iPhone-Streit: Apple gewinnt ein bisschen

Im Streit um das iPhone des Terroristen Farook bekommt Apple indirekt Rückendeckung von einem US-Bundesrichter. Vorbei ist der Streit damit aber noch nicht. Außerdem will Apple seine Position vor dem US-Kongress begründen.

Artikel veröffentlicht am ,
Bürgerrechtler protestieren gegen den Antrag des FBI.
Bürgerrechtler protestieren gegen den Antrag des FBI. (Bild: Bryan Thomas/Getty Images)

Der US-Bundesrichter James Orenstein hat einen Antrag abgelehnt, der Apple zur Kooperation bei der Entsperrung eines verschlüsselten iPhones verpflichten soll. In dem jetzt entschiedenen Fall geht es aber nicht um das Smartphone des mutmaßlichen Terroristen Syed Rizwan Farook, der gemeinsam mit seiner Frau im vergangenen Jahr 14 Menschen erschossen haben soll, sondern um einen Drogendealer in New York.

Die Entscheidung ist interessant, weil sich die US-Ankläger in beiden Fällen auf den All-Writs-Act berufen. Mit diesem Gesetz aus dem Jahr 1789 können US-Gerichte dritte Parteien zu Unterstützungsmaßnahmen verpflichten, wenn die Strafverfolgungsbehörden der Ansicht sind, dass das der Wahrheitsfindung diene.

Orenstein argumentiert ähnlich wie Apple

Orenstein geht das Gesetz offenbar zu weit. Er begründet seine Ablehnung ähnlich wie Apple: "Keines der Argumente der Regierung deutet darauf hin, dass es ein prinzipielles Limit gibt, wie weit ein Gericht gehen kann, wenn es eine Person oder ein Unternehmen dazu verpflichtet, die am tiefsten sitzenden Werte zu verletzen, wenn die Regierung es für nötig hält", heißt es in der Urteilsbegründung, die das US-Magazin Politico veröffentlicht hat. Interessant ist, dass Apple offenbar zunächst umfassend mit den Strafermittlungsbehörden kooperierte und erst nach kritischen Fragen des Richters entschied, Protest einzulegen.

Apple will die Auseinandersetzung mit dem FBI offenbar nicht nur im Gerichtssaal gewinnen. In einem von The Verge veröffentlichten Statement erklärt das Unternehmen erneut, dass die Regierung etwas "von uns haben will, was wir nicht besitzen". Gemeint ist das vom FBI geforderte spezielle Betriebssystem für das iPhone 5C von Farook, mit dem Brute-Force-Angriffe gegen das Passwort vereinfacht werden sollen. Bereits in seiner offiziellen Antwort an das zuständige Gericht hatte Apple abgelehnt, eine dauerhafte Hacking-Abteilung einzurichten. Das Statement soll von Apples Chefjuristen Bruce Sewell bei der Anhörung im US-Kongress am Dienstag (US-Zeit) verlesen werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Galaxy S23 im Hands-on
Viel Leistung und viel Kamera

Samsungs neue Galaxy-S23-Modelle sind sehr leistungsstark und hochwertig. Die 200-Megapixel-Kamera bekommt nur das Ultra-Modell.
Ein Hands-on von Tobias Költzsch

Galaxy S23 im Hands-on: Viel Leistung und viel Kamera
Artikel
  1. Energiespargeräte und Diskokugeln: Bundesnetzagentur zieht 15 Millionen Geräte aus dem Verkehr
    Energiespargeräte und Diskokugeln
    Bundesnetzagentur zieht 15 Millionen Geräte aus dem Verkehr

    Die Bundesnetzagentur hat im vergangenen Jahr zahlreiche Produkte verboten. Darunter sind Energiespargeräte, Fernbedienungen und Diskokugeln.

  2. Western Australia: Eine radioaktive Kapsel - irgendwo im australischen Outback
    Western Australia
    Eine radioaktive Kapsel - irgendwo im australischen Outback

    Wie eine radioaktive Kapsel in Australien verlorengehen konnte, ob sie gefährlich ist, warum sie so schwierig zu finden war und wofür solche Kapseln gut sind.
    Ein Bericht von Werner Pluta

  3. Galaxy Book 3: Samsung stellt die Galaxy-Book-3-Serie vor
    Galaxy Book 3
    Samsung stellt die Galaxy-Book-3-Serie vor

    Neben der Hardware legt Samsung Wert auf die mitgelieferte Software. Damit sollen sich Notebook und Mobilgeräte leichter gemeinsam nutzen lassen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Bis 77% Rabatt auf Fernseher bei Otto • Roccat Kone Pro -56% • Xbox Series S + Dead Space 299,99€ • PCGH Cyber Week • MindStar: ASRock RX 7900 XT 949€ • AMD CPU kaufen, SW Jedi Survivor gratis dazu • Philips LED TV 65" 120 Hz Ambilight 999€ • KF DDR4-3600 32GB 91,89€ [Werbung]
    •  /