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Iran-Krieg, Dollarschwäche, Entlassungen: Ericssons Gewinn bricht ein

Ericssons Annäherung an die Trump-Regierung bringt keinen Gewinnzuwachs. Der Irankrieg verursacht nun Lieferprobleme und führt zu Preiserhöhungen.
/ Achim Sawall
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Chief Executive Officer Börje Ekholm im Call am 17. April 2026 (Bild: Ericsson / Screenshot: Golem)
Chief Executive Officer Börje Ekholm im Call am 17. April 2026 Bild: Ericsson / Screenshot: Golem

Da Ericsson über ein Vertriebszentrum im Nahen Osten verfüge, sei das Unternehmen vom Irankrieg betroffen. Das erklärte Chief Executive Officer Börje Ekholm in einer Telefonkonferenz mit Analysten(öffnet im neuen Fenster) am 17. April 2026: "Wir sehen uns mit steigenden Inputkosten konfrontiert, insbesondere im Halbleiterbereich".

Der Umsatz des Konzerns, der zwei Drittel seines Erlöses mit Mobilfunkausrüstung erzielt, ging im ersten Quartal 2026 um 10 Prozent auf rund 49,3 Milliarden Kronen (5,4 Milliarden US-Dollar) zurück. Der Nettogewinn brach um 79 Prozent auf 900 Millionen schwedische Kronen (98 Millionen US-Dollar) ein, wofür hohe Restrukturierungskosten verantwortlich gemacht werden.

Laut Unternehmensangaben wurden weitere 1.305 Stellen abgebaut, womit Ericsson Ende März noch 88.826 Beschäftigte hatte. Ende 2022 betrug die Zahl der Angestellten noch 105.000.

Die schwedische Krone zeigte sich gegenüber dem US-Dollar besonders stark. "Wir sind zwar der Ansicht, dass wir gut aufgestellt sind, aber auch wir sind nicht immun gegen diese Störungen. Sie werden sich daher auf Preise und Verfügbarkeit auswirken", sagte Ekholm, der sich in der Vergangenheit stark an die US-Regierung annäherte: Ericsson spendete 5,5 Millionen Schwedische Kronen (502.714 Euro) für die Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump, ein laut der Wirtschaftszeitung Dagens Industri in der Unternehmensgeschichte bislang einmaliger Vorgang.

Bereits im November 2024 schloss der Ericsson-Chef sogar eine Verlegung der Konzernzentrale in die USA nicht aus. Diversitätsziele wurden systematisch aus einem Nachhaltigkeitsbericht gestrichen.

Indien und Japan als neue Schwerpunkte?

Die Ausgaben der Mobilfunkbetreiber für ihre Netze stagnieren derzeit. "Ein organisches Wachstum von 6 Prozent in einem eher stagnierenden Markt, das ist beeindruckend", sagte Per Narvinger, Chef des Mobilfunkbereiches und Executive Vice President von Ericsson, dem Onlinemagazin Light Reading(öffnet im neuen Fenster).

"Die enormen Währungsschwankungen lassen sich natürlich nicht abfedern", erklärte Narvinger mit Bezug auf den schwachen US-Dollar. Das Geschäft in den USA machten im vergangenen Jahr rund 41 Prozent des Gesamtumsatzes von Ericsson aus. Der Markt in Indien erzielte lediglich 5 Prozent des Umsatzes.

"Nordamerika wird zwar weiterhin wichtig bleiben, aber aus Sicht des Umsatzmixes wird die Bedeutung künftig abnehmen", sagte Ekholm. "Wir sprechen üblicherweise von den drei Schlüsselmärkten USA, Indien und Japan", sagte Narvinger. Diese drei Märkte zusammen seien für Ericsson etwa so groß wie der in China.

Laut den Jahresberichten des Ausrüsters sanken die Umsätze mit chinesischen Netzbetreibern von einem Höchststand von rund 18,7 Milliarden Kronen (2 Milliarden US-Dollar) im Jahr 2020 auf unter 8,2 Milliarden Kronen (902 Millionen US-Dollar) im vergangenen Jahr.


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