Irankrieg: US-Radaranlagen getroffen
Satellitenbilder deuten darauf hin, dass der Iran zwei hochwertige US-Radaranlagen in Jordanien und Katar getroffen hat. Die genauen Auswirkungen auf die amerikanische Luftverteidigung in der Region sind bislang unklar.
Bereits in den ersten Kriegstagen soll das AN/TPY-2-Radar von Raytheon(öffnet im neuen Fenster) auf der jordanischen Muwaffaq Salti Air Base(öffnet im neuen Fenster) getroffen worden sein. CNN-Auswertungen(öffnet im neuen Fenster) von Satellitenbildern zeigen zwei etwa vier Meter große Krater in der Nähe des Systems – alle Bestandteile sollen zerstört oder stark beschädigt sein. Das Wall Street Journal berichtet(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter, dass die USA versuchen, das Radar schnell zu ersetzen. Ersatz ist jedoch kaum verfügbar.
Das AN/TPY-2 zählt mit einem Stückpreis von mehreren Hundert Millionen US-Dollar zu den teuersten Radaranlagen der US-Streitkräfte überhaupt. Es steuert die Abfangraketen des Thaad-Systems, dient als Frühwarnsystem und koordiniert die regionale Luftverteidigung. Drei weitere Standorte dieses Typs in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien wurden ebenfalls angegriffen – ob dabei Schäden entstanden, ist noch nicht bestätigt.
Iran-Angriffe: Radarinfrastruktur unter Dauerbeschuss
Laut New York Times(öffnet im neuen Fenster) sollen zudem zwei Satellitenterminals auf dem Stützpunkt der 5. US-Flotte in Bahrain zerstört worden sein, die für militärische Echtzeitkommunikation genutzt wurden.
Was Irans Durchhaltefähigkeit betrifft, zeichnet sich ein gemischtes Bild ab. Bei Drohnen dürfte Teheran noch erhebliche Reserven haben – das Centre for Information Resilience(öffnet im neuen Fenster) schätzt die iranische Produktionskapazität auf rund 10.000 Einheiten pro Monat. Bei ballistischen Raketen hingegen scheinen die Vorräte spürbar zu sinken. Die israelische Armee schätzt, dass der Iran noch etwa 150 Startgeräte besitzt; vor Kriegsbeginn sollen es zwischen 400 und 550 gewesen sein.
Die aktuellen Angriffszahlen des Irans deuten auf einen Rückgang hin. Gegen Israel wurden am ersten Kriegstag bis zu 100 Raketen abgefeuert, zuletzt waren es noch etwa 20 oder weniger pro Tag. Ähnliche Tendenzen zeigen sich bei den Angriffen auf Kuwait und Katar. Dennoch gehen die Angriffe weiter.
Ob die beschädigten Radaranlagen die zuletzt kürzeren Vorwarnzeiten in Israel beeinflusst haben, bleibt nach Angaben des israelischen Militärs weiterhin offen.



