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1986er Iris PC16: Ein "genialer Bursche" aus Jugoslawien

Ende der 1980er Jahre, zu Beginn der Computerrevolution, entwickelt eine Firma aus Sarajevo einen eigenen Personalcomputer: Der Iris PC 16 sollte sogar IBM Konkurrenz machen.
/ Erdin Kadunic
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Hochprofitabel: Die Gewinnmarge soll beim Iris PC 16 bei 200 Prozent pro Gerät gelegen haben. (Bild: Energoinvest)
Hochprofitabel: Die Gewinnmarge soll beim Iris PC 16 bei 200 Prozent pro Gerät gelegen haben. Bild: Energoinvest
Inhalt
  1. 1986er Iris PC16: Ein "genialer Bursche" aus Jugoslawien
  2. Ein technologisches und wirtschaftliches Erfolgsmodell

Wenn heute von Energoinvest die Rede ist, denken die meisten an Wasserkraftwerke, Stromleitungen und Ingenieurprojekte rund um den Globus. Doch das am 19. April 1951 gegründete Unternehmen war viel mehr.

Unter seinem Gründer Emerik Blum entwickelte sich Energoinvest zu einem der größten Industriekonzerne Jugoslawiens, baute Hunderte von Kraftwerken, errichtete über 60.000 Kilometer Stromleitungen, war in mehr als 100 Ländern aktiv und galt als Symbol jugoslawischer Ingenieurskunst und wirtschaftlicher Stärke. In diesem Umfeld, in dem Technik und Innovation eine zentrale Rolle spielten, entstand auch die Idee, einen eigenen Computer zu entwickeln.

Mitte der 1980er Jahre gipfelten diese Bemühungen in der Entwicklung eigener Personalcomputer. Zunächst entstand der Iris 8, der bereits in Serie gefertigt wurde.

Doch der entscheidende Durchbruch kam 1986 mit dem Iris PC 16. Die Fachpresse nannte ihn einen "genijalni malisa" – den genialen kleinen Burschen.

Ausgestattet war der Iris PC 16 mit einem Intel-Prozessor mit 8 MHz (8088) und arbeitete nach Angaben der Firma schneller als vergleichbare IBM-Modelle, bei einem Speicher von 1 Mbyte, erweiterbar auf bis zu 20 Megabyte. Er soll zudem über einen hohen Integrationsgrad der Komponenten verfügt haben.

Der Iris PC 16 gilt als heimisches Produkt, weil es entwickelt wurde, ohne auf ausländische Lizenzen zurückzugreifen – auch wenn es eine Zusammenarbeit mit einem US-Unternehmen bei der Entwicklung gab.

Für den heimischen Markt besonders wichtig: Monitore und Drucker hatten zusätzliche Chips, die die Darstellung und den Druck der bosnischen Sonderzeichen šđčćž ermöglichten – etwas, das westliche Hersteller zu diesem Zeitpunkt nicht anboten. Die Möglichkeit, einheimische Buchstaben darzustellen und zu drucken war für geschäftliche und administrative Anwendungen sehr wichtig.

Der Iris kostete 7.000 bis 8.000 Mark

Der Iris konnte als intelligentes Terminal eingesetzt werden, zur Entlastung von Großrechnern, im Datenbankmanagement, bei Bank- und Postsystemen, im CAD-Design oder für Präsentationen. Er war damit weit mehr als ein einfacher Bürocomputer.

Ein Iris kostete damals umgerechnet etwa 7.000 bis 8.000 Mark. Das war eine enorme Summe, dennoch war die Nachfrage hoch. Verkauft wurde er vor allem in Jugoslawien und dort insbesondere in den Regionen Bosnien und Herzegowina, aber auch im Ausland. Hauptabnehmer waren Energoinvest-Fabriken und andere Industrieunternehmen.


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