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Irankrieg: USA schränken private Satellitenbilder ein

Planet Labs und andere Anbieter schränken auf Druck der US-Regierung den Zugang zu Satelliten -Aufnahmen aus der Golfregion ein.
/ Andreas Donath
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Planet Labs Werbung (Bild: Planet Labs)
Planet Labs Werbung Bild: Planet Labs

Der US-amerikanische Satellitenbildanbieter Planet Labs(öffnet im neuen Fenster) schränkt den Zugang zu Aufnahmen aus dem Iran-Kriegsgebiet auf Bitten der US-Regierung stark ein.

Das Unternehmen kündigte laut einem Bericht des Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) an, auf ein sogenanntes Managed-Access-System umzustellen: Satellitenbilder aus der Region werden künftig nur noch im Einzelfall freigegeben, und zwar ausschließlich für dringende geschäftskritische Anfragen oder wenn ein öffentliches Interesse besteht.

Eine Sprecherin von Planet Labs bestätigte gegenüber dem WSJ, dass die US-Regierung Anbieter aufgefordert habe, die Verbreitung von Bildern aus dem Konfliktgebiet auf unbestimmte Zeit zurückzuhalten. Die neue Zugangspolitik soll bis zum Ende des Krieges gelten.

Planet Labs war bereits zuvor dazu übergegangen, die Veröffentlichung von Aufnahmen aus der Region zu verzögern . Der Satellitendienst begründete das mit der Befürchtung, dass ungefiltertes Material in die Hände von Gegnern der USA geraten könne.

Branchenweit wächst der Druck

Auch andere Anbieter ziehen nach. Vantor, ein weiteres Satellitenunternehmen mit Verbindungen zu US-Sicherheitsbehörden, bestätigte gegenüber dem WSJ, ebenfalls Zugangsbeschränkungen zu Bildern eingeführt zu haben, unter anderem im Nahen Osten. Als Begründung verwies ein Sprecher auf die besonders hohe Auflösung der Satellitenbilder. Blacksky Technology äußerte sich nicht zu einer entsprechenden Anfrage.

US-Sicherheitsbehörden gehören zu den größten Abnehmern kommerzieller Satellitendaten. Diese Marktmacht verschafft der Regierung erheblichen Einfluss darauf, wie Unternehmen ihre Aufnahmen verwalten und verbreiten.

Kommerzieller Boom trifft auf Sicherheitsinteressen

Die Einschränkungen fallen in eine Phase, in der die Branche ihre Satellitenflotten massiv ausgebaut hat. Kunden aus Landwirtschaft, Versicherungswirtschaft und anderen Branchen treiben die Nachfrage nach detaillierten Erdaufnahmen voran. Der Iran-Konflikt bringt diesen kommerziellen Expansionskurs nun in direkte Spannung mit nationalen Sicherheitsinteressen.

Das von Planet Labs gewählte Managed-Access-Modell bedeutet keine vollständige Sperrung. Einzelfreigaben, etwa für humanitäre Zwecke oder bestimmte Berichterstattung, bleiben theoretisch möglich. Offen ist jedoch, ob weitere Anbieter folgen und ab welchem Punkt der Krieg als beendet gilt und damit die Beschränkungen aufgehoben werden.


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