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IPv6: Der holprige Weg zu neuen IP-Adressen

Golem.de ist künftig auch über IPv6 erreichbar. Im Testbetrieb hatten in der vergangenen Woche manche Anwender Probleme. Das kann verschiedene Ursachen haben.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Umstellung auf IPv6 ist alles andere als einfach.
Die Umstellung auf IPv6 ist alles andere als einfach. (Bild: Decix)

Wir haben IPv6 auf unserer Webseite vollständig integriert. Künftig ist Golem.de nicht nur unter http://ipv6.golem.de/ erreichbar, sondern auch www.golem.de mit der IPv6-Adresse 2a00:13c8:f5::f:4b3d:148 und seine Subdomains nutzen das neue Internetprotokoll. Nur die von Abonnement-Nutzern verwendete Account-IP muss noch ergänzt werden. Das sollte in den nächsten Tagen geschehen. Damit ist unsere Webseite parallel mit dem alten Protokoll IPv4 und mit IPv6 über das sogenannte Dual-Stack-Verfahren erreichbar.

Inhalt:
  1. IPv6: Der holprige Weg zu neuen IP-Adressen
  2. Die Hardware muss stimmen

Obwohl wir bereits vergangene Woche auf unseren Logfiles etwa 700 erfolgreiche Zugriffe verzeichneten, konnten einige Nutzer uns unter der Testadresse http://ipv6.golem.de nicht erreichen. Das kann an verschiedenen Faktoren liegen, denn bislang wird IPv6 vielerorts noch als optional eingestuft, obwohl das Protokoll bereits vor Jahrzehnten verabschiedet wurde. Daher ist die Verbreitung weltweit noch recht gering.

Noch kaum verbreitet

Erst im April 2012 forderte ein RFC der Internet Society Hersteller und Internetanbieter auf, "IPv6-Unterstützung nicht mehr als optional" zu erachten. Im Februar 2014 sagte Dan York von der Internet Society voraus, dass IPv6 2014 einen Verbreitungsgrad von etwa 10 Prozent haben werde. Die Statistiken unter Google-Nutzern deuten aber kaum darauf hin: Weltweit liegt die Nutzung von IPv6 bei gerade mal 3,6 Prozent. Und das, obwohl im Juni 2012 große Unternehmen wie Facebook, Google, Microsoft oder Yahoo IPv6 dauerhaft aktivierten.

Deutschland liegt laut Google-Statistiken bei der Nutzung von IPv6 im globalen Vergleich mit 9,3 Prozent aktuell recht weit vorne. In Europa liegt es damit an dritter Stelle. Belgien nimmt mit 23,8 Prozent einen sicheren ersten Platz ein, die Schweiz folgt mit 11 Prozent an zweiter Stelle. In den USA fließen 8,8 Prozent des Google-Traffics über IPv6.

Komplexe Umstellung

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Die Umstellung auf IPv6 ist keine triviale Aufgabe. Probleme gab es zunächst, die DNS-Server auf das neue Protokoll vorzubereiten. 1995 wurde der Record-Typ AAAA eingeführt, der die neuen längeren IP-Adressen aufnahm. Die Umstellung auf das neuere Record-Typ A6 klappte wegen andauernder technischer Probleme nicht, obwohl das Umnummerieren der IP-Adressen dadurch vereinfacht werden sollte. Aktuell wird wieder der Record-Typ AAAA verwendet. Inzwischen kennen die meisten Rootserver IPv6 und die Lastenverteilung über Anycast sorgt dafür, dass stets ein IPv6-Nameserver erreichbar ist. Zudem werden über Anycast IPv6-Adressen notfalls auch in IPv4-Adressen übersetzt und umgekehrt.

Allein mit der Umsetzung von IPv6 ist es nämlich nicht getan. In der Übergangszeit müssen beide Protokolle unterstützt werden. Dafür gibt es zahlreiche Mechanismen. Bei Golem.des Provider Syseleven wird Dual-Stack verwendet, eine Technik, die sowohl IPv4 als auch IPv6 unabhängig voneinander beherrscht. Es gibt aber neben Dual-Stack noch zahlreiche andere Mechanismen, etwa NAT64 oder das Tunneln des jeweiligen Protokolls in dem anderen mit 4in6 oder 6in4. Die Kombination aus altem und neuem Protokoll erhöht aber die Komplexität und kann für mehr Fehlerquellen sorgen. Außerdem erzeugt die höhere Last auch unter Umständen höhere Latenzzeiten, die beispielsweise Gamer bemerken könnten. Provider können auch nicht wieder auf IPv4 zurückschalten, wenn etwas nicht funktioniert. Haben sie es einmal eingeführt, sind sie verpflichtet, IPv6 auch nahtlos auszuliefern.

Mammutaufgabe für Provider

Vor allem ISPs und Provider mussten ihre Infrastrukturen an das neue Protokoll anpassen. In Deutschland ist die Liste bereits recht umfangreich. Den Providern wird in der Regel auf Antrag bei der Registrierungsstelle ein /32-Netz zugewiesen. Theoretisch stehen ihnen dann deutlich mehr IPv6-Adressen zu als IPv4-Adressen insgesamt. Die Provider müssen sich um die Konfiguration der Routingverbindungen zu Peers und Uplink-Carrier kümmern, damit ihr IPv6-Subnnetz mit den Backbones kommunizieren kann. Außerdem müssen die IPv6-Adressen den Kunden zugewiesen werden. Und auch Provider müssen sich um ihre eigenen DNS-Server kümmern.

Einige Provider haben IPv6 in manchen Kundenbereichen noch nicht umgesetzt, auch weil die Nachfrage noch nicht da ist. Meist ist jedoch inzwischen die entsprechende Hardware seitens der Provider und für die Kunden bereits in Betrieb beziehungsweise ausgeliefert.

Die Hardware muss stimmen 
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treysis 02. Mär 2019

Was ist denn da passiert?

tschaefer 02. Okt 2015

APN auf internet.telekom internet.t-mobile stellen und Dualstack einstellen. Glücklich sein.

Vanger 28. Aug 2014

Dass die Telekom ein /19er-Netz hat kann man tatsächlich schlicht nur als übertrieben...

derdiedas 26. Aug 2014

Und warum sollte ich intern alles auf IPv6 umstellen? Wenn der Provider keine IPv4...

jaykay2342 24. Aug 2014

Die haben das auch nicht freiwillig implementiert. Die haben einfach nicht genug IPv4...


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