Irak: Ericsson hielt mögliche Zahlungen an den IS für unwichtig

Erst auf Druck hat Ericsson begonnen, Hinweise auf Korruption im Irak und auf Zahlungen an den Islamischen Staat (IS) zu untersuchen.

Artikel veröffentlicht am ,
Börje Ekholm im Jahr 2018
Börje Ekholm im Jahr 2018 (Bild: Pau Barrena/AFP via Getty Images)

Ericsson hat mögliche Bestechungszahlungen im Irak eingeräumt. Eine interne Untersuchung ungewöhnlicher Geldflüsse bis zurück ins Jahr 2018 habe Bedenken hinsichtlich der Geschäfte im Irak ausgelöst, teilte der schwedische Mobilfunkausrüster am 15. Februar 2022 mit.

Stellenmarkt
  1. IT-Systemadministrator (m/w/d) First-Level-Support
    MVZ Labor Münster Hafenweg GmbH, Münster
  2. IT-Softwareingenieur (w/m/d) 1st Level
    SSI SCHÄFER Automation GmbH, Giebelstadt
Detailsuche

Bei den Untersuchungen des Zeitraums 2011 bis 2019 seien Geldanweisungen ohne eindeutigen Empfänger und Zahlungen an Lieferanten ohne Angaben zum Umfang der Leistungen gefunden worden. Auch seien Zahlungen an Mittelsmänner geflossen und alternative Transportrouten gewählt worden, etwa um den irakischen Zoll zu umgehen.

Einige Routen seien zu der Zeit von terroristischen Organisationen wie dem Islamischen Staat (IS) kontrolliert worden, hieß es vom Konzern. Allerdings hätten die Prüfer bislang nicht herausfinden können, wer letztlich das Geld empfangen habe.

Ferner wurden auch Transaktionen und Zahlungen aufgedeckt, die ein potenzielles Geldwäscherisiko darstellten. Hinweise auf eine direkte Finanzierung des Terrornetzwerkes durch Ericsson-Mitarbeiter haben die Ermittlungen dem Konzern zufolge nicht ergeben.

Golem Akademie
  1. Container Technologie: Docker und Kubernetes - Theorie und Praxis: virtueller Drei-Tage-Workshop
    04.-07.07.2022, virtuell
  2. Linux-Systeme absichern und härten: virtueller Drei-Tage-Workshop
    07.-09.06.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Als Reaktion auf die Untersuchungen seien mehrere Beschäftigte entlassen sowie Disziplinarverfahren angeordnet worden. Auch seien Geschäftsbeziehungen mit bisherigen Partnern aufgelöst worden.

Hohe Geldstrafen in den USA möglich

Das Eingeständnis könnte dem Unternehmen neue Probleme in den USA einbringen. Ericsson hatte nach Korruptionsermittlungen bereits im Jahr 2019 rund eine Milliarde US-Dollar gezahlt.

Damals ging es unter anderem um Geschäfte in China, Indonesien, Vietnam und Kuwait. Ericsson musste sich damals auch verpflichten, bestimmte Dokumente und Informationen bereitzustellen - und das US-Justizministerium kam im vergangenen Oktober zu dem Schluss, dass der Konzern gegen diese Auflage verstoßen habe.

Wenn das Ministerium einen Anlass sieht, dies erneut zu untersuchen, könnte dies laut Mads Rosendal, Analyst bei Danske Bank Credit Research, zu hohen Geldstrafen führen, sagte er Reuters.

Ericsson-Chef Börje Ekholm sagte Reuters in einem Interview, dass das Unternehmen nach Abschluss der Untersuchung im Jahr 2019 die Ergebnisse für nicht wesentlich genug gehalten habe, um sie offenzulegen. Ericsson überprüfte seine Haltung nach Anfragen, einschließlich des International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ), zu der Untersuchung.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Verkaufsstart des 9-Euro-Tickets
Was Fahrgäste wissen müssen

Das 9-Euro-Ticket für den ÖPNV ist beschlossene Sache, Verkehrsverbünde und -unternehmen sehen sich auf den Verkaufsstart in diesen Tagen gut vorbereitet. Doch es gibt viele offene Fragen.

Verkaufsstart des 9-Euro-Tickets: Was Fahrgäste wissen müssen
Artikel
  1. LG HU915QE: Laserprojektor erzeugt 90-Zoll-Bild aus 5,6 cm Entfernung
    LG HU915QE
    Laserprojektor erzeugt 90-Zoll-Bild aus 5,6 cm Entfernung

    LG hat einen Kurzdistanzprojektor mit Lasertechnik vorgestellt. Der HU915QE erzeugt ein riesiges Bild und steht dabei fast an der Wand.

  2. Urkunden nicht zugestellt: Digitalisierung in Berlin sorgt für Pannen
    Urkunden nicht zugestellt
    Digitalisierung in Berlin sorgt für Pannen

    Eine Panne in der Berliner Innenverwaltung hat dafür gesorgt, dass Hunderte von wichtigen Urkunden nicht übermittelt werden konnten.

  3. Rheinland-Pfalz: Glasfaser soll erneut an Gleisen verlegt werden
    Rheinland-Pfalz
    Glasfaser soll erneut an Gleisen verlegt werden

    Onefiber hat sein erstes großes Projekt. In Rheinland-Pfalz wird parallel zur Glasfaser der Bahn verlegt und teilweise auch neu.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Acer Predator X38S (UWQHD, 175 Hz OC) 1.499€ • MindStar (u. a. AMD Ryzen 7 5700X 268€ und PowerColor RX 6750 XT Red Devil 609€ und RX 6900 XT Red Devil Ultimate 949€) • Alternate (u. a. Cooler Master Caliber R1 159,89€) • SanDisk Portable SSD 1 TB 81€ • Motorola Moto G60s 149€ [Werbung]
    •  /