Abo
  • Services:
Anzeige
Mobilfunkanbieter dürfen nicht mit überzogenem Maximalspeed werben.
Mobilfunkanbieter dürfen nicht mit überzogenem Maximalspeed werben. (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

Irreführende Telekom-Werbung: Maximalspeed darf nicht zu weit über Mittelwert liegen

Mobilfunkanbieter dürfen nicht mit überzogenem Maximalspeed werben.
Mobilfunkanbieter dürfen nicht mit überzogenem Maximalspeed werben. (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

"Bis zu 100 MBit/s im LTE-Netz": Für Mobilfunkverträge wird gerne mit dem maximalen Download-Speed geworben. Das kann jedoch unzulässig sein, entschied das Oberlandesgericht Frankfurt.

Anzeige

Die von Mobilfunkanbietern verwendete Werbeaussage einer maximalen Downloadgeschwindigkeit kann irreführend sein, wenn diese zu sehr von der mittleren Übertragungsgeschwindigkeit abweicht. Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main in einem jüngst bekanntgewordenen Urteil vom 7. Mai 2015 (Aktenzeichen: 6 U 79/14). Das Gericht bestätigte damit weitestgehend ein vorhergehendes Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main. Der betroffene Mobilfunkanbieter, die Deutsche Telekom, darf nun nicht mehr mit dem Slogan werben: "Nur im Netz der Deutschen Telekom surfen Sie mit LTE-Geschwindigkeit von bis zu 100 MBit/s".

Zwar hatte sich das Unternehmen mit einer Fußnote abzusichern versucht und einschränkend geschrieben: "Die Bandbreite von bis zu 100 MBit/s im Download ist in immer mehr Ausbauregionen verfügbar. Weitere Informationen vom Netzausbau und zur Verfügbarkeit von LTE erhalten Sie unter www.....de/..." Dies ist nach Ansicht des Gerichts jedoch nicht ausreichend, wenn die Mittelwerte beispielsweise nur bei 45 MBit/s und damit deutlich unter dem Maximalwert liegen.

Nutzer erwarten höheren Durchschnitt

Die Richter verwiesen dabei auf einen Artikel bei Focus Online, in dem es hieß: "Über Mobilfunk muss der mobile User viel stärkere Speed-Schwankungen in Kauf nehmen als an stabilen, stationären Anschlüssen wie etwa VDSL-Kupferkabel, TV-Koaxialkabel oder Glasfaser. Die Protzerei mit sporadischen LTE-Höchstwerten an perfekt versorgten Standorten hilft dem echten Dauer-User wenig, wenn er sein LTE-Smartphone tagein tagaus in Stadt und Land an ständig wechselnden Stellen benötigt." In seiner Begründung schrieb das Gericht: "Da es den angesprochenen Verkehrskreisen in erster Linie auf den Mittelwert ankommt, wird er die angegriffene Aussage so verstehen, dass er auch im Mittel einen hohen Download-Speed erwarten darf."

Strittig war vor Gericht die Frage, inwieweit der Mittelwert vom Kläger korrekt nachgewiesen wurde. Die Telekom wollte die Tests nicht gelten lassen, da nicht sämtliche Messungen in die Berechnung eingeflossen seien und der Kläger Geräte mit einem Tarif eingesetzt habe, der den maximalen Speed von 100 MBit/s nicht erlaube. Diesen Einwand ließen die Richter aber nicht gelten und nahmen Bezug auf einen Test bei teltarif.de vom September 2012. Darin hieß es: "So lagen wir regelmäßig zwischen 30 und 60 MBit/s im Downstream. Ein typischer Wert waren rund 45 MBit/s. Die Telekom wirbt wiederum mit Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s. Im Upstream kamen wir stabil auf 10 MBit/s, während die Ping-Zeiten zwischen 28 und 50 ms schwankten." Diesen Artikel habe sich die Telekom selbst zu eigen gemacht.

Mehr Hinweise erforderlich

Daher urteilten die Richter: "Ein Mittelwert von nicht mehr als 45 MBit/s ist von dem beworbenen Spitzenwert jedoch so weit entfernt, dass die angesprochenen Verkehrskreise bei der Wahl dieses Tarifs nicht die Vorstellung haben, im Mittel mit dieser Geschwindigkeit zu surfen." Zudem habe die Telekom im Prozess nicht nachweisen können, dass die mittlere Downloadgeschwindigkeit seit 2012 deutlich gestiegen sei. Wenn die Telekom nicht in der Lage sei, "einen Mittelwert - zumindest annähernd - anzugeben, darf sie mit dem Maximalspeed nur dann werben, wenn die Werbung nicht nur die Angabe 'bis zu', sondern weitere aufklärende Hinweise enthält", schrieben die Richter. Es bestehe kein Anlass, daran zu zweifeln, dass der Annäherungswert von 45 MBit/s "einem theoretisch ermittelbaren exakten Wert so nahe kommt, dass etwaige Abweichungen für die Beurteilung der Irreführungsgefahr nicht relevant sind".

