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Irankrieg: Microsoft fordert globalen Schutz von Rechenzentren

Ein ranghoher Microsoft -Manager hat sich zu den Angriffen auf US-Cloudbetreiber durch den Iran geäußert. Brad Smith hält zugleich an Ausbauplänen fest.
/ Achim Sawall
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Zu den Zielen, die der Iran in der vergangenen Woche in den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen hat, gehörten zwei Rechenzentren von AWS. (Bild: Fortune/Reuters)
Zu den Zielen, die der Iran in der vergangenen Woche in den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen hat, gehörten zwei Rechenzentren von AWS. Bild: Fortune/Reuters

Microsoft President Brad Smith hat nach mehreren Angriffen auf Rechenzentren durch den Iran ein internationales Regelwerk gefordert. "Rechenzentren sind Teil der zivilen Infrastruktur" , sagte Smith der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei(öffnet im neuen Fenster) . "Meiner Ansicht nach bedarf es strenger internationaler Regeln zum Schutz ziviler Infrastruktur" , erklärte der Manager weiter. "Die neue Bedrohungslage wird sich im Laufe der Zeit auf die Planung und den Bau von Rechenzentren auswirken, und die Auswirkungen werden nicht überall gleich sein."

Denkbar seien der Bau von unterirdischen Anlagen und die Ausweitung von militärischen Abwehrschirmen gegen Drohnen und Raketen.

Raketen und Drohnen stellen eine neue Herausforderung dar: Die iranischen Revolutionsgarden gaben am 1. April 2026 bekannt, ein Rechenzentrum von Amazon Web Services in Bahrain angegriffen zu haben, wie die britische Financial Times berichtet(öffnet im neuen Fenster) .

AWS-Betrieb als Kriegsziel

Dies ist bereits das zweite Mal innerhalb eines Monats, dass der AWS-Betrieb durch den Krieg eingeschränkt wird. Eine Woche zuvor teilte Amazon bereits mit, dass seine Amazon-Web-Services-Region in Bahrain und den Emiraten nach Drohnenangriffen beeinträchtigt sei.

Israel führte bereits Ende Februar 2026 seinen bisher größten Cyberangriff gegen den Iran aus. Dabei wurden Rechenzentren angegriffen, die für die Sicherheitskommunikation und die staatlich gesteuerten Medien des Regimes wichtig sind. Am 11. März 2026 beschossen die USA und Israel ein Rechenzentrum der Bank Sepah in Teheran mit Raketen.

Microsoft kündigte im Jahr 2025 an, seine Rechenzentrumskapazität in den folgenden zwei Jahren zu verdoppeln. "Wir halten an unserem Plan fest, da wir derzeit eine höhere Nachfrage als Angebot und Kapazitätsengpässe haben" , bekräftigte Smith in dem Interview mit Nikkei.


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