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Irankrieg: Wie Europa eine Gaskrise verhindern kann

Durch den Irankrieg hat sich der Gaspreis verdoppelt. Viele Länder in der EU haben vorgesorgt, aber Deutschland bleibt zögerlich.
/ Mario Petzold
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Die Eskalation am Persischen Golf treibt Öl- und Gaspreise deutlich nach oben. (Bild: NurPhoto/Jonathan Raa)
Die Eskalation am Persischen Golf treibt Öl- und Gaspreise deutlich nach oben. Bild: NurPhoto/Jonathan Raa
Inhalt
  1. Irankrieg: Wie Europa eine Gaskrise verhindern kann
  2. Langer Weg zur Unabhängigkeit vom Gas

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine 2022 bahnt sich vier Jahre später mit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran die nächste Krise auf dem Gasmarkt an. Wobei die eigentlich schon stattfindet. Katar hat den Export eingestellt, Saudi-Arabien drosselt die Ölverarbeitung und die Straße von Hormus, durch die ein großer Teil des weltweiten Energiebedarfs transportiert wird, ist nicht passierbar.

Am 3. März 2026 stieg der Gaspreis um 100 Prozent(öffnet im neuen Fenster) im Vergleich zur letzten Februarwoche. Diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen, wenn der Krieg im Iran wie zuletzt angekündigt, noch Wochen andauern sollte. Für die Menschen vor Ort eine Katastrophe, in Europa durch steigende Energiepreise spürbar.

Nach dem Pipelinegas aus Russland trifft es nun das Tankergas aus dem Persischen Golf, und die Abhängigkeiten der EU von importierter Energie werden wieder offenkundig.

Hoher Gasverbrauch mit deutlichem Trend

Dass sich eine Situation wie 2022 mit Beginn des Kriegs gegen die Ukraine nicht wiederholen sollte, ist allerdings auf vielen Ebenen angekommen. Seitdem wurden mehrere Hebel bewegt. Dazu gehört nicht nur, dass Gasimporte nun verstärkt auch auf kürzerem Weg aus Norwegen oder Nordafrika kommen.

Der Gasverbrauch(öffnet im neuen Fenster) ist nach dem letzten Höchststand 2021 innerhalb der Europäischen Union um 19 Prozent gesunken, in Deutschland zumindest um 15 Prozent. Niedriger war der Bedarf zuletzt 1995.

Erneuerbare machen Tempo

Deutliche Bewegung ist darüber hinaus in den Ausbau der erneuerbaren Energien gekommen. Immerhin lässt sich die Technik vor Ort bauen, wenn es um Windkraft geht. Solarzellen werden hingegen importiert, fast ausschließlich aus China, wobei zumindest die Entwicklungsarbeit auch lokal stattfindet.

Die dritte Komponente, die Batterietechnik, soll ebenfalls ein heimischer Industriezweig werden. Wie wichtig die drei Energietechniken sind und wie entscheidend es ist, dass sie auch ohne Importe Energie bereitstellen, hat sich herumgesprochen.

Von 2021 bis 2024 hat sich die installierte Leistung aus Photovoltaik(öffnet im neuen Fenster) in der kompletten EU um 91 Prozent erhöht. Bei Windkraft gab es im gleichen Zeitraum immerhin eine Erhöhung um 30 Prozent. Deutschland blieb jeweils zurück: Bei Photovoltaik lag der Zuwachs bei knapp 50 Prozent, bei Windkraft bei 15 Prozent. Insgesamt wächst der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch halb so schnell wie im EU-Schnitt.


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