Zumindest einen Teilerfolg konnte die Telekom erzielen. So sei die Werbung nicht deshalb schon irreführend, weil nur in vereinzelten Regionen der Mobilfunkstandard LTE im Frequenzbereich von 1,8 GHz (LTE 1800) ausgebaut gewesen sei. Die Verbraucher wüssten, nicht zuletzt wegen der Verfügbarkeit von DSL, "dass neue Übertragungstechniken nur sukzessive bereitgestellt werden". Zudem sei auf den Aspekt der Ausbauregionen in einer Fußnote hingewiesen worden. Schließlich sei der Ausbau in damals 50 Städten nicht derart marginal, dass man die Werbung unter diesem Gesichtspunkt als irreführend angreifen könnte. Sollte sich die mittlere Surfgeschwindigkeit "signifikant" verbessern, sei die Werbung auch wieder erlaubt.


eye home zur Startseite
DerDy 18. Nov 2015

Das ist keine Ausnahme. Hast Du etwa nur meinen letzten Abschnitt gelesen? Dann zurück...

DerDy 18. Nov 2015

Nicht groß? Hmm, ich habe Berichte und Test gesehen, da war der Unterschied gewaltig...

DerDy 16. Nov 2015

Ich habe das gelesen und auch verstanden ;-) Du unterliegst einem Missverständnis. Das...

Youssarian 16. Nov 2015

Ja, das hört sich sehr gut an. Dieses Konditionen scheint es aber nicht mehr zu geben...

Jasmin26 16. Nov 2015

..... die Telekom hat NUR behaupte das nicht alle Berechnungen eingeflossen sind, zumal...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. arago GmbH, Frankfurt am Main
  2. Robert Bosch GmbH, Plochingen
  3. MBtech Group GmbH & Co. KGaA, verschiedene Standorte
  4. Schwarz IT Infrastructure & Operations Services GmbH & Co. KG, Neckarsulm


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Day of the Tentacle Remastered 4,99€, Grim Fandango Remastered 2,79€, Monkey Island 2...
  2. (u. a. G29 Lenkrad 195,99€, G402 Maus 35,99€, G9333 Headset 121,99€)
  3. (u. a. Receiver ab 38,49€)

Folgen Sie uns
       


  1. Cloud Native Con

    Kubernetes 1.6 versteckt Container-Dienste

  2. Blizzard

    Heroes of the Storm 2.0 bekommt Besuch aus Diablo

  3. APT29

    Staatshacker nutzen Tors Domain-Fronting

  4. Stellenanzeige

    Netflix führt ausgefeilten Kampf gegen illegale Kopien

  5. Xbox One

    Neue Firmware mit Beam und Erfolgsmonitoring

  6. Samsung

    Neue Gear 360 kann in 4K filmen

  7. DeX im Hands On

    Samsung bringt eigene Desktop-Umgebung für Smartphones

  8. Galaxy S8 und S8+ im Kurztest

    Samsung setzt auf langgezogenes Display und Bixby

  9. Erazer-Serie

    Medion bringt mehrere Komplett-PCs mit AMDs Ryzen heraus

  10. DJI

    Drohnen sollen ihre Position und ihre ID funken



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Android O im Test: Oreo, Ovomaltine, Orange
Android O im Test
Oreo, Ovomaltine, Orange
  1. Android O Alte Crypto raus und neuer Datenschutz rein
  2. Developer Preview Google veröffentlicht erste Vorschau von Android O
  3. Android O Google will Android intelligenter machen

Buch - Apple intern: "Die behandeln uns wie Sklaven"
Buch - Apple intern
"Die behandeln uns wie Sklaven"
  1. iPhone Apple soll A11-Chip in 10-nm-Verfahren produzieren
  2. WatchOS 3.2 und TVOS 10.2 Apple Watch mit Kinomodus und Apple TV mit fixem Scrollen
  3. Patentantrag Apple will iPhone ins Macbook stecken

Lithium-Akkus: Durchbruch verzweifelt gesucht
Lithium-Akkus
Durchbruch verzweifelt gesucht
  1. Super MCharge Smartphone-Akku in 20 Minuten voll geladen
  2. Brandgefahr HP ruft über 100.000 Notebook-Akkus zurück
  3. Brandgefahr Akku mit eingebautem Feuerlöscher

  1. Re: Am Besten gefallen mir die Preise ...

    ipodtouch | 22:48

  2. Re: Klinke

    Niaxa | 22:44

  3. Re: Und nach 1,5 Jahren auch wieder Schrott wegen...

    Niaxa | 22:40

  4. Re: Bixby vs s-voice

    Niaxa | 22:37

  5. Re: 64 gb rom?

    Niaxa | 22:34


  1. 18:40

  2. 18:19

  3. 18:01

  4. 17:43

  5. 17:25

  6. 17:00

  7. 17:00

  8. 17:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel