
14 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Rundfunk mit 5G vom IRT (Bild: IRT)
Rundfunk mit 5G vom IRT Bild: IRT

Das Institut für Rundfunktechnik (IRT) wird zum Jahresende geschlossen. Das gab das Forschungszentrum des öffentlich-rechtlichen Rundfunks am Wochenende bekannt (PDF)(öffnet im neuen Fenster) . In einer Sondersitzung der IRT-Gesellschafterversammlung sei kein tragfähiges Modell für eine Fortführung des Instituts für Rundfunktechnik gefunden worden. "Trotz intensivster Bemühungen war es nicht möglich, eine belastbare wirtschaftliche Zukunftsperspektive für das IRT zu erarbeiten" , erklärte das IRT. Die Gesellschafter sind die Rundfunkanstalten ARD, ZDF, Deutschlandradio, ORF (Österreich) und SRG/SSR (Schweiz).

Zuletzt war das IRT erfolgreich mit einem Testfeld für die Verknüpfung von Rundfunk (Broadcast) mit Mobilfunk (Unicast). Mit dem FeMBMS-Rundfunkmodus konnten über sehr große Funkzellen mit bis zu über 60 Kilometer Radius Inhalte zeitgleich preiswert verbreitet werden. Die Entwicklung und Forschung aus Bayern sollte in den 5G-Standard eingehen.

Auch an der Entwicklung des Audio-Dateiformats MP3 war das IRT beteiligt. Im Jahr 2017 wurde jedoch bekannt, dass ein vom IRT beauftragter Anwalt Patenterlöse von rund 200 Millionen Euro des Instituts umgeleitet haben soll. In einem Patentrechtsstreit konnte das IRT nur 60 Millionen Euro zurückerhalten.

In den vergangenen Monaten hatten die Gewerkschaft Verdi und der Betriebsrat(öffnet im neuen Fenster) mit der IRT-Führung über Bedingungen für eine Weiterführung in verkleinerter Form verhandelt. Die Schließung bedeutet nun das Aus für über 100 Arbeitsplätze.

"Für uns ist der Kampf aber trotz dieser Entscheidung noch nicht vorbei" , erklärte Luise Klemens, Landesbezirksleiterin von Verdi Bayern. "Wir appellieren an die Staatsregierung, zusammen mit den Beschäftigten und uns dafür zu sorgen, dass der Wissenschaftsstandort Bayern nicht diesen herben Rückschlag verkraften muss. Es wäre grob fahrlässig, diese geballte Kompetenz zu verlieren" , ergänzte Klemens.


Relevante Themen