IPv6: Jetzt wird's ernst

Die IPv4-Adressen sind knapp. Die Internet Assigned Numbers Authority (Iana) hat bereits Anfang 2011 den letzten regulären IPv4-Adressblock verteilt . Dieser ging an Apnic, die IP-Adressen im asiatisch-pazifischen Raum vergibt. Danach erhielten alle regionalen Vergabestellen noch einen kompletten Adressblock. Die Ripe, die die IP-Adressen in Europa verteilt, verfügt derzeit noch über rund 34 Millionen IPv4-Adressen(öffnet im neuen Fenster) , diese werden aber innerhalb weniger Monate aufgebraucht sein. Allein in den vergangenen drei Monaten wurden rund 10 Millionen IPv4-Adressen vergeben.
Dennoch kommt IPv6 nicht richtig in die Gänge. Mit dem heutigen IPv6-Tag soll sich das ändern. Koordiniert von der Internet Society nehmen zahlreiche Websites und Provider den regulären IPv6-Betrieb(öffnet im neuen Fenster) auf.

Zu den Teilnehmern gehören unter anderem große Internetfirmen wie Google, Facebook, Youtube und Yahoo sowie diverse Routerhersteller und Provider in mehr als 100 Ländern. In Deutschland bietet aber weiterhin kein großer Provider IPv6-Adressen für Endkunden an. In Rechenzentren sieht das anders aus.
Die Telekom plant laut einem Bericht von Heise(öffnet im neuen Fenster) zum Jahresende einen Dual-Stack-Betrieb mit IPv4- und IPv6-Adressen, eine offizielle Ankündigung gibt es aber nach wie vor nicht.
Dabei sind auch noch wichtige Fragen ungeklärt: IPv6 bietet rund 340 Sextillionen IP-Adressen, ausreichend, um jedem Gerät eine eigene eindeutige IP zuzuweisen. Das aber ruft Datenschützer auf den Plan, die auch weiterhin eine dynamische Vergabe von IP-Adressen fordern. Bundesdatenschützer Peter Schaar spricht von "Autokennzeichen für jeden Internetnutzer" , die andernfalls mit IPv6 möglich werden.