iPhone: iOS 11 bekommt Schutz gegen unerwünschte Memory-Dumps
Sicherheitsforscher haben in der Entwicklerversion von iOS 11 eine neue Funktion entdeckt, die Nutzer besser vor unerwünschtem Auslesen des iPhone-Speichers schützen sollen. Denn auch wenn der Inhalt des Speichers mittlerweile standardmäßig verschlüsselt ist, war es bislang möglich, Speicherinhalte eines entsperrten iPhones auszulesen und an einen Computer zur weiteren Analyse zu übertragen.
Künftig ist vorher ein wichtiger Schritt erforderlich, denn Nutzer müssen mit ihrem eigenen Passcode bestätigen, dass sie einem neu angeschlossenen Computer wirklich vertrauen wollen – und so die Datenübertragung legitimieren. Es reicht also nicht aus, ein entsperrtes Gerät zu finden oder Nutzer physisch dazu zu zwingen, ein Gerät mit dem Fingerabdruck zu entsperren, wie die Forensikfirma Elcomsoft in ihrem Blog schreibt(öffnet im neuen Fenster).
Der Sicherheitsforscher Nicholas Weaver sagte Wired(öffnet im neuen Fenster): "Apple will in einer Welt leben, in der das iPhone in den Händen der Nutzer sehr wertvoll ist, in den Händen aller anderen aber so wertvoll wie ein Ziegelstein."
US-Grenzbeamte werden sich ärgern
Besonders in den USA ist die Diskussion brisant. Dort haben Mitarbeiter des Grenzschutzes das Recht, auch Amerikaner zum Entsperren der Smartphones aufzufordern. Künftig könnten sie mit dieser Methode aber keine Kopie des Speichers mehr ziehen, wenn Nutzer ein iPhone besitzen. Eine manuelle Analyse aller Telefoninhalte ist natürlich ungleich aufwendiger als ein Backup des Speichers.
Außerdem gibt es in den USA keine "Aussageverweigerung" für den Fingerabdruck. Zur Herausgabe des Passcodes können US-Bürger hingegen nicht gezwungen werden. Deshalb will Apple es mit iOS11 ebenfalls ermöglichen, die Touch-ID-Funktion schnell und unkompliziert durch fünffaches Drücken des Homebuttons zu deaktivieren.
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