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Irankrieg: Ukrainisches Drohnen-Know-how wird zur Währung

Die Ukraine tauscht ihre Drohnen -Kriegserfahrung gegen Geld und Waffen – und sitzt dabei plötzlich am längeren Hebel.
/ Andreas Donath
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Sting-Abfangdrohne (Bild: Wild Hornets)
Sting-Abfangdrohne Bild: Wild Hornets

Die Ukraine verhandelt derzeit mit mehreren Golfstaaten über ein ungewöhnliches Geschäft: Das Land bietet sein Wissen für den Kampf gegen iranische Drohnen an, im Gegenzug soll Geld für die ukrainische Rüstungsindustrie gezahlt werden.

Das bestätigten zwei hochrangige ukrainische Regierungsvertreter gegenüber Politico(öffnet im neuen Fenster) . Abgeschlossen sei aber noch nichts, hieß es.

Im Mittelpunkt steht die Erfahrung der Ukraine mit den iranischen Shahed-Drohnen. Diese Flugkörper, die russische Streitkräfte gegen ukrainische Städte einsetzen, bedrohen auch US-Stützpunkte und Infrastruktur am Golf.

Drohnen billiger abwehren

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 entwickelte die Ukraine kostengünstige Methoden, um Drohnen abzufangen: mit Flugabwehrgeschützen, auf Lastwagen montierten Maschinengewehren, günstigeren Raketen und schnellen Abfangdrohnen.

Das ist ein deutlicher Unterschied zur Praxis der Golfstaaten und der USA, die für jeden Abschuss Patriot-Raketen in Millionenwert einsetzen – gegen Drohnen, die nur einen Bruchteil davon kosten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich bei einer Pressekonferenz sichtlich überrascht, wie schnell amerikanische und arabische Streitkräfte ihre Patriot-Abfangraketen verbrauchen. Die USA haben die Ukraine inzwischen offiziell um Unterstützung gegen die Shahed-Drohnen im Nahen Osten gebeten .

Selenskyj erklärte, er habe seine Mitarbeiter bereits angewiesen, die nötige Hilfe bereitzustellen und ukrainische Spezialisten in die Region zu schicken.

Zwei Ziele, ein Hebel

Für die Ukraine stecken hinter den Verhandlungen zwei konkrete Hoffnungen. Erstens: Geld aus den Golfstaaten, das eine Finanzlücke schließen soll. Ein geplanter EU-Kredit über 90 Milliarden Euro liegt auf Eis, blockiert durch das Veto des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Zweitens: Eine Vereinbarung mit den USA könnte Nachschub für die Patriot-Systeme bringen.


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