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Irankrieg: Satellitenfirma Planet Labs pausiert Bildveröffentlichungen

Satellitenaufnahmen können dem Iran Aufschluss über den Erfolg seiner Vergeltungsangriffe geben. Angeblich liefert Russland inzwischen Daten.
/ Friedhelm Greis
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Aufnahmen von Planet Labs zeigen einen Brand in einem Industriegebiet in Dubai. (Bild: Planet Labs PBC/Reuters)
Aufnahmen von Planet Labs zeigen einen Brand in einem Industriegebiet in Dubai. Bild: Planet Labs PBC/Reuters

Das US-amerikanische Unternehmen Planet Labs will die Veröffentlichung von Satellitenaufnahmen aus dem Nahen Osten vorläufig aussetzen. "Ab sofort werden alle neuen Bilder, die über den Golfstaaten, dem Irak, Kuwait und angrenzenden Konfliktzonen aufgenommen werden, erst nach 96 Stunden in unserem Archiv veröffentlicht" , teilte das Unternehmen dem Portal Ars Technica mit(öffnet im neuen Fenster) . Man wolle verhindern, dass "gegnerische Akteure" die Daten für Zwecke der "Schadensanalyse" verwendeten, hieß es zur Begründung.

In den vergangenen Tagen zeigten Satellitenaufnahmen dem Bericht zufolge die Folgen iranischer Raketen- und Drohnenangriffe auf Stützpunkte der USA und ihrer Verbündeten in der Region. Gezeigt wurden Schäden am Hauptquartier der 5. US-Flotte in Bahrain(öffnet im neuen Fenster) und an einem Frühwarnradar in Katar, das eine Milliarde US-Dollar gekostet haben soll.

Zu den Kunden von Planet Labs gehören laut Ars Technica unter anderem Thinktanks, Nichtregierungsorganisationen, akademische Einrichtungen, Nachrichtenmedien und kommerzielle Nutzer aus der Land-, Forst- und Energiewirtschaft. Allerdings hat Planet Labs auch lukrative Verträge mit dem US-Militär und US-amerikanischen Geheimdiensten abgeschlossen.

US-Militär wird weiter beliefert

Letztere sollen weiterhin beliefert werden: Die Änderung gelte "für alle Nutzer mit Ausnahme autorisierter Regierungsnutzer, die für missionskritische Operationen weiterhin sofortigen Zugriff benötigen" , erklärte das Unternehmen. Die Entscheidung solle dazu beitragen, die Sicherheit von Personen aus den USA und verbündeten Staaten sowie von Zivilisten zu gewährleisten. "Im Verlauf des Konflikts kann sich das betroffene Gebiet verändern" , hieß es weiter. Planet Labs machte keine Angaben dazu, ob die US-Regierung zuvor Druck ausübte.

Der Anbieter betreibt eine Konstellation von mehreren Hundert Erdbeobachtungssatelliten, die mindestens einmal täglich Aufnahmen von jeder Landmasse der Erde machen. Daneben liefert der Dienst Pléiades Neo von Airbus ebenfalls aktuelle Bilder von den Zerstörungen des Krieges.

Inwieweit der Iran über andere Kanäle an hochauflösende Satellitenaufnahmen gelangt, ist unklar. Einem Bericht der Washington Post zufolge(öffnet im neuen Fenster) liefert Russland dem Land Zielinformationen für Angriffe auf amerikanische Streitkräfte im Nahen Osten. Seit Kriegsbeginn seien die Standorte US-amerikanischer Militäreinrichtungen, darunter Kriegsschiffe und Flugzeuge, übermittelt worden, schreibt die Zeitung unter Berufung auf drei nicht namentlich genannte US-Regierungsmitarbeiter.

Die USA und Israel starteten am 28. Februar 2026 ohne UN-Mandat ihren Angriff auf den Iran . Mehrere hochrangige Politiker und Religionsführer des Landes, darunter Ajatollah Ali Chamenei, kamen bei den Angriffen ums Leben. Der Iran reagierte mit Drohnen- und Raketenangriffen auf seine Nachbarländer. US-Präsident Donald Trump forderte(öffnet im neuen Fenster) inzwischen die "bedingungslose Kapitulation" des Landes.


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