Irankrieg und Energiekrise: Gaspreis treibt den Strompreis hoch, aber nicht überall
Der Angriff der USA und Israels auf den Iran ist für den gesamten Nahen Osten eine Katastrophe. In der EU macht das Ganze vor allem die weitere Abhängigkeit von fossiler Energie deutlich. Allerdings fallen die Auswirkungen von Land zu Land unterschiedlich aus.
Der Energie-Thinktank Ember(öffnet im neuen Fenster) untersuchte die Folgen in den vier großen Volkswirtschaften der EU(öffnet im neuen Fenster) Deutschland, Niederlande, Italien und Spanien und stellt gravierende Unterschiede fest. Die vier Staaten sind bei der Stromproduktion weiterhin auf Gas angewiesen, anders als Frankreich oder die skandinavischen Länder.
Strom aus Gas wird sofort teurer
Im Grunde sind überall die Kosten für die Energieproduktion aus Gas um 50 bis 60 Prozent gestiegen. Die Auswirkungen auf den Strompreis waren hingegen unterschiedlich. In Italien stieg der Strompreis in neun von zehn Stunden an, in Deutschland und den Niederlanden in vier von zehn Stunden, in Spanien in anderthalb von zehn Stunden.
Dass Spanien sich bereits teilweise von der Stromproduktion aus Gas lösen konnte, zeigte sich am Tagesverlauf der Strompreise. In den Stunden mit dem höchsten Verbrauch – morgens zwischen 6 und 9 Uhr sowie abends zwischen 18 und 22 Uhr – verteuerte sich der Strompreis in den meisten Ländern im Vergleich zu 2025.
Spaniens Strommarkt hat sich gewandelt
Die Bedarfsspitzen im Stromnetz werden über flexible Gaskraftwerke abgedeckt. Deren Betrieb verteuerte sich in den ersten Märztagen unmittelbar nach Beginn des Kriegs im Iran. In Spanien dagegen lag der Strompreis annähernd auf dem Niveau von 2025, nur in den Abendstunden ein wenig darüber.
Zwischen 2020 und 2024 machte sich Spanien in der Stromproduktion von Gas und vor allem von Kohle unabhängiger, weil Windkraft und insbesondere Photovoltaik massiv ausgebaut wurden. Spanien hat unter anderem beim Ausbau der Solarenergie Deutschland eingeholt, bezogen auf die Leistung pro Kopf.
Laut des Ember-Berichts sparte Spanien in dem Zeitraum Importkosten in Höhe von 13,5 Milliarden Euro für fossile Energieträger. Parallel sank der Strompreis in Spanien von einem der höchsten Werte innerhalb der EU auf einen der niedrigsten Durchschnittspreise, kaum beeinflusst von den derzeit hohen Gaspreisen.
Potenzial für weitere Verbesserungen gibt es auch in Spanien. Nicht nur das Stromnetz muss dort erweitert werden, dessen mangelhafte Steuerbarkeit maßgeblich zum großen Stromausfall im vergangenen Jahr beigetragen hatte.
Zudem befindet sich die Ausstattung des Stromnetzes mit Batteriespeichern noch auf niedrigem Niveau. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Europäischen Union liegt bei Großspeichern auf Platz 13.
- Anzeige Hier geht es zum Veska Balkonkraftwerk 1000/800W bei Netto Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



