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Irankrieg: Chipindustrie bangt um Heliumversorgung

Katars Helium exporte liegen brach – und Asiens Halbleiterproduzenten merken es sofort.
/ Michael Linden
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Helium-Gasentladungsröhre (Symbolbild) (Bild: Alchemist-hp)
Helium-Gasentladungsröhre (Symbolbild) Bild: Alchemist-hp / GFDL 1.2

Die de-facto-Schließung der Straße von Hormus trifft Südkorea, Taiwan und Japan an einer empfindlichen Stelle: Die drei Länder verantworten gemeinsam rund 50 Prozent der weltweiten Halbleiterproduktion und hängen bei zentralen Produktionsmaterialien stark vom Nahen Osten ab, wie Nikkei Asia berichtete(öffnet im neuen Fenster) .

Katar stoppt Helium-Lieferungen

Katar lieferte 2025 laut Korea International Trade Association 65 Prozent des südkoreanischen Heliums. Am 4. März erklärte Qatar Energy die sogenannte Force Majeure(öffnet im neuen Fenster) und befreite sich damit von seinen Lieferverpflichtungen.

Helium wird beim Chipherstellungsprozess zur Kühlung von Wafern benötigt: Ohne stabile Versorgung geraten Produktionspläne unter Druck.

Südkoreas Ministerium für Handel und Industrie leitete eine Untersuchung zu 14 Halbleitermaterialien und Gerätekategorien ein, bei denen das Land stark von Nahost-Lieferanten abhängt.

Helium ist nicht das einzige Problem

Südkorea importiert 98 Prozent seines Broms(öffnet im neuen Fenster) aus Israel – ein Material, das bei der Schaltkreisbildung auf Chips eingesetzt wird. Sollten Produktionsanlagen getroffen werden, wäre das fatal.

Auch an anderer Stelle droht Gefahr. Taiwan schaltete 2025 sein letztes Atomkraftwerk ab. LNG deckt seither 50 Prozent des Strombedarfs ab, ein Drittel davon kommt aus Katar. Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin bestätigte am Montag, dass Taiwan bis April ausreichend LNG-Vorräte habe. In Japan wird statt Helium aus Katar auf US-Quellen gesetzt.

SK Hynix teilte dem Bericht zufolge mit, vorerst stabile Lieferketten und ausreichende Lagerbestände zu haben. Die entscheidende Frage ist, wie lange die Straße von Hormus gesperrt bleibt. Russlands Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 hatte schon einmal Helium- und Neon-Engpässe ausgelöst und Südkorea dazu gebracht, alternative Lieferbeziehungen aufzubauen.


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