iRobot: Rasenmähroboter könnte Sternbeobachtung stören
Staubsaugen, wischen und die Regenrinne säubern können sie schon, die Roboter von iRobot(öffnet im neuen Fenster). Jetzt entwickelt das US-Unternehmen einen Roboter, der den Rasen mäht.
Viel ist über das Projekt nicht bekannt. Dass iRobot offensichtlich an einem solchen Roboter arbeitet, geht aus einem Dokument(öffnet im neuen Fenster) hervor, das das Unternehmen bei der US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) eingereicht hat. Darin beantragt iRobot ein funkbasiertes System, um den Arbeitsbereich des Roboters, RLM genannt (von: robotic lawn mower), zu begrenzen.
Ein Roboter braucht Grenzen
Damit der Roboter weiß, wo der Rasen aufhört und beispielsweise ein Blumen- oder Gemüsebeet anfängt, das er tunlichst nicht mähen soll, braucht er eine Begrenzung. Meist ist das ein Draht, der vor dem Robotereinsatz im Boden verbuddelt werden muss. Diese Arbeit möchte iRobot den Nutzern ersparen: Das Unternehmen greift auf ein System zurück, das auch früher bei den Staubsaugerrobotern zum Einsatz kam: virtuelle Begrenzungen, die den Aktionsradius des Roboters bezeichnen.
Bei den Roombas arbeiteten die virtuellen Mauern mit Infrarot, auf dem Rasen will iRobot Funk einsetzen – deshalb auch der Antrag bei der FCC. Es sind etwa 60 Zentimeter hohe Sender, die in den Boden gesteckt werden – für von 1.000 bis 2.000 Quadratmetern großen Rasen werden laut iRobot vier bei neun dieser Sender benötigt. Der RLM wird einmal eingerichtet und berechnet dann mit Hilfe der Sender seine Position, indem er sie anfunkt und die Laufzeit bis zur Rückkehr der Signale misst.
Sender sind nicht fest installiert
Die Sender sollen in dem Frequenzbereich zwischen 6.240 und 6740 MHz senden, da in dem Bereich nur eine geringe Sendeleistung nötig ist. Die FCC-Regularien verbieten draußen fest installierte Einrichtungen, die in diesem Spektrum senden. Die Sender seien keine feste Einrichtung, argumentiert iRobot in dem Antrag.
Widerspruch kommt von der US-Gesellschaft für Astronomie. Nicht, dass die Wissenschaftler grundsätzlich dagegen wären, den Rasen von einem Roboter mähen zu lassen. Sie stören sich an dem Funksystem: Es störe ihre Arbeit, sagen sie. Das National Radio Astronomy Observatory (NRAO) sucht in einem Teil dieses Spektrums – von 6.650 bis 6.675,2 MHz – nach den spektralen Signaturen von Methanol im Weltall. Das Vorkommen von Methanol weist auf die Entstehung von Sternen hin.
Astronomen befürchten Störsignale
Die Astronomen befürchten, dass die Signale ihre empfindlichen Messungen stören könnten. Im Umkreis des Green Bank Telescope etwa, das die NRAO im US-Bundesstaat West Virginia betreibt, ist die Nutzung von Mobiltelefonen streng verboten. Die Sender könnten noch aus einer Entfernung von 89 Kilometern das Teleskop stören, schreibt die NRAO in einem Widerspruch gegen den iRobot-Antrag(öffnet im neuen Fenster). In seiner Antwort(öffnet im neuen Fenster) wiederum widerspricht das Unternehmen: Der Störungsbereich habe einen Radius von höchstens 19,3 Kilometern.
Die FCC habe sich bisher nicht dazu geäußert, berichtet die US-Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster). Dafür hat iRobot schon einen Vorschlag zur Güte gemacht: Das Unternehmen wolle im Handbuch und auf dem Roboter einen Vermerk anbringen, der RLM dürfe nur in Wohngegenden betrieben werden.
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